Smart-Verkauf wird digitaler, Vertriebsnetz soll ausgedünnt werden

Smart-Verkauf wird digitaler, Vertriebsnetz soll ausgedünnt werden
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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Mit dem neuen Smart, der Anfang 2023 in Deutschland debütieren soll, stellt Daimlers Kleinwagenmarke auch seinen Vertrieb um. Das physische Händlernetz soll kräftig ausgedünnt werden, künftig soll der Verkauf und das Leasing verstärkt im Digitalen stattfinden. Auch Abomodelle hat die Kleinwagenmarke in Planung. Wie das ganze konkret aussehen soll, hat Smart-Europachef Dirk Adelmann in einem Interview mit der Automobilwoche verraten.

Demnach stellt Smart zunächst nur für die 2023 erscheinende SUV-Version des Smart, das erste Modell aus dem Joint Venture mit Geely, auf das Agenturmodell um. Die beiden aktuellen Modelle, der Fortwo und der Forfour, seien weiterhin wie gewohnt bei den Händlern zu haben. Aber alles, was auf den SUV folgt, verkauft Smart über das Agentursystem. Ein weiterer neuer Smart etwa soll „voraussichtlich bald“ nach dem SUV folgen, so Adelmann. Den genauen Zeitpunkt wollte Smarts Europachef allerdings nicht verraten.

Smart wolle zwar weiterhin auf das Netzwerk an Smart-Partner zurückgreifen. Allerdings soll es stark ausgedünnt werden: „Wir werden nicht jedem heutigen Partner einen Vertrag anbieten“, erklärt Adelmann. Von den aktuell 159 Vertriebsstandorten in Deutschland sollen nur etwa zwei Drittel, also etwas mehr als 100 Standorte beibehalten werden. Aktuell verhandle Smart mit seinen Händlern über die neuen Verträge, „im ersten Quartal 2022 soll das Netz weitgehend stehen“.

Da der Kunde sich zunehmend online informiert, konfiguriert und kauft, ist das derzeitige Händlernetz aus unserer Sicht zu engmaschig“, begründet Adelmann den Schritt. Künftig will Smart auch verstärkt mit „temporäreren Formaten“ arbeiten, etwa flexiblen Showrooms im Container-Format. Diese können schnell auf- und wieder abgebaut werden und „näher an die Kunden heranrücken, zum Beispiel in den Innenstädten“.

Autokauf innerhalb von fünf Minuten

Das Onlineangebot spiele beim Vertrieb des neuen Smart „eine entscheidende Rolle“. Jedes Fahrzeug werde online über das Kundenportal verkauft. Das gelte „auch für den Kauf im Autohaus, wo der Partner den Kunden bei der Plattform-Bestellung assistiert“, wie Adelmann erklärt. Der Handel vor Ort werde damit eine Art „lokale Visitenkarte“.

Den Kaufprozess selbst will Smart „möglichst einfach“ gestalten, er soll auf fünf Minuten erledigt sein. Das Unternehmen geht davon aus, „dass etwa 50 bis 70 Prozent der Kaufverträge in den ersten beiden Jahren noch durch Partner assistiert abgeschlossen werden“, insbesondere in den Bereichen Beratung, Probefahrten und Fahrzeugübergabe.

Quellen: Automobilwoche – Smart dünnt Vertriebsnetz kräftig aus

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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