Stellantis meldet Milliardenverlust

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Maria Glaser
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Stellantis hat seine Ergebnisse für das erste Halbjahr 2025 bekanntgegeben und eine aktualisierte Finanzprognose veröffentlicht, die derzeitige Entwicklungen berücksichtigt. Bereits vor einigen Tagen hatte der europäische Automobilkonzern, zu dem Marken wie Fiat, Opel oder Jeep gehören, die vorläufigen Halbjahreszahlen veröffentlicht.

Aus diesen Ergebnissen ging bereits hervor, dass Stellantis nicht nur von den Auswirkungen der US-Zölle stark betroffen ist, sondern auch innerhalb Europas Absatzschwierigkeiten verzeichnet. So machte das Unternehmen im ersten Halbjahr 2025 einen Nettoumsatz von 74,3 Milliarden Euro, was einem Rückgang um 13 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2024 entspricht, das ebenfalls bereits kein gutes war für Stellantis. Der aktuelle Rückgang sei vor allem auf die verschlechterten Ergebnisse in den genannten Regionen zurückzuführen, wobei das Ergebnis auch die Auswirkungen von Wechselkursen, Zöllen und Volumenrückgängen in der europäischen Nutzfahrzeugindustrie widerspiegele. Der Rückgang wurde zum Teil durch das Wachstum in Südamerika ausgeglichen.

Der Nettoverlust betrug in diesem Zeitraum knapp 2,3 Milliarden Euro und hat sich damit nochmals verschlechtert. In dem bereinigten Betriebsergebnis, das sich wiederum im Vergleich zum vorherigen Halbjahresende verbessert hat, sind knapp 3,3 Milliarden Euro Nettobelastungen nicht enthalten. Obwohl neue Produkte auf den Markt gebracht wurden und die Auslieferungen im Vergleich zum Vorquartal gestiegen seien, stieg der Gesamtbestand im Vergleich zum Jahresende 2024 um ein Prozent auf 1,2 Millionen Einheiten.

Neues Führungsteam bei Stellantis

Der neue CEO des Konzerns, Antonio Filosa, äußerte sich zuversichtlich: „2025 erweist sich als ein herausforderndes Jahr, aber auch eines der schrittweisen Verbesserungen“, so Filosa laut Pressemitteilung. „Beim Vergleich vom ersten Halbjahr 2025 mit dem zweiten Halbjahr 2024 sind Anzeichen für Fortschritte in Form von höheren Stückzahlen, Nettoumsätzen und AOI trotz zunehmender externer Gegenwinde erkennbar. Unser neues Führungsteam sieht die Herausforderungen und wird weiterhin die notwendigen, schwierigen Entscheidungen treffen, um wieder profitables Wachstum und deutlich verbesserte Ergebnisse zu erzielen.“

Erst Ende Mai hatte der Konzern eine Neubesetzung der Stelle bekannt gegeben, wobei Filosa einstimmig zum neuen CEO gewählt wurde. Zudem wurden weitere Führungskräfte in hohe Positionen befördert.

Finanzprognose für das zweite Halbjahr

Gemeinsam mit den Halbjahreszahlen veröffentlichte Stellantis auch die Finanzprognose für das zweite Halbjahr 2025. Demnach werden Verbesserungen und steigende Nettoumsätze erwartet.

Diese Prognose basiere, so die Pressemitteilung, auf den derzeit gültigen Zoll- und Handelsregelungen mit Stand vom 29. Juli. Da einige Marken des Konzerns, wie Dodge, Ram oder Jeep, vor allem auf dem US-Markt besonders beliebt sind, sind die verschärften Zölle der USA auf Autoimporte für den Konzern problematisch. Stellantis aktualisierte seine Schätzung der Nettobelastung durch die Zölle im Jahr 2025 auf etwa 1,5 Milliarden Euro. Davon fiel ein Nettobetrag von 0,3 Milliarden Euro auf das erste Halbjahr 2025. Nachdem vor wenigen Tagen eine Einigung mit den USA auf einen 15-Prozent-Zoll erwirkt werden konnte, dürfte sich die Lage bei europäischen Herstellern zumindest etwas entspannen.

Neue Modelle von Stellantis geplant

Um die Wachstumsprognosen umzusetzen, plant der Konzern eine Produktoffensive. Im ersten Halbjahr wurden bereits vier neue, elektrische Modelle eingeführt, nämlich der Citroën C3 Aircross, der günstige Fiat Grande Panda für unter 25.000 Euro und eine neue Version des Opel Frontera. Außerdem seien, so die Pressemitteilung, bedeutende Updates für beliebte Produkte vorgenommen worden, wie den Ram 2500 und 3500 Heavy Duty, den Citroën C4/C4X und den Opel Mokka. Diese Maßnahmen konnten bereits zu Verbesserungen der Marktlage von Stellantis führen.

Im zweiten Halbjahr 2025 plant der Konzern, drei neue Modelle auf der elektrischen STLA Medium-Plattform auf den Markt zu bringen, die eine elektrische Reichweite von bis zu 700 Kilometern ermöglicht. Darunter sind die Elektroautos Jeep Compass, Citroën C5 Aircross und DS N°8. Das Produktportfolio wird aber nicht nur elektrifiziert. So kündigte Ram die Rückkehr des V8-Verbrennungsmotors mit 5,7 Litern im Ram 1500 für das kommende Jahr an. Außerdem soll in der zweiten Jahreshälfte neben dem Hybridauto Jeep Cherokee auch die Produktion des Dodge Charger Sixpack als Verbrenner wieder aufgenommen werden. Beide wurden seit 2023 nicht mehr produziert.

Quelle: Stellantis – Pressemitteilung vom 29. Juli 2025

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Maria Glaser

Maria Glaser

Aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich kommend, verbindet Maria Glaser bei Elektroauto-News.net seit 2023 ihre Liebe zum Text mit fachlichen Inhalten. Seit ihrem Studium in Berlin und Wien arbeitet sie im Bereich Lektorat, Korrektorat und Content Writing, vor allem zu Mobilität.

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