VW: Akku unter 100 US-Dollar/kWh kommt -Skaleneffekte/Materialveränderung

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Volkswagen AG

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Frank Blome, Leiter Batteriezellen bei der VW AG, gab gegenüber Reuters zu verstehen, dass man in die Massenproduktion von E-Auto-Akkus eintreten werde. Ziel sei es bis 2025 Akkus für drei Millionen Elektroautos zu bauen. Hierfür wird der Gegenwert von 300 Gigawattstunden an Batteriezellen benötigt – hauptsächlich in Asien und Europa. Durch die aus der Massenfertigung entstehenden Skaleneffekte und neue Materialzusammensetzungen der Batteriezelle.

Volkswagen werde den Nickelanteil in den Batteriezellen von Elektroautos von derzeit 65 Prozent auf 80 Prozent im nächsten Jahr erhöhen, gibt Frank Blome zu verstehen. Die derzeitige Batteriezelle von Volkswagen für Elektroautos enthält 65% Nickel, 15% Kobalt und 20% Mangan. Die Batterien der nächsten Generation werden 80 % Nickel, 10 % Kobalt und 10 % Mangan enthalten.

100 US-Dollar-Schwelle als Wendepunkt zur E-Mobilität

In der Elektromobilität-Szene gilt die 100 US-Dollar-Schwelle als der Punkt an dem Elektroautos günstiger werden als Modelle mit Verbrennungsmotoren. Eine Studie aus dem Januar 2017 von McKinsey rechnet mit Batteriepreisen von $100/kWh bis 2030Tesla will dies 2020 bereits erreichen. Ein neuer Bericht des Rocky Mountain Institute (via Forbes) aus dem November 2019 stellt fest, dass die Verbesserungen bei den Kosten und der Leistung von Batterien aufgrund massiver Investitionen in die Batterieherstellung und stetiger Fortschritte in der Technologie die bisherigen Entwicklungsprognosen schnell übertreffen.

Seit Beginn der Datensammlung bis ins Jahr 2018 ist der Preis für eine Kilowattstunde Akkukapazität um satte 85 Prozent gefallen. Von 1160 US-Dollar (etwa 1030 Euro) im Jahr 2010 auf 176 US-Dollar (156 Euro) im Jahr 2018. Mittlerweile schätzt Bloomberg die Kosten auf 87 US-Dollar (78 Euro) im Jahr 2025. Der RMI Report geht davon aus, dass bis 2023 Lithium-Ionen-Akkus die wichtigste Batterietechnologie bleiben werden. Bevor dann neuere Technologien zum Einsatz kommen, wie beispielsweise Festkörperbatterien.

Quelle: Reuters – VW to start using high-nickel batteries for electric car

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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Robert:

Auch die „verrückte Weltanschauung verurteilen“, gehört zur Meinungsfreiheit….mal nachdenken……p.s was Sie über Trump negativ schreiben, schreibt das Ausland über Merkel. Auch da mal nachdenken!!! Alles wird gut, Herr G. Schröder.

Strauss:

5oo Km Reichweite sind im Kommen, zu bezahlbaren Autopreisen, Dietrich. Wenn VW versucht einen Ersatz für das Lithium in der Batterie zu suchen ist das eine sehr gute Idee für die Zukunft.

EffEll:

Nachtrag: Dass sie in der Vergangenheit leben, zeigt mir allein schon die Verwendung des Daß statt Dass. Es wurde ja auch erst 1996 geändert. Also erst vor 24 Jahren. So schnell kann man das gar nicht adaptieren. Gut Ding will Weile haben…

EffEll:

Natürlich. Wir schwenken unsere gesamte Mobilität auf ein Nebenprodukt der Erdölgewinnung um, machen uns abhängig von Russland und bleiben auf unserer 150 Jahre alten Technik stehen, wohingegen andere Unternehmen meilenweit in Forschung und Fortschritt an uns vorbeiziehen. Bravo – klasse Idee…

EffEll:

Danke für die Ergänzung. Gerade die Lobpreisung, dass Festkörperbatterien die bekannten Lithium-Ionen-Speicher ablösen, stößt mir ebenfalls immer sauer auf. Von der Begrifflichkeit her zwar richtig, jedoch wie du so treffend angemerkt hast, nicht in dem Umfang, wie es das Gro denken könnte

Dietrich Schneider:

Wege des aus Sicht von Autofahrern negativen Ladeaufwandes gegenüber dem Tankaufwand bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren müssten wettbewerbsfähige E-Autos mit Batterien für 1000 km Reichweite ausgerüstet werden. Und dabei spielt nicht nur der Preis sondern auch die Energiedichte (Wh/kg) eine wichtige Rolle. Diesen Wert habe ich in dem Artikel vermisst.

Luka:

Es ist ein leichtes dies und jenes schlecht zu reden, Verschwörungstheorien aufzustellen, das System zu kritisieren wenn man vor dem Bildschirm hockt und Nutznießer der Errungenschaften und Mühen anderen ist. Aber sich aktiv und tagtäglich damit auseinanderzusetzen, Technologien und Systeme weiterzuentwickeln wie das zig Wissenschaftler, Ingenieure und Co. tagtäglich und nach vielen Jahren mühseliger Ausbildung weltweit machen und gemacht haben, daran denken leider die wenigsten von uns nach. Selbes gilt auch für Informatiker, Mediziner etc. und natürlich all jene die das Ganze umsetzen, produzieren und im Stand halten wie Techniker, Servicemitarbeiter, etc. Natürlich spielt monetäres Kapital ein Rolle dabei, ja sogar eine unentbehrliche, da es sich als bislang effektivste und schnellste Mittel zu Verteilung von Ressourcen wie Güter und Dienstleistungen erwiesen hat (und natürlich auch zur Motivation). Vielleicht entwickelt Homo sapiens eines Tages ein noch besser und gerechtere System, aber für den Augenblick… Auf der andere Seite des Kreislaufs gibt es uns Konsumenten und Anwender dieser Entwicklungen und Produkte und als solche kann jeder von uns tagtäglich durchs eigene Verhalten, mitbestimmen wo die Entwicklung gehen soll, welche Werte wir in Zukunft teilen möchten etc. Wir haben dieser Tage mehr Zeit als sonst, mal Inne zu gehen um über unsere eigene Rolle, die Sinnhaftigkeit unseres tagtägliches Tuns, Verhaltens und v.a. unserer Überzeugungen nachzudenken, statt uns von den (lebens)zeitraubendenden YouTube Videos, TV Shows, Streams und Fake-News auch die letzten Hirnzellen zu vernebeln.

Jürgen:

Topp Argumente ! Daumen hoch für Frank ! Es gibt viele Wichtigtuer die nichts wichtiges tun.
Der E-Techniker

Tom 1:

@ Frank, 1+, den Rest schenk Ich mir lieber.

Uli:

In einem Punkt muss ich dem Klaus O. Recht geben, und zwar, daß Elektroautos unwirtschaftlich sind.
Warum nicht bestehende Ressourcen (Verbrennungsmotoren) nutzen und auf CNG umrüsten? Das wäre im Moment die beste Methode nachhaltiger Mobilität…

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