Erste Toyota-Brennstoffzelle für die Schifffahrt

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Daniel Krenzer
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„Die emissionsfreie Mobilität schreitet auch auf See voran“, schreibt Toyota in einer aktuellen Pressemitteilung. Als „führender Anbieter von emissionsfreien maritimen Lösungen“ habe Corvus Energy jetzt ein Brennstoffzellensystem mit Toyota Technik vorgestellt. Das sogenannte Corvus Pelican Fuel Cell System (FCS) nutze vier Toyota-Brennstoffzellenmodule. Im Zuge der zweijährigen Entwicklungsphase hätten die Ingenieure insbesondere an einem für die Schifffahrt geeigneten drucksicheren Gehäuse gearbeitet, um das auf See erforderliche Sicherheitsniveau zu erreichen. Das modulare System sei „inhärent gassicher“ – der umgebende Maschinenraum sei also unter allen Bedingungen gasdicht. Dies minimiere den Bedarf an zusätzlichen Sicherheitsunterstützungs- und Belüftungssystemen und ermögliche eine effiziente Integration des Brennstoffzellensystems in den Schiffsrumpf.

Das FCS resultiert aus dem H2NOR-Forschungsprojekt, das Corvus Energy und Toyota gemeinsam mit weiteren Partnern initiiert haben. Das Ziel sei die beschleunigte Entwicklung und Produktion von nachhaltigen und skalierbaren maritimen Wasserstoff-Brennstoffzellensystemen gewesen, um so zu sicheren, sauberen und effizienten Schiffen beizutragen.

Toyota sammelt Erkenntnisse in neuem Bereich

„Toyota hat sich zu einer Multitechnologie-Strategie verpflichtet, die auf CO2-Neutralität im Straßenverkehr, aber auch im Schiffsverkehr abzielt“, erklärt Thiebault Paquet, Leiter des Brennstoffzellengeschäfts bei Toyota Motor Europe. „Der Erfolg hängt von einem ganzheitlichen Ansatz ab, der Wasserstoffangebot und -nachfrage in wirtschaftlich tragfähigen Ökosystemen zusammenführt. Die Schifffahrt und die Häfen stehen im Mittelpunkt eines solchen Ökosystems.“

Die Partnerschaft mit Corvus Energy ermögliche es Toyota, die aus Brennstoffzellenfahrzeugen wie dem Mirai bekannte Technologie weiter auszubauen. Das Unternehmen sammelte dabei insbesondere Erkenntnisse über die Anforderungen in der Schifffahrt – inklusive der dort notwendigen Infrastruktur.

„Unsere Aufgabe ist es, eine saubere Zukunft zu schaffen. Im Laufe der Jahre haben wir Pionierarbeit bei vielen verschiedenen Schiffstypen geleistet. Mit Batterien können wir jedoch nicht den ganzen Weg zurücklegen. Wenn man emissionsfrei segeln will, muss man saubere Energie in einem anderen Format bereitstellen“, ergänzt Geir Bjørkeli, CEO von Corvus Energy. „Wir sind der festen Überzeugung, dass Wasserstoff die natürliche und energieeffizienteste Wahl für kürzere und mittlere Entfernungen ist. Das Sicherheitsniveau, die Flexibilität und die modulare Bauweise werden die Schifffahrt in Zukunft revolutionieren. Wir danken Toyota und den anderen Partnern, ohne dieses starke Konsortium hätten wir ein so fortschrittliches Produkt niemals so schnell auf den Markt bringen können.“

Quelle: Toyota – Pressemitteilung vom 18.07.2023

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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