Schon 270 Ladestationen: Supermarkt-Kette will bis 2030 emissionsfrei liefern

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Albert Heijn

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 4 min

Der niederländische Supermarkt-Betreiber Albert Heijn hat seine neue Ladestation in seinem Vertriebszentrum in Pijnacker eröffnet. Das Unternehmen verfügt laut Pressemitteilung inzwischen über insgesamt 270 Ladestationen für 74 Lkw und 250 Lieferwagen in den Niederlanden und habe damit die größte Elektrofahrzeugflotte des Landes.

Albert Heijn sei im vergangenen Jahr bereits 2,5 Millionen Kilometer elektrisch gefahren und werde diese Zahl bis 2024 verdoppeln. Damit sei das Unternehmen auf dem besten Weg, bis 2030 alle Kunden und Geschäfte in den Niederlanden und Belgien emissionsfrei zu beliefern, heißt es in der Pressemitteilung. Darüber hinaus sei der Supermarkt-Betreiber der erste europäische Einzelhändler, der nachhaltig erzeugte Energie für strategische Partner zur Verfügung stellt. Dies sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Erreichung des Ziels, die CO2-Emissionen im Scope 3 um 45 Prozent zu reduzieren. Scope 3 beschreibt die indirekten Emissionen innerhalb der Wertschöpfungskette.

„Gemeinsam bessere Lebensmittel zugänglich machen. Für jeden“, lautet das Leitbild von Albert Heijn. „Dies ist unser Kompass, mit dem wir einen sinnvollen Beitrag zu einer gesunden, sozialen und nachhaltigeren Gesellschaft leisten wollen“, sagt Rob Heesen, Director of Business Development & Partnerships bei Albert Heijn. „Deshalb arbeiten wir intensiv mit Partnern zusammen, um die CO2-Emissionen deutlich zu reduzieren und die Herausforderungen der Energiewende zu lösen. Mit dem Klimaziel von Netto-Null bis 2050 in der gesamten Kette, vom Land bis zum Kunden, haben wir diese Reise bereits 2017 mit unserem ersten Elektro-Lkw begonnen.“

Bald mehr als 250 E-Lieferfahrzeuge

Mit der Investition in die renovierte Ladestation in Pijnacker sei nun ein Drittel der gesamten Lieferung des Distributionszentrums elektrisch. Insgesamt verfüge Albert Heijn nun über zehn Ladestationen für Lkw und Lieferwagen in den Niederlanden. „Dieses Wachstum ist notwendig, um alle Geschäfte und Kunden bis 2030 nachhaltig zu beliefern“, führt das Unternehmen aus. Mit 74 Elektro-Lkw jetzt, 100 im Jahr 2024 und 180 im Jahr 2025 und mehr als 250 elektrischen Lieferwagen habe Albert Heijn die größte Elektroflotte aller Händler in den Niederlanden. Damit beliefere der Supermarkt derzeit über 200 Geschäfte und Tausende von Kunden pro Woche rein elektrisch, Tendenz steigend.

Nach den vier großen Städten werde Albert Heijn nun auch Gouda, Leiden und Delft sowie alle 32 Geschäfte in der Umweltzone von Rotterdam elektrisch beliefern. Dies geschieht vom neuen Vertriebszentrum in Pijnacker aus. Auch die Hauszustellung in diesen Regionen werde elektrisch erfolgen. „In der zweiten Hälfte des Jahres 2024 werden zehn weitere Städte hinzukommen, nämlich Amersfoort, Assen, Nijmegen, Maastricht, Zwolle, Deventer, Tilburg, Dordrecht, Apeldoorn und Eindhoven. Damit sind wir der Null-Emissions-Gesetzgebung einen Schritt voraus“, schreibt Albert Heijn stolz.

Inzwischen 50.000 Solarpaneele verbaut

Seit 2010 hat Albert Heijn seine eigenen Läden der Pressemitteilung zufolge in gasfreie Geschäfte umgewandelt: 95 Prozent der Läden seien jetzt gasfrei. Seit 2021 will Albert Heijn nur noch niederländische Windenergie verwenden. Zusätzlich zu all diesen Initiativen stellten alle Partner von Albert Heijn ab dem 1. Dezember 2023 auf grüne Energie um. „Dies ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu dem Ziel, die CO2e-Emissionen im Vergleich zu 2018 um 45 Prozent zu senken und bis 2050 netto keine Emissionen mehr zu verursachen“, führt das Unternehmen aus.

Albert Heijn investiere auch in seine eigene Energieerzeugung. Dazu gehören die mittlerweile 50.000 Solarpaneele auf den Dächern von Vertriebszentren, Home Shop Centern und Geschäften. Um eine vollständig CO2-freie Energiekette zu erreichen, sei der Bezug von Energie aus neuen nachhaltigen Quellen erforderlich. Um dies zu erreichen, arbeitet Albert Heijn an Initiativen zur Verringerung der Emissionen im eigenen Betrieb und bei den Lieferanten. Aus diesem Grund beziehe Albert Heijn einen großen Teil seines zukünftigen nachhaltigen Energiebedarfs aus einem ökologischen Windpark an der Nordsee, genannt Ecowende.

Die Partnerschaft mit Eneco zu diesem Zweck wurde bereits angekündigt. Diese Partnerschaft zwischen Eneco und Albert Heijn soll nun ausgeweitet werden, so dass Albert Heijn das erste europäische Einzelhandelsunternehmen sein werde, das seinen Partnern, den Frischelieferanten, den Zugang zu dieser nachhaltig erzeugten Energie aus dem Windpark Ecowende sichert.

Quelle: Albert Heijn – Pressemitteilung vom 27. Mai 2024

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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Dr. Kralle:

Stimmt. Letzteres liegt aber abgesehen von den Eigenmarken (hier gebe ich Ihnen recht) vor allem an den Herstellern und Lieferanten. Und zu guter Letzt vor allem auch bei uns als Verbraucher. Leider werden z.B. Refill Stationen von Kunden nicht wirklich angenommen. Ziu unbequem, zu mühsam.

André R.:

Das ist auf jeden Fall eine beispielhafte Umsetzung an welcher sich genug Unternehmen orientieren sollten. Wenn jetzt die Kette selber noch die Menge an Plastikverpackungen mal auf ein sinnvolles Maß reduziert wird es noch besser.

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