Stellantis-Chef bekennt sich zu Italien und weist Fusionsgerüchte zurück

Stellantis-Chef bekennt sich zu Italien und weist Fusionsgerüchte zurück
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Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
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Sind die Stellantis-Werke in Italien doch vor der Schließung sicher? Stellantis-Chef Carlos Tavares sagte erst kürzlich, dass einige Standorte gefährdet sein könnten, wenn keine größeren staatlichen Subventionen flössen. Dies schreckte die Gewerkschaften und Politiker in Italien gehörig auf, doch nun ruderte Tavares ein gutes Stück weit zurück, offenbar angesichts Zusagen seitens der Politik: „Wir brauchen alle italienischen Werke“ sagte er laut eines Berichts von Ansa.

Das Ziel sei es, in Italien jährlich eine Million Fahrzeuge zu produzieren. Damit das gelingt, müssten alle bestehenden Werke genutzt werden. „Pomigliano und Mirafiori haben also definitiv eine Zukunft„, sagte der Portugiese demnach anlässlich der Präsentation des Jahresabschlusses 2023. „Wir sind zufrieden mit den Anreizen. Eine sehr gute Entscheidung, wir danken der Regierung. Die Verbraucher werden davon profitieren“, führte Tavares aus.

Eine Absage erteilte er zuletzt wieder lauter gewordenen Gerüchten, dass Stellantis in absehbarer Zeit mit Renault fusionieren könnte. Damit wären die drei großen französischen Autohersteller Peugeot, Citroen und eben Renault alle unter einem Dach. An diesen Spekulationen sei aber nichts dran, versicherte Tavares.

Streit mit italienischer Regierung beigelegt?

Nach französischem Vorbild hatte die italienische Regierung zuletzt offenbar darüber nachgedacht, sich an der Stellantis-Gruppe zu beteiligen. Frankreich hält einen Anteil von sechs Prozent am Konzern, der 2021 aus der Fusion von Fiat Chrysler und der französischen PSA-Gruppe hervorgegangen ist. Frankreich hat zudem Vertreter im Verwaltungsrat des Unternehmens. Offenbar sieht sich Italien aus diesem Grund im Vergleich zu Frankreich von Stellantis benachteiligt.

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hatte zuvor Stellantis dafür kritisiert, dass die Fahrzeuge der Gruppe zunehmend in kostengünstigeren Ländern produziert werden sollen. Auch die italienischen Marken Fiat und Alfa Romeo gehören zu Stellantis, und Meloni forderte dazu auf, dass die Fahrzeuge auch in Italien hergestellt werden sollen. Sie betonte vor dem Parlament in Rom, wie wichtig es sei, italienische Interessen zu schützen und eine ausgeglichene Beziehung mit Stellantis aufzubauen. „Autos, die als italienische Juwelen vermarktet werden, müssen auch in Italien produziert werden“, erklärte sie. Die Aussagen von Tavares beim Jahresabschluss sind also durchaus so zu deuten, dass sich die Wogen im Streit mit der italienischen Regierung glätten könnten.

Quelle: Ansa – „We need all Italian plants says Stellantis boss“

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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