Stellantis produziert Chips künftig selbst

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Stellantis

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Um einem Chipmangel vorzubeugen, will Stellantis künftig seine Halbleiter selbst produzieren. Dafür hat der Automobilkonzern mit der Hon Hai Technology Group – besser bekannt als Foxconn – die Gründung von SiliconAuto bekanntgegeben. Das 50/50-Joint-Venture werde sich der Entwicklung und dem Verkauf einer Familie moderner Halbleiter widmen und ab 2026 die Automobilindustrie beliefern – selbstredend einschließlich Stellantis.

Das Joint Venture kombiniere die Entwicklungskapazitäten und das Know-How von Foxconn in der IKT-Branche mit dem tiefgreifenden Verständnis von Stellantis für unterschiedliche Mobilitätsbedürfnisse auf der ganzen Welt, so Stellantis in einer aktuellen Mitteilung. SiliconAuto will seinen Kunden eine auf die Automobilindustrie ausgerichtete Halbleiterquelle für die wachsende Zahl von computergesteuerten Funktionen und Modulen bieten, insbesondere für solche, die in Elektroautos benötigt werden.

Die Produkte von SiliconAuto sollen den zukünftigen Halbleiterbedarf von Stellantis, Foxconn und anderen Kunden decken – auch für STLA Brain, die neue elektrische/elektronische und Software-Architektur von Stellantis mit umfassenden Optionen zur Over-the-Air-Aktualisierung.

„Stellantis wird von einer robusten Versorgung mit wesentlichen Komponenten profitieren. Das ist für die schnelle, softwaredefinierte Transformation unserer Produkte von entscheidender Bedeutung“, sagte Ned Curic, Chief Technology Officer von Stellantis. „Unser Ziel ist es, Fahrzeuge zu bauen, die sich nahtlos in den Alltag unserer Kundinnen und Kunden einfügen und die noch Jahre nach dem Verlassen des Fließbandes erstklassige Funktionen bieten“. Mit diesem Joint Venture sei Stellantis nun in der Lage, zielgerichtete Innovationen im Rahmen einer effizienten Partnerschaft zu entwickeln.

„Wir freuen uns auf eine Zukunft mit EV-Mobilität, unterstützt durch die vertikalen Integrationskapazitäten und Ressourcen, die SiliconAuto für unsere Partner sichert“, sagte Jerry Hsiao, Chief Product Officer bei Foxconn. „Diese kollaborative Energie wird die Wettbewerbsfähigkeit unserer Kunden noch weiter erhöhen.“

SiliconAuto werde seinen Hauptsitz in den Niederlanden haben. Das Management-Team bestehe aus Führungskräften der beiden Gründungspartner. Stellantis werde SiliconAuto dabei unterstützen, die für künftige batterieelektrische Fahrzeuge und Multi-Energie-Fahrzeugplattformen erforderlichen Fähigkeiten zu entwickeln und bereitzustellen.

Das Joint Venture ist das Ergebnis einer bereits im Dezember 2021 unterzeichneten Vereinbarung zwischen Stellantis und Foxconn zur Entwicklung einer Halbleiterfamilie für Automobilanwendungen. Zusätzlich zu SiliconAuto gründeten Stellantis und Foxconn das Unternehmen Mobile Drive. Dieses Joint Venture konzentriere sich auf die Entwicklung intelligenter Cockpits, die durch Unterhaltungselektronik, Services und Mensch-Maschine-Schnittstellen ermöglicht werden.

Quelle: Stellantis – Pressemitteilung vom 20.06.2023

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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