Südkorea prüft ebenfalls Verbrennerverbot ab 2035

Südkorea prüft ebenfalls Verbrennerverbot ab 2035
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Laura Horst
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Das südkoreanische Umweltministerium prüft derzeit ein mögliches Verkaufsverbot von Autos mit Benzin- oder Dieselmotor ab 2035, das dem südasiatischen Land helfen könnte, das für 2035 festgelegte nationale Klimaschutzziel zu erreichen. Im Rahmen eines öffentlichen Forums zum Thema Verkehrsemissionen vergangene Woche stellten Beamte des Umweltministeriums die Idee des Verbrennerverbots vor, das sich an den von der Europäischen Union bereits verabschiedeten Richtlinien orientiert.

„Die CO₂-Emissionen von Benzin- und Dieselfahrzeugen gehören zu den sichtbarsten und dringlichsten Quellen. Ohne eine Umgestaltung dieses Sektors wird es schwierig sein, die Dekarbonisierung zu erreichen – und das ist nicht nur die Ansicht Koreas, sondern eine globale Sichtweise“, sagte Umweltminister Kim Sung-hwan in seiner Eröffnungsrede.

Basierend auf den Nettoemissionen aus dem Jahr 2018 in Höhe von 742,3 Millionen CO₂ stellte das Umweltministerium vier Szenarien vor, in denen die Emissionen bis 2035 um 48, 53, 61 oder 65 Prozent gesenkt würden. Im Verkehrssektor würde die Senkung um 48 Prozent eine CO₂-Reduzierung von 98,8 Millionen Tonnen auf 44,3 Millionen Tonnen erfordern, während für das 65-Prozent-Ziel eine Reduzierung auf 32,6 Millionen Tonnen erforderlich wäre.

Die Emissionsreduzierungen will das Ministerium durch die beschleunigte Einführung emissionsfreier Elektro– und Wasserstoffautos sowie durch die Verbesserung der Kraftstoffeffizienz erreichen. Der Anteil emissionsfreier Autos müsste dabei mindestens auf 30 Prozent steigen, um die Ziele von 61 oder 65 Prozent zu erreichen, müsste der Anteil auf über 35 Prozent steigen.

„Wir müssten erreichen, dass die Mehrheit der verkauften Neuwagen emissionsfreie Fahrzeuge sind, um die in den Szenarien vorgesehenen Reduktionen von 61 und 65 Prozent zu erreichen. Aus diesem Grund könnte es notwendig sein, Vorschriften für den Verkauf von Neuwagen zu prüfen, wie es die EU getan hat“, erklärte Choi Min-ji, Präsident des Greenhouse Gas Inventory and Research Center.

Umweltminister Kim sprach im Rahmen eines anderen Forums davon, die Produktion von benzin- und dieselbetriebenen Autos in 2035 oder 2040 einzustellen. Um den Verkauf von Elektroautos voranzutreiben, plant die Regierung zudem die Einführung neuer Anreize, etwa in Form von Steuervergünstigungen.

Die Regierung diskutiert die neuen Maßnahmen, da die CO₂-Reduzierung im Verkehrssektor deutlich langsamer voranschreitet als erwartet. Von 2018 bis 2024 sanken die Emissionen in diesem Bereich gerade einmal um 1,3 Prozent.

Bisher rollen auf Südkoreas Straßen gerade einmal um die 850.000 emissionsfreie Autos. Bis 2030 hatte die Regierung 4,5 Millionen Elektroautos angepeilt. Die begrenzte Nachfrage nach Elektro- und Wasserstoffautos führen Mitarbeiter des Umweltministeriums auf anhaltende Sicherheitsbedenken, Kürzungen der Subventionen und ein stagnierendes Marktwachstum zurück.

Quelle: Korea JoongAng Daily – Ministry of Environment reviews potential ban on gasoline and diesel vehicles

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