SIXT: E-Auto-Nachfrage aufgrund fehlender Reichweite und Ladeinfrastruktur gering

SIXT: E-Auto-Nachfrage aufgrund fehlender Reichweite und Ladeinfrastruktur gering
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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Sixt gilt hierzulande nicht nur als größter Vermieter von Fahrzeugen, sondern auch der wichtigste Kunde der Autoindustrie. Sixt selbst gibt zu verstehen, dass E-Autos nicht überall gefragt sind. Hier kommt es immer auf die Umstände der Anmietung an. Alexander Sixt (39), Vorstand für Strategiefragen und Sohn des Firmenlenkers Erich Sixt, hat sich hierzu bereits im Mai 2019 geäußert. Nun ging auch Dr. Kathrin Risom, Senior Executive Manager Product & Marketing Sixt X, nochmals auf die Erkenntnisse des Unternehmens im Bereich Elektromobilität ein.

Unterschiede zwischen Carsharing und Autovermietung vorhanden

Risom gibt zu verstehen, dass man bei der Nutzung von E-Autos Unterschiede feststellt, je nachdem, ob der Kunde ein Auto mietet oder Carsharing betreibt. „In der klassischen Autovermietung werden Autos im Schnitt für zwei bis vier Tage gemietet. Hier ist die Reichweite für unsere Kunden entscheidend. Darum ist die Nachfrage nach eAutos in der Autovermietung bislang sehr gering“, so Risom. Im Gegensatz dazu sei die Anmietdauer beim Carsharing kürzer, die Strecken ebenfalls und meist bleibt man im urbanen Raum, wo im Zweifel Ladeinfrastruktur vorhanden ist. „Daher ist im Carsharing rund ein Drittel unserer Flotte elektrisch“, so Risom.

Festhalten lässt sich vonseiten SIXT, dass die „Nachfrage der Kunden vor allem aufgrund der fehlenden Reichweite und Ladeinfrastruktur noch relativ gering“ ist. Daher investiere man selbst in den Ausbau von Ladeinfrastruktur an den eigenen Standorten, damit Elektroautos so schnell wie möglich laden und für die SIXT-kunden bereitstehen. „Außerdem kooperieren wir mit der Firma Chargery, um einen noch schnelleren Ladevorgang unserer Carsharing Fahrzeuge auf den Straßen zu ermöglichen“, so die  Senior Executive Manager Product & Marketing gegenüber BEM. Ab 2020/ 2021 soll die eigene Flotte zudem stark elektrifiziert werden.

Ladesäule-Blockierer auch für SIXT ein Thema

Für SIXT spielen die Ladesäulen-Blockierer im Alltag auch eine Rolle. So seien Ladesäulen im urbanen Raum oft durch andere Elektrofahrzeuge oder Verbrenner blockiert und nicht nutzbar. „Mit der mobilen Lösung von Chargery sind wir flexibel und können darüber hinaus auch Elektrofahrzeuge mit einem sehr geringen Ladestand in kürzester Zeit laden und unseren Kunden wieder zur Verfügung stellen“, so Risom.

„Wir richten uns bei der Antriebstechnik für die Fahrzeuge in unserer Flotte immer nach den Wünschen unserer Kunden. Bislang ist der Wunsch nach elektrischen Fahrzeugen in der Autovermietung sehr gering – aufgrund der fehlenden Reichweite und der unzureichenden Ladeinfrastruktur. Daher ist unser Angebot von eFahrzeugen hier gering.“ –  Dr. Kathrin Risom, Senior Executive Manager Product & Marketing Sixt X

Sie gibt allerdings auch zu verstehen, dass man gerade im Bereich Carsharing eine größere Auswahl an Elektrofahrzeuge im Angebot habe. Dies gebe SIXT auch die Möglichkeit eFahrzeuge näher an den Kunden heranzubringen, um sie auf Kurzstrecke zu testen. Einerseits erhöht das den Spielraum bei uns im Unternehmen und löst andererseits Unsicherheiten bei unseren Kunden.

Quelle: BEM – Im BEM-Interview: Sixt will Elektrifizierung der Carsharing-Flotte stark ausweiten

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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