„Es ist 5 vor 12, um das Image der Elektromobilität zu retten“

„Es ist 5 vor 12, um das Image der Elektromobilität zu retten“
Copyright:

Thomas Stoiber / Shutterstock / 2335184811

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Sie sind klimafreundlicher, leiser, flotter beim Ampelstart, über ihre Haltedauer meist auch preislich attraktiver als Verbrenner und stoßen während der Fahrt keine gesundheitsschädlichen Stoffe aus. Man könnte fast sagen: Sie tun keiner Fliege was zuleide. Trotzdem kämpfen Elektroautos mit einem schlechten Image, wie eine aktuelle Umfrage der Automobilwoche zeigt, die gemeinsam mit Civey durchgeführt wurde. Demnach bewerten nur elf Prozent der Befragten E-Autos als positiv, 70 Prozent als negativ oder sehr negativ. 19 Prozent sind noch unentschlossen.

Leider geht aus der Umfrage nicht hervor, warum die mehr als 5000 Befragten Elektroautos ein schlechtes Image bescheinigen. Civey-Autoexperte Parwiz Torgull stellt angesichts der Umfrageergebnisse klar: „Aus Verbrauchersicht überwiegen die Vorteile, nicht die Nachteile“. Es herrscht also großer Aufklärungs- und Informationsbedarf, um mit hartnäckig sich haltenden und meist längst überholten Vorurteilen aufzuräumen.

Zwar wirkten die schlechten Umfrageergebnisse „auf den ersten Blick entmutigend, aber ein solcher Nullpunkt ist immer auch eine Chance“, findet Torgull. Es sei allerdings „5 vor 12, um das Image der Elektromobilität zu retten“, sagt er, und appelliert an „die Autohersteller, die Bundesregierung und die Energieversorger, hier stärker zusammenzuarbeiten“.

„Positive Kommunikation allein reicht nicht aus, solange weder Hersteller noch Regierung ein klares Bekenntnis zur Elektromobilität abgeben“, so Torgull angesichts zuletzt sich häufender schlechter PR für die Elektromobilität, etwa wegen dem plötzlichen und vorzeitigen Ende der staatlichen Kaufpreisprämie Umweltbonus oder der Nachricht von Mercedes-Benz, seine Elektro-Ziele zu halbieren.

VW hingegen lässt sich von all dem nicht beirren: Der Volumenhersteller und weltweit zweitgrößter Autokonzern hat erst vor wenigen Tagen bekräftigt, voll und ganz auf Elektroautos zu setzen.

Quelle: Automobilwoche – Mieses Image bremst E-Autos aus

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

35-Stunden-Woche, Urlaub, Zulagen: Was VW jetzt neu verhandeln will

35-Stunden-Woche, Urlaub, Zulagen: Was VW jetzt neu verhandeln will

Daniel Krenzer  —  

Volkswagen hat mehrere Tarifverträge zum Jahresende gekündigt. Es geht um Arbeitszeit, Zulagen, Urlaub und weitere zentrale Arbeitsbedingungen.

Jetzt droht die Eskalation: VW will Tarifverträge kündigen

Jetzt droht die Eskalation: VW will Tarifverträge kündigen

Daniel Krenzer  —  

Volkswagen will mehrere Haustarifverträge kündigen. Die IG Metall spricht von einem „üblen Foul“ und kündigt Widerstand an.

„Überall brennt gerade die Hütte“: Autoindustrie steuert auf harte Tarifrunde zu

„Überall brennt gerade die Hütte“: Autoindustrie steuert auf harte Tarifrunde zu

Tobias Stahl  —  

Kurz vor Beginn der Tarifrunde hat IG Metall 175.000 Beschäftigte mobilisiert. IG-Metall-Chefin Benner wirft den Auto-Vorständen strategisches Versagen vor.

Autoländer warnen vor „irreversiblen Schäden“ für die Automobilindustrie

Autoländer warnen vor „irreversiblen Schäden“ für die Automobilindustrie

Daniel Krenzer  —  

Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen fordern mehr Schutz für die Automobilindustrie, günstigeren Ladestrom und flexiblere CO₂-Vorgaben.

T&E: Chinesische und US-Hersteller könnten ein Viertel des europäischen E-Lkw-Markts erobern

T&E: Chinesische und US-Hersteller könnten ein Viertel des europäischen E-Lkw-Markts erobern

Tobias Stahl  —  

Europäische Hersteller könnten bis 2030 rund ein Viertel des hiesigen Markts für schwere E-Lkw an Hersteller aus China und den USA verlieren, warnt T&E.

350.000 Zuliefererjobs in Europa bis 2030 gefährdet

350.000 Zuliefererjobs in Europa bis 2030 gefährdet

Sebastian Henßler  —  

Der VDA erwartet bis 2035 den Verlust von 125.000 weiteren Autojobs in Deutschland und verweist auf hohe Energiekosten sowie fehlende Reformen.

USA: Öffnet Trump die Tür für chinesische Hersteller?

USA: Öffnet Trump die Tür für chinesische Hersteller?

Tobias Stahl  —  

Kurz vor einem geplanten Treffen mit Chinas Staatschef Xi Jinping sorgt US-Präsident Trump mit überraschender Offenheit für Kritik aus Reihen der US-Hersteller.