Tesla fährt Produktion in Shanghai um fast ein Viertel zurück

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Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
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Der US-amerikanische Elektroautobauer Tesla hat die Produktion in seiner größten Fabrik in China gedrosselt, weil offenbar derzeit die Nachfrage nach den Fahrzeugen nicht hoch genug ist. Das berichtete zunächst Bloomberg und in der Folge mehrere Fachportale wie CnEVpost und InsideEVs. Demnach wurde die wöchentliche Produktion von 6,5 auf 5 Tage heruntergefahren bei der selben Anzahl an Produktionsstunden pro Tag. Das entspricht einer Produktionsreduktion um etwa 23 Prozent.

Der Ursprungsbericht von Bloomberg beruht dabei auf einen inoffiziellen Insiderbericht, eine offizielle Bestätigung seitens Tesla gebe es bislang nicht. Anfang Februar hieß es noch, dass Tesla die Produktion dort höherskalieren wolle, doch offenbar hat sich in den vergangenen Wochen die Ausgangslage dementsprechend verändert, dass nun doch weniger Autos vom Band rollen sollen. Produziert werden in Shanghai sowohl das Tesla Model 3 als auch das Tesla Model Y.

Neben dem derzeit eher schwachen Absatz sind offenbar auch Lieferschwierigkeiten an dieser Entscheidung beteiligt. Tesla habe seine Zulieferer darüber informiert, dass in den kommenden Wochen die Produktion zurückgefahren werde. Aufgrund des Qingming-Fest (Totengedenken) in China gehe man zudem davon aus, dass der April insgesamt sowieso eher absatzschwach sein werde.

40 Prozent aller Teslas aus Shanghai

Im vergangenen Jahr produzierte Tesla in Shanghai fast eine Million Elektroautos von 1,84 Millionen insgesamt weltweit – mehr als 51 Prozent aller Tesla-Fahrzeuge kamen also 2023 aus der riesigen Fabrik in China. Wie InsideEVs berichtet, ist im Februar der Absatz von Tesla-Fahrzeugen in China im Vorjahresvergleich beinahe um ein Fünftel zurückgegangen, lediglich etwas mehr als 60.000 Fahrzeuge konnten auf dem schwächelnden Markt abgesetzt werden. Auch der große Mitbewerber BYD verkaufte im Februar weniger Fahrzeuge als noch ein Jahr zuvor.

Während BYD allerdings zuletzt die Preise für seine Elektroautos etwas absenkte, hat Tesla in China offenbar das Gegenteil vor: Wie in den USA und auf anderen internationalen Märkten will der Autobauer ab 1. April die Preise seiner Modelle um etwa 700 US-Dollar erhöhen. „Gleichzeitig laufen der Versicherungszuschuss und der Preisnachlass für die Lackfarbe aus“, führt InsideEVs aus. In Summe werden die Fahrzeuge somit voraussichtlich umgerechnet fast 3000 Euro in der Spitze teurer, wenn all diese drei Posten berücksichtigt werden.

Quelle: InsideEVs – „Tesla Slows Down Production At Its Largest EV Factory In China: Report“; Bloomberg – „Tesla Trims Car Output in China as EV Sales Growth Slows“

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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