Sono Sion: Was das Solar-Elektroauto so besonders macht

Sono Sion: Was das Solar-Elektroauto so besonders macht
Copyright ©

Sono Motors

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Das Start-up Sono Motors arbeitet derzeit an einem der ungewöhnlichsten Elektroautos, das in den kommenden Jahren auf die Straße rollen soll: Denn der Sono Sion, der zum Beispiel über großflächig auf dem Fahrzeug angebrachte Solarpanels aufgeladen werden kann, soll konsequent die Themen Effizienz, Umweltschutz, Carsharing, E-Mobilität, und Ökostrom vereinen. In einem lesenswerten Interview mit KFZ-Betrieb erklärte Thomas Hausch, Chief Operating Officer bei Sono Motors, was das Münchner Start-up und den Sion so besonders macht.

„Sono Motors hat die Vision und das Ziel, existierende Fahrzeuge in der Nutzung so effizient anzubieten, dass langfristig nicht nur elektrische, sondern auch weniger Autos auf den Straßen rollen.“ – Thomas Hausch, Chief Operating Officer bei Sono Motors

Schon mit diesem Eingangsstatement überrascht Hausch. Geht es den meisten anderen Autoherstellern doch darum, möglichst viele Fahrzeuge zu verkaufen und somit immer mehr Autos auf die Straße zu bringen. Sono Motors hingegen wolle mit dem Sion auch Technologien wie „Carsharing, Ridesharing und – besonders innovativ – Powersharing als Lösung für zukünftige gesellschaftliche Herausforderungen“ in den Fokus rücken.

Mit Powersharing ist gemeint, dass der Sion den Strom aus seinem Akku auch wieder abgeben kann: Über eine in der Nase versteckte Schuko-Steckdose können herkömmliche Geräte mit Energie versorgt werden – etwa der Staubsauger bei der Autowäsche. Auch das bidirektionale Laden soll mit dem Sion möglich sein, somit kann er als aktiver Teilnehmer seinen Part zur Energiewende beitragen.

Besonders ist auch, dass es den Sion in nur einer Ausstattungsvariante geben soll: „Der Verzicht auf Individualisierungsmöglichkeiten verschafft uns einen erheblichen Vorteil im Hinblick auf unsere Kostenkalkulation, da wir Prozesse in Fahrzeugentwicklung, Logistik und Vertrieb verschlanken können“, erklärt Hausch. Auch das hat einen Einfluss auf die Nachhaltigkeit des Automobil-Projekts.

Der Elektromobilität ist „der Durchbruch schon gelungen“

Bei der Elektromobilität sei trotz aller Unkenrufe „der Durchbruch schon gelungen“, so Hausch: „Die Wachstumszahlen haben stark zugelegt, […] die deutsche Automobilindustrie hat ein eindeutiges Bekenntnis zur Elektromobilität abgegeben und junge Unternehmen, wie Sono Motors, leisten einen ganz besonderen Beitrag zur Belebung des Marktes.“ Die Industrie befinde sich „derzeit in einer Phase des Umbruchs, aber in einigen Jahren werden klimafreundliche Mobilitätskonzepte unser Straßenbild bestimmen“, ist sich der Manager sicher.

Auch in Sachen Vertrieb und Wartung sowie Reparaturen will Sono Motors neue Wege gehen. Probefahrten möglicher Neukunden sollen etwa auch von Bestandskunden angeboten werden können, die dafür „einen kleinen Obolus“ erhalten würden. Reparaturen sollen, „sofern nicht sicherheitsrelevant“, vom Fahrzeugeigentümer sogar selbst durchgeführt werden können. „Möglich wird das, weil wir unser Werkstatthandbuch vollständig offenlegen“, erklärt Hausch. Aber auch für die „klassischen Autokunden, die einen professionellen, qualifizierten Servicepartner brauchen“, soll es „ein flächendeckendes Netzwerk“ an Servicestätten geben.

„Wir arbeiten bereits eng zusammen“

Auf die recht hohe Preiserhöhung angesprochen, die Sono Motors vor wenigen Wochen angekündigt hat – der Preis für die Batterie stieg von 4000 auf rund 9500 Euro -, sagte Hausch, dass der Sion „weiterhin einen deutlichen Preisvorteil gegenüber anderen Elektroautos“ habe, schließlich kämen auch noch „die integrierten Mobilitätsdienstleistungen und die Solar- oder bidirektionale Technik“ hinzu. Die Batterie soll weiterhin auch als Leasing-Option verfügbar sein, der Preis für das Fahrzeug allein bleibe weiterhin bei 16.000 Euro.

Welcher Auftragsfertiger denn nun den Sion bauen werde, wollte Hausch aber leider nicht verraten. Man sei mit dem Partner, der schon feststehe, übereingekommen, „dass wir unsere Zusammenarbeit erst dann öffentlich bekannt geben, wenn sämtliche Details der Zusammenarbeit fixiert sind. Wir arbeiten bereits eng zusammen.“

Quelle: KFZ-Betrieb – Sono Sion: 260.000 Einheiten stehen in der Planung

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Ähnliche Artikel

CO₂-Vorgaben: BMW liefert, der Rest hinkt hinterher

CO₂-Vorgaben: BMW liefert, der Rest hinkt hinterher

Sebastian Henßler  —  

BMW erfüllt als einziger deutscher Hersteller die EU-Klimaziele. Mercedes und Volkswagen liegen teils deutlich über den Grenzwerten, trotz gelockerter Fristen.

Rabattaktion: Dacia verbilligt den Spring auf 11.900 Euro

Rabattaktion: Dacia verbilligt den Spring auf 11.900 Euro

Michael Neißendorfer  —  

Noch billiger gibt es bis auf zwei, drei Ausnahmen auch keine Verbrenner mehr: Dacia bietet sein E-Auto Spring 5000 Euro günstiger als regulär an.

Stellantis-Patent soll Batteriebrände frühzeitig stoppen

Stellantis-Patent soll Batteriebrände frühzeitig stoppen

Sebastian Henßler  —  

Stellantis-Patent zielt auf kritische Batteriesituationen: Eine Schaummischung im Batteriepack soll Hitze binden und thermisches Durchgehen früh eindämmen.

Hongqi testet Feststoffbatterie im Tiangong 06

Hongqi testet Feststoffbatterie im Tiangong 06

Sebastian Henßler  —  

Hongqi integriert erstmals eine Feststoffbatterie in ein reales E-Auto. Der Prototyp Tiangong 06 markiert den Schritt hin zu Tests im Gesamtfahrzeug.

Ford zögert mit neuer Elektroplattform für Europa

Ford zögert mit neuer Elektroplattform für Europa

Sebastian Henßler  —  

Ford hält die neue UEV Elektroplattform für Europa zurück. Nicht die Technik bremst, sondern Investitionen, Risiken und Erfahrungen aus früheren Allianzen.

Nio plant für 2026 mindestens 1000 neue Wechselstationen

Nio plant für 2026 mindestens 1000 neue Wechselstationen

Laura Horst  —  

Nio will dieses Jahr 1000 neue Batteriewechselstationen errichten und dabei die fünfte Generation seiner Stationen mit 20 Prozent höherer Kapazität einführen.