Seltene Erden: Großteil stammt weiterhin aus China

Seltene Erden: Großteil stammt weiterhin aus China
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Laura Horst
Laura Horst
  —  Lesedauer 2 min

China bleibt weiterhin führend bei der Förderung und Verarbeitung sogenannter Seltener Erden. Experten gehen davon aus, dass die Weltwirtschaft in Hinblick auf diese Rohstoffe, die entgegen ihrer Bezeichnung nicht „selten“ sind, noch lange Zeit abhängig von China bleiben wird. Zu diesem Ergebnis kommt eine kürzlich vorgestellte Studie der Deutschen Rohstoffagentur (Dera).

„Alle Unternehmen, die derzeit Seltene Erden fördern oder verarbeiten, melden wirtschaftliche Probleme. Auch die in China“, erklärt Harald Elsner, der an der Dera-Studie beteiligt war. Während China jedoch bereits über die nötige Infrastruktur zum Abbau verfüge, fehle diese in anderen Ländern. Die Erschließung neuer Vorkommen wird dadurch noch unrentabler. Zu den Metallen der Seltenen Erden gehören insgesamt 17 Elemente.

Im Jahr 2023 kamen etwa 60 Prozent der weltweit geförderten Seltenen Erden aus China, während der Anteil der Weiterverarbeitung in China sogar bei 93 Prozent lag, wird in der Studie berichtet. In Deutschland wurden 90 Prozent der Seltenen Erden in Katalysatoren verwendet, die in Autos, Chemiewerken und Raffinerien die Abgase reinigen. Von 5200 Tonnen, die im Jahr 2023 nach Deutschland importiert wurden, stammten 71 Prozent direkt aus China.

Für die Zukunft prognostiziert Elsner eine deutlich zunehmende Nachfrage nach Seltenen Erden, die unter anderem zur Herstellung von Elektroauto-Akkus, für Windräder oder im Bereich der künstlichen Intelligenz benötigt werden. Auf dem Weltmarkt mache sich die Nachfrage jedoch noch nicht bemerkbar.

Die Autoren der Dera-Studie sehen besonders kritisch, dass schwere Seltene Erden, die in der US-Rüstungsindustrie verwendet werden, zu 100 Prozent aus China stammen. Das ist vermutlich auch der Grund, weshalb US-Präsident Donald Trump reges Interesse an Grönland zeigt, wie der Spiegel schreibt. Grönland verfügt laut Experten über die weltweit größten Lagerstätten an schweren Seltenen Erden. Diese werden bisher nicht gefördert, nachdem ein Projekt mit chinesischer Beteiligung zum Stillstand gekommen war. Anlass war die Entscheidung der lokalen Regierung im Jahr 2021, die die Förderung von Uran verboten hatte.

Ein Hoffnungsträger ist für den Dera-Experten Elsner Australien, denn mehrere Firmen haben Pläne angekündigt, aus australischen Erzen Seltene Erden zu gewinnen. Dies könnte direkt in Australien geschehen, aber auch in den USA oder in Malaysia. Dabei handele es sich zwar um geringe Mengen, die laut Elsner jedoch einen Unterschied machen würden: „Dies würde die Abhängigkeit der westlichen Welt von China bei diesen ganz speziellen Rohstoffen deutlich reduzieren.“

Quellen: Der Spiegel – Weltwirtschaft bleibt abhängig von China / Zeit Online – China fördert auch weiterhin die meisten Seltenen Erden

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