USA fürchtet sich vor chinesischer Elektroauto-Flut

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Daniel Krenzer
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Die US-Energieministerin Jennifer Granholm sorgt sich vor einer zunehmenden Zahl an chinesischen Elektroautos, die den nordamerikanischen Markt fluten könnten. Eine Lösung sei es jedoch, mehr Anreize für in den USA hergestellte Fahrzeuge zu schaffen, sagte sie bei einer Veranstaltung in Washington. „Wir sind sehr besorgt darüber, dass China unsere Industrie in den Vereinigten Staaten überschwemmt, obwohl wir gerade dabei sind, dieses unglaubliche Rückgrat der Produktion aufzubauen“, zitiert sie die Nachrichtenagentur Reuters.

Granholm führte aus, dass die USA es keinesfalls wolle, dass sich der Einfluss Chinas auf den Markt wie bei den Solarpaneelen wiederhole. „Die Solartechnologie wurde hier erfunden – und wurde dann überrumpelt und weggezogen, weil der Markt überschwemmt wurde“, stellte Granholm laut Reuters-Bericht fest. Mit Anreizen aus dem U.S. Inflation Reduction Act (IRA) und anderen Programmen könnten US-amerikanische Hersteller jedoch ihrer Ansicht nach die Preise für E-Autos senken. Sie wird ferner zitiert: „China investiert riesige Summen, um sich zu bereichern, und deshalb müssen wir verstehen, dass es wichtig ist, dass die Menschen Elektroautos zu erschwinglichen Preisen kaufen können.“

Untersuchungen in USA und EU

Das US-Handelsministeriums untersucht derzeit abgesehen von der Sorge der steigenden Marktanteile chinesischer Autobauer, ob der Import von chinesischen Fahrzeugen die nationale Sicherheit gefährden könnte. Dies sei notwendig, weil die Fahrzeuge „große Mengen an sensiblen Daten über ihre Fahrer und Passagiere sammeln und oft Kameras und Sensoren verwenden, um Informationen über die US-Infrastruktur aufzuzeichnen“, hieß es aus dem Weißen Haus. Auch in den USA ging zuletzt der Absatz von vollelektrischen Fahrzeugen etwas zurück.

In Europa sind die Sorgen ebenfalls groß, dass China die Märkte mit günstigen Fahrzeugen fluten könnte, auch wenn der Marktanteil chinesischer Modelle sich beispielsweise in Deutschland zuletzt noch auf sehr niedrigem einstelligen Prozentniveau bewegte. Sogar die Einführung möglicher Strafzölle gegen chinesische Fahrzeuge aufgrund unlauterer Mittel steht im Raum. „Wo immer wir Hinweise darauf finden, dass sie durch Marktverzerrungen und unlauteren Wettbewerb behindert werden, werden wir entschlossen handeln“, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Kürzlich gab es einen Zwischenstand, was diese Untersuchungen angeht: In einem Dokument teilt die Kommission mit, dass sie über ausreichende Beweise verfüge, die zeigten, dass chinesische Elektroautos unlauter subventioniert worden seien und immer noch werden. Zudem seien die Importe aus China seit der offiziellen Einleitung der Untersuchung im Oktober im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent gestiegen, mit entsprechendem Schaden für Europas Automobilindustrie.

Autobauer sorgen sich vor Handelskrieg

Weiter heißt es in dem Papier, dass die EU-Produzenten weiter Schaden erleiden könnten, der schwer zu reparieren wäre, wenn die chinesischen Einfuhren vor Abschluss der Untersuchung in diesem beschleunigten Tempo fortgesetzt würden. Um den Schaden zu begrenzen, habe die Europäische Kommission mit der zollamtlichen Erfassung von chinesischen Elektroauto-Importen begonnen, was bedeutet, dass diese Einfuhren ab diesem Zeitpunkt sogar rückwirkend von Strafzöllen betroffen sein könnten, sollte die Untersuchung der EU später zu dem endgültigen Schluss kommen, dass unfaire Subventionen im Spiel waren. Die Untersuchung soll bis November abgeschlossen werden.

Viele europäische Automobilhersteller beäugen diese Vorgänge wiederum ihrerseits sehr kritisch. Viele setzen auf dem bedeutenden Markt in China ebenfalls viele Fahrzeuge ab und befürchten, dass China auf Strafzölle mit entsprechenden Gegenmaßnahmen innerhalb eines Handelskrieges reagieren könnte. Auch dies hätte das Potential, den hiesigen Automobilbauern erheblichen Schaden zuzufügen.

Quelle: Reuters – China’s ability to flood EV market concerning to US, energy secretary says

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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