Tesla setzt auf neue Verkabelungsarchitektur, welche kostengünstiger und effizienter sein soll

Tesla setzt auf neue Verkabelungsarchitektur, welche kostengünstiger und effizienter sein soll
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Sebastian Henßler
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Electrek wurden Details aus einer neuen Patent-Anmeldung von Tesla zugespielt, welche eine neue Verdrahtungsarchitektur aufzeigt. Durch diese kann Tesla mehr Automatisierung durch Roboter im Fertigungsprozess umsetzen und weniger Materialien für die kommenden Autos wie das Model Y und den Tesla Pickup Truck verwenden. Bereits beim Model 3 war Elon Musk, CEO Tesla, bewusst, dass solche Aufgaben automatisiert werden müssen, um Kosten, Material und Zeit zu sparen.

Um die Automatisierung der Verlegung und dem Anschließen von Kabeln zu erleichtern, hat Tesla die Länge der Kabelbäume in seinen Fahrzeugen reduziert. Musk sagte, dass das Model S etwa drei Kilometer Kabelbäume besitzt, beim Tesla Model 3 konnte dies bereits auf 1,5 Kilometer Länge reduziert werden. Aus seiner Sicht sei dies aber erst der Anfang. Derzeit arbeite man an einer völlig neuen Verkabelungsarchitektur für zukünftige Fahrzeugplattformen, die ab dem Model Y auf nur 100 Meter heruntergefahren werden soll.

In einer neuen Patentanmeldung, die kürzlich veröffentlicht wurde, enthüllte Tesla die ersten Details dieser neuen Verdrahtungsarchitektur:

„In dieser neuen Verkabelungsarchitektur werden Subsysteme in einer oder mehreren Baugruppen in bestimmten Ausführungsformen verpackt und definiert. So kann beispielsweise eine Türanordnung eine Steuerung (oder einen Hub) enthalten, die mehrere Vorrichtungen steuert, wie beispielsweise Verriegelungskomponenten, Beleuchtungskomponenten, Audiokomponenten usw. Neben der Reduzierung der Anzahl und Länge der benötigten Verkabelung verringert die Möglichkeit, diese Unterbaugruppen zu erstellen und sie dann mit dem Backbone der Verkabelungsarchitektur zu verbinden, die Montagezeit während der Hauptmontage, was sehr wünschenswert ist, um die Produktivität in einem Fahrzeugherstellungsprozess zu steigern. Die Unterbaugruppe kann vor der Hauptbaugruppe erstellt werden, wobei nur die Verbindung zwischen der Türunterbaugruppe und dem Subsystem hergestellt und während der Hauptmontage überprüft wird.“

Nachfolgend findest du einige Zeichnungen, die Tesla in der Patentanmeldung veröffentlicht hat:

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass die Patentanmeldung von Tesla starrere Kabelbaumsysteme beschreibt, die von Robotern leichter montiert werden können, was derzeit einer der Hauptgründe dafür ist, dass die Hauptmontage der arbeitsintensivere Teil der gesamten Automobilproduktion ist. In der Patent-Anmeldung geht Tesla auf aktuelle Herausforderungen bei der traditionellen Fahrzeugverkabelung ein:

„Die traditionelle Fahrzeugverkabelung für Fahrzeuge ist eine stückweise Lösung. Typischerweise gibt es verschiedene Kabelbäume, die jede einzelne elektrische Komponente mit einer Zentralbatterie oder einer Stromquelle verbinden. Jede Komponente erhält Strom, benötigt aber mehrere Kabelbäume für Kommunikation und Signale. Die Gesamtlänge des Drahtes kann innerhalb eines einzigen Fahrzeugs mehrere Meilen betragen. Diese Kabelbäume bestehen typischerweise aus mehreren Rundleitern, die nicht starr sind. Rundleiter sind nicht optimal für die Stromübertragung und die fehlende Steifigkeit herkömmlicher Kabelbäume erfordert die Montage im Fahrzeug mit menschlichen Händen, was ein langsamer Prozess sein kann. Außerdem ist die Verbindung jeder Komponente mit der Zentralbatterie nicht auf Automobilebene optimiert.“

Quelle: electrek.co – Tesla reveals revolutionary new wiring architecture to help robots build upcoming cars like Model Y

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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