THG-Quote für Ökostrom soll leichter zu bekommen sein

THG-Quote für Ökostrom soll leichter zu bekommen sein
Copyright:

shutterstock / 1694615014

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Künftig soll direkt für öffentliche Ladesäulen erzeugter Strom aus erneuerbaren Energien leichter auf die Treibhausgasquote (THG-Quote) des Anbieters anrechenbar sein. Das geht aus einem Referentenentwurf des Bundeswirtschaftsministeriums hervor. Die entscheidende Neuerung: Die mit der Ladeinfrastruktur gekoppelten Wind- oder Photovoltaik-Anlagen sollen künftig auch mit dem Stromnetz verbunden sein dürfen.

Die bisherige Regelung hat sich in der Praxis als massives Hindernis erwiesen. Denn vorgeschrieben ist bislang, dass die Erzeugungsanlagen netzautark sein müssen, also als Insellösung aufgebaut sein müssen. So soll eine doppelte Förderung über THQ-Quote und EEG verhindert werden. Weder die Stromerzeugungsanlage noch die Ladeeinrichtung darf somit mit dem Stromnetz verbunden sein. Eine Vorgabe, die wohl niemand erfüllt.

Dem Entwurf zufolge soll der Stromfluss künftig in 15-Minuten-Intervallen gemessen werden, um die Erzeugung von Ladestrom genau abgrenzen zu können. Somit sollen bilanzielle Anrechnungen von Strommengen, die lokal anderweitig verbraucht oder ins Netz eingespeist wurden, vermieden werden. Mit der geplanten Änderung sollen Hürden abgebaut werden, um „Strom, der nachweislich direkt aus Wind- und PV-Anlagen für öffentliche Ladepunkte bezogen und in Elektrofahrzeugen genutzt wird“, auf die THG-Quote angerechnet werden kann, heißt es im Entwurf.

Die THG-Quote für Ladestrom beträgt je nach Anbieter bis zu 14 Cent je Kilowattstunde bzw. 140 Euro je MWh. Betreiber öffentlicher Ladesäulen verdienten 2022 gut damit: Knapp mehr als 100 Millionen Euro sollen sie damit zusätzlich eingenommen haben. Mit der neuen Gesetzgebung wäre es einfacher, die THG Prämie bei öffentlichen Ladepunkten mit Strom von Wind oder Sonne zu verdoppeln. Damit wird aus Sicht des Ministeriums ein „Anreiz zur zusätzlichen, erneuerbaren Stromproduktion für die Elektromobilität geschaffen“.

Quelle: Energate – Bundesregierung will Rahmen für Erneuerbaren-Ladestrom verbessern / Elektrovorteil – Neuerungen im Quotenhandel: Ökostrom-Boost für öffentliche Ladepunkte vereinfacht

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektroauto laden

Kilowatt Collective: E-Fahrer fordern faire Ladepreise

Kilowatt Collective: E-Fahrer fordern faire Ladepreise

Sebastian Henßler  —  

Warum zahlen E-Auto-Fahrer:innen an derselben Säule völlig unterschiedliche Preise? Sören Ziems, Co-Founder elvah, kennt die Antwort aus eigener Erfahrung.

Power2Drive 2026: Warum Ladeinfrastruktur mehr können muss als hohe Ladeleistungen

Power2Drive 2026: Warum Ladeinfrastruktur mehr können muss als hohe Ladeleistungen

Daniel Krenzer  —  

Die Power2Drive 2026 zeigt neue Trends bei Ladeinfrastruktur: Megawattladen, asymmetrisches Laden, Batteriespeicher und urbane Ladelösungen prägen die Messe.

Wie bei der Zahnbürste: Wie steht es um induktives Laden bei E-Autos?

Wie bei der Zahnbürste: Wie steht es um induktives Laden bei E-Autos?

Stefan Grundhoff  —  

Vor zehn Jahren war das induktive Laden bei vielen Herstellern ein großes Thema. Doch es ist ruhig geworden um das Nachladen ohne Stecker.

Shell Triple 10 Challenge: E-Auto in 9:54 Minuten geladen

Shell Triple 10 Challenge: E-Auto in 9:54 Minuten geladen

Sebastian Henßler  —  

Shell hat ein Konzeptfahrzeug vorgestellt, das in unter zehn Minuten lädt, zehn kWh pro 100 km verbraucht und nur zehn Tonnen CO2-Äquivalente erzeugt.

Pierburg zeigt Ladebordstein für Flotten und Kommunen

Pierburg zeigt Ladebordstein für Flotten und Kommunen

Sebastian Henßler  —  

Rheinmetalls Tochterunternehmen Pierburg erweitert sein Portfolio um eine robuste Gusseisen- und eine überfahrbare 22-kW-Ladebordstein-Variante für Flotten.

VW-Konzern startet Vehicle-to-Grid in Deutschland

VW-Konzern startet Vehicle-to-Grid in Deutschland

Sebastian Henßler  —  

Elli bringt Vehicle-to-Grid zur Marktreife. Wallbox, Tarif und App sollen das bidirektionale Laden in Deutschland für Privatkunden alltagstauglich machen.

Zu viel Gegenverkehr: Deutschlands Mobilitätswende stockt

Zu viel Gegenverkehr: Deutschlands Mobilitätswende stockt

Sebastian Henßler  —  

Wo steht Deutschland bei Energie- und Verkehrswende wirklich? Beim Wirelane-Jubiläum in München lieferte ein hochkarätiges Panel klare unbequeme Antworten.