Unternehmen fordern: Verbrenner-Aus für Firmenfahrzeuge schon 2030

Unternehmen fordern: Verbrenner-Aus für Firmenfahrzeuge schon 2030
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Daniel Krenzer
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Während die einen über das von der EU anvisierte Verbrenner-Aus ab 2035 wehklagen, kann es anderen nicht schnell genug gehen: 30 mitunter große Unternehmen und Organisationen fordern die Europäische Kommission in einem offenen Brief dazu auf, dass schon ab 2030 neue Firmenwagen und Lieferfahrzeuge ausschließlich emissionsfrei sein sollten. Neue schwere Nutzfahrzeuge sollten zudem ab 2035 und nicht erst ab 2040 ausschließlich emissionsfrei angetrieben werden.

Bis spätestens zum Oktober dieses Jahres soll eine entsprechende Verordnung auf den Weg gebracht werden, fordern die Unterzeichner. Außerdem soll es einzelnen Mitgliedsstaaten erlaubt sein, im eigenen Land noch strengere Vorschriften durchzusetzen. „Der Verkehr ist in der EU die größte Quelle für Treibhausgasemissionen, daher muss die Beschleunigung der Elektrifizierung des Straßenverkehrs eine der größten Prioritäten Europas sein“, führen die Unternehmen in ihrem Schreiben aus, das an Kommissions-Präsidentin Ursula von der Leyen, Exekutiv-Vizepräsidenten „Green Deal“ Frans Timmermans sowie die Zuständige in der Kommission für Verkehr, Adina Valean, gerichtet ist. Die Elektrifizierung der Fahrzeugflotten stelle eine große Chance dar. „Sechs von zehn der in Europa verkauften Autos sind Firmenwagen, und diese Fahrzeuge fahren doppelt so viel wie Privatfahrzeuge“, geben die Verfasser zu bedenken.

Zudem seien die enormen Auswirkungen auf den restlichen Automarkt zu bedenken. Die Entscheidungen, welche Fahrzeuge in die Flotten aufgenommen werden, hätten schließlich auch darauf erheblichen Einfluss, da diese Fahrzeuge wenige Jahre später auf dem privaten Gebrauchtwagenmarkt landen würden. Unternehmen seien in der komfortablen Position, als Vorreiter bei der Elektrifizierung auftreten zu können, da sie Kaufentscheidungen tendenziell auf der Grundlage der Gesamtbetriebskosten träfen, bei denen Elektrofahrzeuge gegenüber Verbrennern sowieso im Vorteil seien.

„Als führende Unternehmen wollen wir unseren Teil dazu beitragen, Europa zu einem grüneren und energieunabhängigen Kontinent zu machen. Wir glauben zudem, dass eine intelligente Regulierung der Elektrifizierung von Flotten uns dabei helfen wird, den Umstieg auf Elektrofahrzeuge weiter zu beschleunigen. Das wird Angebot und Nachfrage ankurbeln und gleichzeitig ein starkes Signal an politische Entscheidungsträger, Automobilhersteller und andere Branchenakteure senden, dass die Zukunft elektrisch ist.“ – Auszug aus dem offenen Brief von 30 Unternehmen an die EU-Kommission

Eine schnellere Elektrifizierung der Fuhrparks als bislang geplant brächte drei große Vorteile mit sich, führen die Verfasser aus: „eine rasche Senkung der Emissionen im Straßenverkehr, die Abkehr der EU von russischen Ölimporten und und nicht zuletzt die Schaffung eines florierenden Gebrauchtmarktes für erschwingliche E-Fahrzeuge.“ Zwingend erforderlich seien in diesem Zusammenhang aber massive Investitionen in die Ladeinfrastruktur.

Folgende Unternehmen haben den offenen Lobby-Brief unterzeichnet:

  • Ampeco GmbH, Spezialist für Ladeinfrastruktur aus Dinslaken
  • An Post, staatliches Postunternehmen in Irland
  • AstraZeneca, schwedischer Pharmakonzern
  • Avere (The European Association for Electromobility)
  • Avitron Polska, Spezialist für Ladeinfrastruktur aus Danzig
  • Besix, belgisches Bauunternehmen
  • CEE GTI, Central & Eastern Europe Green Transport Initiative aus Warschau
  • ChargePoint, kalifornischer Ladenetzbetreiber
  • ClimateGroup EV100, globale Umweltschutz-Initiative
  • CocaCola European Partners, britische Tochter des US-amerikanischen Getränkeherstellers
  • Ekoenergetyka, Spezialist für Ladeinfrastruktur aus Zielona Góra (Polen)
  • Eneco, niederländischer Energieversorger
  • Eurelectric, Branchenverband der europäischen Elektrizitätswirtschaft
  • EvBox, E-Fahrzeug-Zulieferer aus Amsterdam
  • Fastned, niederländischer Ladeinfrastrukturbetreiber
  • Gegenbauer, Facility-Dienstleister aus Berlin
  • Grundfos, Pumpenhersteller aus Bjerringbro (Dänemark)
  • Ikea Ingka Group, niederländische Holding-Gesellschaft für Ikea-Filialen
  • LeasePlan, niederländisches Autoleasing- und Fuhrparkmanagement-Unternehmen
  • Luminus, belgischer Stromproduzent
  • Pire, Polnische Kammer für die Entwicklung der Elektromobilität, NGO
  • PSPA, Polnischer Verband für alternative Kraftstoffe, NGO
  • SAP Labs France, Ladeinfrastrukturanbieter aus Frankreich
  • Skift, Newsportal für die Reiseindustrie aus New York
  • Stroohm, Spezialist für Ladeinfrastruktur aus Belgien
  • Tesco, britische Supermarktkette
  • Uber, US-amerikanisches Mobilitätsdienstleistungsunternehmen
  • Umicore, belgischer Materialtechnologie- und Recyclingkonzern
  • Unilever, britischer Konzern für Verbrauchsgüter
  • Vattenfall, Hamburger Energieversorger

Quelle: Offener Brief auf www.transportenvironment.org

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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