Stellantis startet Robotaxi-Allianz mit Tech-Giganten

Stellantis startet Robotaxi-Allianz mit Tech-Giganten
Copyright:

Stellantis

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Stellantis erweitert seine Strategie für autonomes Fahren mit einem neuen Bündnis, das den globalen Markt für Robotaxis maßgeblich verändern könnte. Der Konzern arbeitet künftig mit Nvidia, Uber Technologies und Foxconn zusammen, um gemeinsam Fahrzeuge der Stufe 4 zu entwickeln – Autos, die vollständig ohne menschliche Fahrer auskommen sollen. Ziel ist es, ein skalierbares System für künftige Robotaxi-Dienste zu schaffen, das weltweit eingesetzt werden kann.

Die Kooperation ergänzt eine bereits bestehende Vereinbarung mit dem chinesischen Unternehmen Pony.ai, das Testprogramme für autonome Autos in Europa betreibt. Zusammen bilden beide Projekte den Kern einer umfassenden Strategie, mit der der viertgrößte Autohersteller der Welt seine Rolle im künftigen Mobilitätsökosystem festigen will. Der Konzern sieht in der Technologie einen entscheidenden Schritt, um Verkehr sicherer, effizienter und nachhaltiger zu gestalten.

Im Mittelpunkt des Vorhabens steht die Verbindung unterschiedlicher Kompetenzen. Stellantis bringt seine Erfahrung in der Fahrzeugentwicklung und Fertigung ein, während Nvidia die Software für autonomes Fahren sowie die KI-Architektur liefert. Foxconn übernimmt Aufgaben bei der Elektronik- und Systemintegration, und Uber soll die autonomen Autos später im Rahmen seiner Ride-Hailing-Plattform betreiben. Dieses Zusammenspiel soll es ermöglichen, eine neue Generation selbstfahrender Fahrzeuge zu erproben, die speziell für gewerbliche Nutzung ausgelegt ist.

Stellantis AV-Ready-Plattform als Basis für autonome Fahrzeuge

Die technische Grundlage bilden die sogenannten AV-Ready-Plattformen von Stellantis. Dazu gehören unter anderem der mittelgroße Transporter K0 und die Plattform STLA Small. Beide sind auf maximale Flexibilität ausgelegt und werden mit Nvidias Drive AGX Hyperion 10 Architektur kombiniert. Diese umfasst ein sicherheitszertifiziertes Betriebssystem und eine Full-Stack-Software, die alle Funktionen für das autonome Fahren der Stufe 4 bereitstellt. Die Plattformen sollen künftig sowohl für private Anwendungen als auch für Robotaxi-Flotten genutzt werden können.

Nach aktuellem Plan will Uber zunächst 5000 autonome Stellantis-Autos in den USA einsetzen. Der Produktionsstart ist für 2028 vorgesehen, wobei Pilotprojekte und Tests bereits in den kommenden Jahren anlaufen sollen. Das langfristige Ziel ist der Aufbau einer globalen Flotte, die autonom operiert und unterschiedliche Märkte abdeckt – von dicht besiedelten Innenstädten bis zu ländlichen Regionen mit geringerer Verkehrsdichte.

Innerhalb der Partnerschaft sind die Aufgaben klar verteilt. Stellantis entwickelt und produziert die Autos, Nvidia stellt die Softwarearchitektur bereit, Foxconn integriert die Hardwarekomponenten, und Uber organisiert den Betrieb der Robotaxi-Dienste. Die technischen Systeme sollen so gestaltet werden, dass alle sicherheitsrelevanten Funktionen mehrfach abgesichert sind. Dazu gehören redundante Steuerungen, leistungsfähige Sensoren und Hochleistungsrechner, die Entscheidungen in Echtzeit treffen. Das Zusammenspiel dieser Komponenten soll eine stabile Grundlage für autonome Fahrten schaffen.

Nach Angaben von Stellantis sollen die Plattformen auch im Hinblick auf Wirtschaftlichkeit optimiert werden. Ein zentrales Ziel ist es, die Betriebskosten für Dienstleister zu senken und gleichzeitig die Zuverlässigkeit zu erhöhen. Damit will der Konzern den Weg für kommerzielle Anwendungen ebnen, die sich sowohl für Flottenbetreiber als auch für Endkunden rechnen.

Quelle: Stellantis – Pressemitteilung vom 28.10.2025

worthy pixel img
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Stellantis Elektroautos

Fiat frischt den elektrischen Topolino auf

Fiat frischt den elektrischen Topolino auf

Sebastian Henßler  —  

Der Fiat Topolino startet mit neuer Farbe Corallo und größerem Display in die Saison und bleibt als kompaktes E-Fahrzeug für die Stadt klar positioniert.

Stellantis bringt in Europa den Diesel zurück

Stellantis bringt in Europa den Diesel zurück

Sebastian Henßler  —  

Stellantis bietet wieder Dieselmodelle in Europa an. Mindestens sieben Baureihen kehren zurück und markieren eine strategische Korrektur.

Stellantis streicht Dividende nach Elektro-Kurskorrektur

Stellantis streicht Dividende nach Elektro-Kurskorrektur

Tobias Stahl  —  

Die Opel-Mutter Stellantis muss infolge der Elektro-Kurskorrektur immense Verluste hinnehmen und wird in diesem Jahr keine Dividenden auszahlen.

Kaiserslautern: ACC gibt Pläne für Batteriefabrik endgültig auf

Kaiserslautern: ACC gibt Pläne für Batteriefabrik endgültig auf

Tobias Stahl  —  

Der Batteriehersteller ACC wird keine Fabrik in Kaiserslautern errichten. Das gab das Unternehmen nun bekannt – und verwies auf die schwache Nachfrage.

Stellantis: Probleme in Batteriefabrik verzögern E-Auto-Modelle

Stellantis: Probleme in Batteriefabrik verzögern E-Auto-Modelle

Laura Horst  —  

Bei Stellantis kommt es zu Verzögerungen in der E-Auto-Montage, weil der Batteriehersteller ACC weitaus weniger Batterien pro Monat liefern kann als geplant.

VW und Stellantis plädieren für Europa-Bonus bei E-Autos

VW und Stellantis plädieren für Europa-Bonus bei E-Autos

Sebastian Henßler  —  

Europas Autoindustrie steht unter Druck. VW und Stellantis fordern neue Anreize, damit E-Autos auch künftig in Europa produziert und wettbewerbsfähig bleiben.

Stellantis: „Made in Europe“ als strategischer Faktor

Stellantis: „Made in Europe“ als strategischer Faktor

Laura Horst  —  

Stellantis setzt zunehmend auf europäische Wertschöpfung, um resilienter gegen geopolitische Schwankungen zu werden und die Lieferketten zu stärken.