Toyota erprobt synthetische Kraftstoffe im Motorsport

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Michael Neißendorfer
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Der japanische Automobilkonzern Toyota feilt gemeinsam mit weiteren Partnern an der Herstellung, dem Transport und der Nutzung alternativer Kraftstoffe für Verbrennungsmotoren, um nachhaltiger zu werden. Die noch in der Entwicklung befindlichen Technologien werden im Rahmen von Rennen und Motorsportveranstaltungen getestet.

Um den CO2-Ausstoß im Verkehrssektor zu mindern, reicht die Elektrifizierung der Fahrzeugpalette allein nicht aus, so der Hersteller in einer aktuellen Mitteilung. Toyota arbeitet deshalb mit den Zweiradherstellern Kawasaki und Yamaha sowie den Automobilmarken Mazda und Subaru an Alternativen für klassische Verbrennungsmotoren und erprobt diese im Motorsport. Hierzu gehören vor allem synthetische Kraftstoffe: Nachdem Mazda bereits einen zu 100 Prozent aus Biomasse gewonnenen Diesel im Renneinsatz getestet hat, wollen auch Toyota und Subaru im nächsten Jahr mit Fahrzeugen in der japanischen Super Taikyu Series starten, die ebenfalls CO2-neutralen, aus Biomasse gewonnenen Kraftstoff nutzen. Der gemeinsame Wettbewerb im Rennsport soll die technologische Entwicklung beschleunigen.

Daneben könnten auch Wasserstoffmotoren eine Möglichkeit sein: Toyota hat ein solches Triebwerk, das mit Wasserstoff anstelle von Benzin betrieben wird und dadurch keinerlei CO2-Emissionen ausstößt, bereits im Rahmen des 24-Stunden-Rennens von Fuji erfolgreich getestet. Für den Einsatz im Motorsport wurden und werden Leistung und Drehmoment sukzessive verbessert. Parallel dazu prüfen Kawasaki und das an der Entwicklung des Toyota Motors beteiligte Yamaha den Einsatz eines Wasserstoffmotors in Motorrädern – weitere Zweiradhersteller wie Honda und Suzuki könnten sich dieser Forschungsinitiative anschließen.

Eine wichtige Rolle spielt dabei aber, dass Herstellung und Transport des Wasserstoffs „grün“ erfolgen müssen, also ohne den Verbrauch fossiler Energien. Toyota arbeitet hier mit Partnern und lokalen Gemeinden wie Fukuoka City zusammen. Die in der gleichnamigen Präfektur gelegene Stadt produziert Wasserstoff mithilfe des bei der Abwasseraufbereitung entstehenden Biogases, was keine zusätzlichen Emissionen verursachen soll.

Da im Motorsport zudem eine schnelle Betankung entscheidend ist, hat Toyota den Pumpendruck erhöht: Dadurch lassen sich Rennwagen in nicht einmal zwei Minuten mit Wasserstoff befüllen – ein Beispiel dafür, wie sich Verbesserungen im Motorsport auch positiv auf den normalen Straßenverkehr auswirken könnten.

Quelle: Toyota – Pressemitteilung vom 15.11.2021

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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