Umweltzone London: 22 Prozent weniger Feinstaub

Umweltzone London: 22 Prozent weniger Feinstaub
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Michael Neißendorfer
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Ein besonders effizientes Mittel gegen Feinstaub hat London bereits im Jahr 2008 eingeführt und seitdem schrittweise verschärft: Eine mit City-Maut und später auch mit Strafen für „schmutzige“ Autos verbundene Umweltzone, die mit den Jahren erweitert wurde, zum einen räumlich, zum einen auf immer mehr Fahrzeug- bzw. Emissionsgruppen.

Ende 2021 hatte die Erweiterung der Umweltzone auf den gesamten Großraum London – zuvor galt sie nur für das Stadtzentrum – für massive Proteste und Demonstrationen gesorgt, viele der Kameras, die zur Überwachung der Ultra Low Emission Zone (ULEZ) installiert wurden, wurden beschädigt.

Halter von Fahrzeugen, die nicht mindestens die Euro 4-Norm für Benziner bzw. die Euro 6-Norm für Diesel einhalten, müssen seit Ende August 2023 in ganz London eine Gebühr von 12,50 Pfund pro Tag bezahlen, umgerechnet fast 15 Euro.

Zahlen zeigen nun, dass sich mit der jüngsten Verschärfung die Luftqualität in Londons Umweltzone „deutlich verbessert“ habe, wie die Stadtverwaltung mitteilt. Demnach lag die Feinstaubbelastung seit dem Stichtag Ende August 2023 um 22 Prozent niedriger als vor der Ausweitung. Londons Bürgermeister Sadiq Khan sprach in einer Pressekonferenz von saubererer Luft für alle Menschen in London, weniger „umweltschädlichen Autos“ und „effektiver Politik“ zur Bekämpfung der Luftverschmutzung der britischen Hauptstadt.

Zu dieser Politik gehört auch, dass die Bewohner Londons seit eineinhalb Jahren finanziell entschädigt werden, wenn sie ein älteres, „schmutziges“ Fahrzeug abwracken. Anfang 2023 wurde das Abwrackprogramm mit einem Budget von 110 Millionen Pfund gestartet und im darauffolgenden August ausgeweitet auf 160 Millionen Pfund, umgerechnet etwa 189 Millionen Euro. Die städtische Agentur Transport for London (TfL) spricht nach einer weiteren Aufstockung von nun „mehr als 186 Millionen Pfund, die fast 54.000 Antragsteller dabei unterstützt haben, auf sauberere, umweltfreundlichere Verkehrsmittel umzusteigen“. Im Schnitt wurden also knapp mehr als 4000 Euro pro Antragsteller ausbezahlt.

Am 7. September nun wird das Programm eingestellt. Laut Bürgermeister Khan sind bereits 96 Prozent der Londoner auf ein Fahrzeug umgestiegen, das die Schadstoffnormen erfüllt. Die restlichen vier Prozent sollten sich also beeilen, wenn sie noch von der Abwrackprämie profitieren wollen.

Quelle: Tagesspiegel – Feinstaubbelastung sinkt um 22 Prozent / Electrive – London stellt Abwrackprogramm ein

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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