VDA fordert höheres Tempo bei Ladeinfrastruktur-Ausbau

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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

In Deutschland wird das Aufladen von Elektroautos zunehmend einfacher, dennoch fordert der Verband der Automobilindustrie (VDA) eine Beschleunigung des Ausbaus öffentlicher Ladestationen. Laut den jüngsten Angaben des VDA, bezogen auf den Stichtag 1. Juli dieses Jahres, kommen in Deutschland auf jeden öffentlichen Ladepunkt rund 21 Elektrofahrzeuge. Zu Beginn des Jahres waren es noch mehr als 23 Fahrzeuge pro Ladestation.

Innerhalb der ersten Hälfte des Jahres stieg die Anzahl der öffentlichen Ladepunkte in Deutschland um nahezu 17.000 auf etwa 97.500 an. Parallel dazu verzeichnete das Land zum 1. Juli circa zwei Millionen registrierte Elektrofahrzeuge, zu denen sowohl reine Batterie-Elektroautos als auch Plug-in-Hybride zählen.

Besonders hervorzuheben ist der Anstieg der Schnellladestationen: In den ersten sechs Monaten des Jahres kamen mehr als 5300 neue Schnellladepunkte hinzu, wodurch die Gesamtzahl auf etwa 18.500 anstieg. Dies bedeutet, dass auf einen Schnellladepunkt in Deutschland etwa 110 Elektroautos entfallen.

Der VDA sieht jedoch das Wachstum der Ladeinfrastruktur als zu langsam an. Um das Ziel der Bundesregierung zu erreichen, bis 2030 bundesweit mindestens eine Million öffentliche Ladestationen zu schaffen, müsste das Ausbautempo laut Verband verdreifacht werden. VDA-Präsidentin Hildegard Müller betont, dass die Verbraucher die Sicherheit benötigen, jederzeit und überall problemlos ihr Elektroauto aufladen zu können, um den Umstieg auf E-Mobilität zu fördern.

Die Studie des VDA zeigt auch große regionale Unterschiede in der Verfügbarkeit von Ladestationen. Die Stadt Ingolstadt beispielsweise verzeichnet – dank des dort ansässigen Audi-Stammwerks – die höchste Dichte mit lediglich vier Elektroautos pro öffentlichem Ladepunkt, während in Wiesbaden auf einen Ladepunkt 115 E-Autos kommen. Bezogen auf die Bundesländer liegt Sachsen vorne, während das Saarland das Schlusslicht bildet.

Besorgniserregend ist laut Müller, dass in rund der Hälfte aller deutschen Gemeinden noch kein einziger öffentlicher Ladepunkt existiert, was den dringenden politischen Handlungsbedarf unterstreiche.

Quelle: Zeit.de – Zahl der Ladepunkte steigt

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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Torsten Wanke:

Ja. Viele Jahre lang war der VDA der Bremser schlechthin.

Gerd:

„Der VDA fordert…“ ist in etwa so relevant wie „Waldorf und Statler fordern…“

Otto Gilnhammer:

Was nützt der Ausbau der Ladepunkte, wenn diese weiterhin abseits von Autobahntankstellen irgendwo im Land oder in Städten installiert werden. Kurzfristiges Ziel müsste es sein, dass an j e d e r Autobahntankstelle/Raststätte verlässlich Schnellladesäulen vorhanden sind.
Dann würde endlich das Suchen in der HandyApp nach Ladestellen entfallen, mit anschließendem Navigieren zur gewünschten Ladesäule.

Ich selbst fahre seit zweieinhalb Jahren mit großer Freude ein E-Auto. Zu 80% lade ich an der eigenen Wallbox in der Garage Strom von der PV-Anlage auf dem Dach, bzw. bedarfsweise auch vom Netz.
Bei Langstrecken ist das Schnellladen an öffentlichen Ladesäulen unerlässlich. Der viel diskutierte Zeitverlust durch das Laden ist an den Schnellladesäulen im Vergleich zum Tanken unbedeutend. Man trinkt eine Tasse Kaffee oder isst eine Kleinigkeit, dann ist der Ladevorgang meist schon wieder beendet.
Das Problem ist für mich die mangelhafte Infrastruktur. Ich werde nie begreifen, weshalb die Ladesäulen nicht an die Tankstellen, sondern irgendwo in der Prärie gebaut wurden. Seit Beginn des Automobilzeitalters ist der Autofahrer gewöhnt daran, sein Auto an Tankstellen und Raststätten zu tanken. Wer hatte die verrückte Idee, dies beim E-Laden anders zu machen?
Ich kann weiterhin nicht begreifen, weshalb das Bezahlen so kompliziert mit zig verschiedenen Ladekarten eingeführt wurde. Dabei wäre es so einfach mit der EC-Karte oder einer anderen allgemeinen Bezahlkarte. Die Politik bestimmt den Alltag der Bürger mit vielen kleinkarierten Vorgaben. Hier hätte die Politik mit klaren Strukturvorgaben diesen Wildwuchs vermeiden können.

titan:

Ja, Lügen verbreitet, über angeblich saubere Stattpanzer & Co, dabei macht halt jedes Auto Dreck! Und wenn es nur der Feinstaub der Reifen ist, der auch gerade bei adipösen E-SUVs voll zum Tragen kommt! Nicht zu vergessen, die ganzen Lügen über geschminkte Verbräuche, alles von den VDA Lobbyisten getrieben … ist der Lobbyverband nicht auch noch gemeinnützig?

stueberw:

Der VDA fordert! Haben die jemals etwas anderes gemacht als fordern?

Sledge:

Warum sollte die Autoindustrie die Aufgaben der Energiewirtschaft übernehmen?

Wo wäre Tesla heute ohne eigenes Ladenetz?

Warum soll alles so bleiben wie es schon immer so war?

Tesla verkauft heute Ladesäulen, das wird keinem anderen OEM gelingen!

Fortschritt bedeutet eben auch, ausgetrampelte Pfade zu verlassen und Neuland zu betreten!

Robert:

oh stimmt habe es überlesen

Marc:

und das wird noch besser durch das Deutschland Netz.“
Dieser Satz ist im Futur 1 geschrieben. Was ist daran nicht zu verstehen?

brainDotExe:

Warum sollte die Autoindustrie die Aufgaben der Energiewirtschaft übernehmen?
Haben die Autohersteller Tankstellen gebaut?

Es ist Aufgabe der Energieunternehmen und die nehmen sie ja auch zunehmend war. Siehe EnBW und Aral. Das ist richtig so und dahin geht die Reise.

Robert:

welches Deutschland Netz? meines wissen wurde bisher noch keine einzige Ladesäule des Deutschlandnetzes aufgebaut sondern nur mal die ausschreibungen und lose wurden erteilt sonst noch gar nichts und es hies das frühestens Ende des Jahres die ersten Säulen vielleciht tatsächlich gebaut werden

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