Thailand will Lithium für Elektroautos produzieren

Thailand will Lithium für Elektroautos produzieren
Copyright:

Pan Asia

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Thailand plant, in gut zwei Jahren mit der Produktion von Lithium aus einer Mine im Südwesten des Landes zu beginnen. Damit forciert Thailand seine Ambitionen, ein relevanter Standort für die Elektroautoindustrie zu werden, so Vertreter aus Politik und Industrie, die an dem Projekt beteiligt sind, laut der Nachrichtenagentur Reuters.

Der Vorsitzende und Geschäftsführer von Pan Asia, Paul Lock, sagte Reuters zufolge, dass sein Unternehmen „optimistisch“ sei, Anfang 2026 in Reung Kiet, gut 70 Kilometer nordöstlich von Phuket, mit der Produktion von Lithium starten zu können. Um den Rohstoff abbauen zu können, müsse auf mehreren Quadratkilometern Fläche bis zu 150 Meter tief ins Erdreich gegraben werden, wie aus offiziellen Plänen von Pan Asia zu entnehmen ist.

Das thailändische Department of Primary Industries and Mines (DPIM) prognostiziert, dass der Standort etwa 164.500 Tonnen Lithiumcarbonat produzieren könnte – genug für mindestens 1 Million Elektroauto-Batterien mit einer Kapazität von 50 Kilowattstunden, so die DPIM-Generaldirektorin Aditad Vasinonta. Auch sie geht davon aus, dass der Abbau des Batterierohstoffs in gut zwei Jahren beginnen kann.

Einige chinesische Auto- und Batteriehersteller haben sich als Abnehmer bereits in Position gebracht, und Investitionen in Thailand in Höhe von umgerechnet mehr als 1,3 Milliarden Euro angekündigt, um vor Ort Autos und Batteriezellen zu produzieren, darunter BYD und Great Wall Motors.

Pan Asia hat bereits weitere mögliche Standorte im Visier, die noch weitaus mehr Lithium hervorbringen könnten. Unweit von Reung Kiet befinde sich ein weiteres attraktives Gebiet, Bang I Tum, das dem Unternehmen zufolge 10 bis 70 Prozent mehr Lithium hervorbringen könnte als Reung Kiet: „Das Wachstumspotenzial durch weitere Erkundungen ist erheblich. Dies positioniert Thailand als aufstrebenden Akteur auf dem Lithiummarkt und stimmt gut mit seinen Ambitionen überein, ein regionales Drehkreuz für Elektroautos zu werden„, sagte Lock.

Thailand auf dem Weg zum Elektroauto-Produzenten

Die gesamten Lithium-Ressourcen in Thailand und die Menge, die dort abgebaut werden könnte, sind noch unklar. Aktuell gehören Australien, Argentinien, Chile und China zu den weltweit führenden Lithiumlieferanten. In Thailand jedenfalls herrscht eine Art Goldgräberstimmung, neben Pan Asia haben sich bereits einige weitere Unternehmen auf die Suche nach Lithium-Vorkommen gemacht.

Der Start der Lithiumproduktion fällt mit Thailands Vorstoß zu einer höheren Produktion von Elektroautos zusammen. Das Land ist Südostasiens größter Autohersteller und -exporteur und will bis 2030 gut ein Drittel seiner jährlichen Fahrzeugproduktion mit Elektroautos bestreiten.

Quelle: Reuters – Thailand aims for lithium output in two years, boosting EV ambitions / Pan Asia Metals – ASX Announcement

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

Obrist pleite: Aus für HyperHybrid und Methanol-Pläne

Obrist pleite: Aus für HyperHybrid und Methanol-Pläne

Sebastian Henßler  —  

Ein Tesla mit Methanol-Motor und 1000 Kilometern Reichweite war das Aushängeschild. Nun sind Obrist Powertrain und Obrist Technologies im Konkurs.

Afrikanische Union will stärker auf E-Autos setzen

Afrikanische Union will stärker auf E-Autos setzen

Michael Neißendorfer  —  

Die Afrikanische Union hat große Pläne für den Ausbau der Elektromobilität – als Chance für nachhaltige Wirtschaftsentwicklung. Auch für Europa.

Upgrade statt Neukauf: So soll das E-Auto 50 Jahre fahren

Upgrade statt Neukauf: So soll das E-Auto 50 Jahre fahren

Sebastian Henßler  —  

Prof. Dr. Günther Schuh denkt das E-Auto neu: Das Chassis hält 50 Jahre, während Design, Technik und Batterie in festen Abständen erneuert werden.

Europas Automobilregionen fordern klaren Fokus auf E-Autos

Europas Automobilregionen fordern klaren Fokus auf E-Autos

Michael Neißendorfer  —  

Die Automobilregionen der EU fordern gezieltere Investitionen zur Unterstützung des Übergangs zu Elektroautos und eine klare Richtung.

LFP-Akkus: China hält mehr als die Hälfte der Patente

LFP-Akkus: China hält mehr als die Hälfte der Patente

Sebastian Henßler  —  

Mehr als die Hälfte aller LFP-Patente stammt aus China. Europa kommt 2024 auf knapp sieben Prozent, obwohl die Grundlagen in den USA und Kanada entstanden.

Neue OECD-Studie: Autojobs verlagern sich nach Mittel- und Osteuropa

Neue OECD-Studie: Autojobs verlagern sich nach Mittel- und Osteuropa

Arun Niemann  —  

Eine neue OECD-Studie zeigt, wie Elektrifizierung, Digitalisierung und die Konkurrenz aus China Europas Autojobs verändern.

Wo Europas Autoindustrie 3 Milliarden Euro liegen lässt

Wo Europas Autoindustrie 3 Milliarden Euro liegen lässt

Michael Neißendorfer  —  

Die Krise von Europas Automobilindustrie ist nicht nur eine Folge schwacher Nachfrage, chinesischer Konkurrenz oder des Übergangs zur Elektromobilität.