US-Post elektrifiziert ihre Flotte

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Hannes Dollinger
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Der United States Postal Service (USPS) hat angekündigt, die eigene Flotte langfristig auf Elektrofahrzeuge umzustellen. Dabei setzt man in einem ersten Schritt auf den Ford E-Transit. Der US-Postdienst hat einen Vertrag mit Ford abgeschlossen, um bis Ende 2024 mehr als 9200 E-Transit Elektrofahrzeuge zu erwerben. Gleichzeitig plant die USPS den Kauf und Aufbau von mehr als 14.000 Ladestationen, um den Einsatz der Elektrofahrzeuge zu unterstützen. Die Investitionen in die Flotte sollen insgesamt rund 9,6 Milliarden US-Dollar betragen. Damit beginnt die US-Post einen großen Transformationsprozess. Immerhin betreibt man bis zu 150.000 Fahrzeuge landesweit. Ab 2026 will USPS nur noch elektrische Fahrzeuge neu anschaffen.

Die Erneuerung der Flotte sei dringend nötig, da die derzeitigen Fahrzeuge teilweise schon sehr alt und damit wartungsanfällig sind, heißt es. Es gab sogar bereits öffentlichen Druck auf die USPS, die Flotte auf moderne Elektrofahrzeuge umzustellen. Selbst eine Klage wurde von Umweltorganisationen zusammen mit 16 Bundesstaaten eingereicht. Die Umstellung auf Elektrofahrzeuge ist also ein wichtiger Schritt für USPS, die damit ihre teils überalterten Transportfahrzeuge endlich in den Ruhestand schickt und gleichzeitig ihrer Verantwortung gegenüber der Bevölkerung und der Umwelt gerecht wird. Die E-Transit-Fahrzeuge sollen dabei helfen, den CO2-Ausstoß der Flotte erheblich zu reduzieren. Außerdem sind die Elektrofahrzeuge leiser und benötigen weniger Wartung als ihre benzinbetriebenen Pendants. Dies soll zu großen Kosteneinsparungen im Flottenbetrieb führen.

Mehr als 260 Millionen US-Dollar für Ladeinfrastruktur

Neben dem Kauf von Elektrofahrzeugen plant die USPS den Kauf von mehr als 14.000 Ladestationen, um den Einsatz der Elektrofahrzeuge zu unterstützen. Diese Ladestationen werden an über 75 Standorten aufgebaut werden. Verträge in Höhe von insgesamt 260 Millionen US-Dollar für die Ladestationen gingen an Blink Charging Co., Siemens Industry Inc. und Rexel USA Energy Solutions, so die Postbehörde. Die Ladestationen werden ab dem dritten Quartal diesen Jahres an mehreren Posteinrichtungen installiert, einschließlich Sortier- und Zustellzentren.

Die Entscheidung der USPS für den E-Transit von Ford wurde nach einem wettbewerbsintensiven Suchprozess getroffen, bei dem Ford als Sieger hervorging. Die Elektrofahrzeuge von Ford werden in Kansas City, Missouri produziert. In einer separaten Pressemitteilung sagte Ford CEO Jim Farley: „Ford ist stolz darauf, die United States Postal Service bei der Lieferung einer nachhaltigeren Zukunft für Amerika zu unterstützen, indem wir ihre Flotte bis Ende 2024 mit über 9200 E-Transit Vans elektrifizieren. Zusammen mit dem USPS verpflichten wir uns zu sauberer Luft und einer besseren Welt.“ Weniger stolz wurde von der Post übrigens auch verkündet, dass aufgrund der hohen Zahl an alten Fahrzeugen, die derzeit für die tägliche Postzustellung verwendet werden, eine gleichgroße Anzahl von benzinbetriebenen Lieferwagen von Stellantis (Ram) zur Flotte neu hinzugefügt werden sollen.

Insgesamt stellt der Kauf von E-Transits für die USPS Flotte einen wichtigen Schritt in der Elektromobilität für die USA dar. Wenn auch nur einen ersten. Neben einer großen landesweiten Flotte von Elektroautos, die buchstäblich jeden Einwohner des Landes erreichen, ist vor allem der Ausbau der Ladeinfrastruktur ein gutes Zeichen. Die USPS setzt damit nach einigem öffentlichen Druck ein starkes Signal. Auch für andere Unternehmen, sich ebenfalls in Richtung Elektromobilität zu bewegen.

Quelle: CleanTechnica – USPS Orders 9,250 Ford E-Transit Vans & 14,000 EV Charging Stations

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Hannes Dollinger

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Hannes Dollinger schreibt seit Februar 2023 für Elektroauto-News.net. Profitiert hierbei von seinen eigenen Erfahrungen aus der Welt der Elektromobilität.

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Marc:

Ja, das machen sie alle. Und der elektrische Transit ist ein überzeugendes Angebot. Überhaupt ist interessant, dass in diesem Markt die etablierten Hersteller langsam an Marktmacht gewinnen. Einzig Rivian hat sich von den neuen Elektrofirmen schon durchgesetzt, die anderen Startups müssen jetzt zeigen, dass sie zuverlässig und kostengünstig produzieren können.

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