Stellantis will künftig ohne Hilfe von Tesla CO2-Ziele erreichen

Stellantis will künftig ohne Hilfe von Tesla CO2-Ziele erreichen
Copyright:

EyeofPaul / Shutterstock.com

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Wie Stellantis erstmals in einem Interview durch deren CEO Carlos Tavares und dem französischen Magazin Le Point enthüllte, benötigt das Unternehmen künftig nicht mehr die Hilfe von Tesla, um die eigenen CO2-Ziele zu erreichen. Der durchschnittliche CO2-Ausstoß der EU-Flotte könne nun aus eigener Kraft erreicht werden. Automobil Analyst Matthias Schmidt kann dies nun offiziell bestätigen, indem erEU-Daten präsentiert, die letzte Woche veröffentlicht wurden.

Tesla, der vollelektrische Pkw-Hersteller aus Kalifornien, der von Elon Musk geleitet wird, tritt für 2021 nur noch in einem offenen Pool mit Honda auf. FCA muss noch in einen gemeinsamen PSA/Opel/FCA-Stellantis-Pool aufgenommen werden, was wahrscheinlich nur noch eine Formalität ist. Anfang letzten Jahres, während einer Investoren-Telefonkonferenz, bevor Tavares das Le Point-Interview gab, sagte FCA, dass sie erwarten, 300 Millionen Dollar zu zahlen, um die globalen regulatorischen Emissionsziele im Jahr 2021 zu erfüllen, wobei ein Teil dieser Summe einen Pool mit Tesla in Europa bilden wird.

Wie der Berliner Analyst feststellt machen regulatorische Gutschriften laut Teslas eigenen Finanzdaten einen großen Teil der Quartalseinnahmen von Tesla aus. Allein gut 0,5 Milliarden Dollar entfielen im ersten Quartal 2021 auf globale regulatorische Gutschriften, die an die Kalifornier gezahlt wurden und 6 Prozent des gesamten Automobilumsatzes im selben Quartal ausmachten. Hierbei handelt es sich um die höchsten Einnahmen in diesem Bereich seit Aufzeichnung des CO2-Pooling durch Tesla. Dies bedeutet demnach auch, dass der Ausstieg von FCA aus dem europäischen Pool nur minimale Auswirkungen zu haben scheint auf Tesla. Zumindest wenn man davon ausgeht, dass die Ergebnisse des ersten Quartals nicht irgendeine Art von vertraglicher FCA-Ausstiegszahlungsklausel enthielten.

Der Volkswagen-Konzern hat gegenüber Schmidt Automotive Research bestätigt, dass er für die nächsten zwei Jahre (2021 und 2022) Emissionsgutschriften zahlen muss, um die US-amerikanischen und chinesischen Emissionsziele zu erfüllen. Das deutsche Unternehmen war jedoch nicht bereit, zu verraten, ob etwas davon an Tesla gezahlt wird, wie Gerüchte in der Szene zuletzt vermuten ließen. Laut exklusiven Informationen sei zudem MG Motors, welches zu Chinas SAIC Motors gehört, für den Zeitraum 2020 bis 2022 dem CO2-Pool des Volkswagen-Konzerns in der EU sowie der Marke SAIC Motors Europe BV beigetreten. Mit der eigenen Marke MG Motors unterstützt man Kooperationspartner VW beim Erreichen der CO2-Emissionsziele in Europa.

Quelle: Matthias Schmidt – FCA officially waves goodbye to its Tesla pool, latest EU data shows

worthy pixel img
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektroauto Hersteller

Bidirektionales Laden (V2G): Polestar arbeitet an virtuellem Kraftwerk

Bidirektionales Laden (V2G): Polestar arbeitet an virtuellem Kraftwerk

Felix Katz  —  

Polestar entwickelt für das bidirektionale Laden ein virtuelles Kraftwerk. So sehen die Potenziale und Herausforderungen der Vehicle-to-Grid-Technologie aus.

Caterham Project V: bildschön und leicht, aber teuer

Caterham Project V: bildschön und leicht, aber teuer

Felix Katz  —  

Caterhams Project V soll 2026 auf die Straßen kommen – für mindestens 90.000 Euro. Das Konzeptmodell kommt von einem bekannten Designer.

VW setzt auf lokale Kooperationen in China

VW setzt auf lokale Kooperationen in China

Maria Glaser  —  

Um sich weiterhin erfolgreich auf dem chinesischen Markt für Elektroautos zu behaupten, arbeitet VW eng mit Unternehmen vor Ort zusammen.

EnBW feiert 1000 Schnellladestandorte für E-Autos

EnBW feiert 1000 Schnellladestandorte für E-Autos

Michael Neißendorfer  —  

1000 Standorte in ganz Deutschland: EnBW betreibt eines der größten Schnellladenetze für Elektroautos bundesweit.

Zeekr 001 und X: Bestellstart in Schweden und den Niederlanden

Zeekr 001 und X: Bestellstart in Schweden und den Niederlanden

Felix Katz  —  

Die Zeekr-Modelle 001 und X können in Schweden und den Niederlanden vorbestellt werden. Der Auslieferungsstart ist im Herbst.

„Kaum erfüllbar und realitätsfern“: Widerstand gegen Euro 7 wächst

„Kaum erfüllbar und realitätsfern“: Widerstand gegen Euro 7 wächst

Felix Katz  —  

Die geplante Euro-7-Abgasnorm scheint auf der Kippe zu stehen. Mehrere EU-Staaten und Autohersteller wollen eine weitere Senkung der Grenzwerte verhindern.

Batterieproduktion in Europa in Gefahr?

Batterieproduktion in Europa in Gefahr?

Hannes Dollinger  —  

Eine neue Studie besagt, dass bis zu 68 Prozent der bis 2030 in der EU geplanten Lithium-Ionen-Batterie-Produktionen gefährdet sind.