Rolls-Royce Spectre: Reichweite kümmert Privatjet-Besitzer nicht

Rolls-Royce Spectre: Reichweite kümmert Privatjet-Besitzer nicht
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Rolls Royce

Daniel Krenzer
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Da die Auftragslage für den Spectre derart gut sei, hat Rolls-Royce die Baugenehmigung für eine Erweiterung des Werks in Goodwood beantragt. Das berichtet das britische Carmagazine online. Schon ein Jahr, bevor die ersten Kunden überhaupt erst ihre Fahrzeuge ausgeliefert bekommen, seien die Auftragsbücher bereits derart voll, dass die campusartige bestehende Fabrik kaum ausreiche.

Geschäftsführer Torsten Müller-Ötvös sagte, dass der Spectre EV eine Antwort auf die Nachfrage der Kunden sei, die häufig bereits ein Elektroauto eines anderen Herstellers besitzen, aber offenbar auf Rolls-Royce umsteigen wollen. Müller-Ötvös kündigte zudem an, dass alle neuen Rolls-Royce bis Ende 2030 elektrisch sein werden. „Wir gehen voraus, weil wir zuhören. Wir hören unseren Kunden zu; Menschen, zu denen wir eine ganz besondere Beziehung haben“, wird er zitiert.

Erst in zweiter Linie ein Elektroauto

Zudem äußerte er sich zum Konzept des ersten vollelektrischen Fahrzeugs der britischen Luxusmarke. Als erstes solle es ein Rolls-Royce werden, erst in zweiter Linie ein Elektroauto. Deshalb habe man sich auch für die klassischen Proportionen der Marke entschieden. Das Fahrzeug müsse aussehen wie ein Rolls-Royce – und fahren wie einer. „Er beschleunigt wie ein Rolls-Royce, er duftet wie ein Rolls-Royce, er hat schöne Details wie den Sternenhimmel, er hat die gleichen Materialien – und ist trotzdem elektrisch“, führt Müller-Ötvös gegenüber dem Carmagazine aus.

Allerdings habe man sich bewusst dagegen entschieden, dass es das Modell auch mit Verbrennungsmotor gibt. So wie alle zukünftigen Modelle der Marke soll der Spectre einzig und allein vollelektrisch betrieben sein. Allerdings werde es noch einige Jahre lang auch Verbrennerfahrzeuge von Rolls-Royce geben.

Allerdings weist der Geschäftsführer darauf hin, dass Rolls-Royce-Fahrzeuge seit jeher sanft, leise und drehmomentstark seien und ihnen die Elektromobilität somit zukünftig gut zu Gesicht stehe. „Der Übergang dürfte bei uns weitaus weniger schmerzhaft sein wird als bei Herstellern, die sich auf den Klang, die Vibrationen und den viszeralen Reiz eines Verbrennungsmotors verlassen, um attraktiv zu sein“, ist sich Müller-Ötvös sicher.

Die Sorge um eine zu geringe Reichweite angesichts üppiger Proportionen weist der Geschäftsführer ebenfalls von sich. Schließlich sei die Mehrzahl der Rolls-Royce-Fahrzeuge vorwiegend im Stadtverkehr und auf kurzen Strecken im Einsatz. „Diese Menschen haben zu Hause und in ihrem Unternehmen Lademöglichkeiten, und wenn sie weite Strecken zurücklegen müssen, dann haben sie Privatjets“, erläutert er. Dieses „Spiel“ sei aber vorbei, wenn ein Rolls-Royce nicht mehr in die Stadt fahren dürfte. Die Nachfrage nach elektrischen Modellen sei in den vergangenen Jahren zunehmend angestiegen.

Der Spectre ist mit zwei Elektromotoren und 430 kW (585 PS) Leistung geplant. 900 Newtonmeter soll das maximale Drehmoment betragen und das beinahe 5,50 Meter lange und drei Tonnen schwere Gefährt damit in unter fünf Sekunden von 0 auf 100 Stundenkilometer beschleunigen. Ein 120 kWh-Akku soll Reichweiten von mehr als 500 Kilometer ermöglichen. Preislich dürfte das Fahrzeug etwa bei 400.000 Euro liegen.

Quelle: carmagazine.co.uk – Rolls-Royce EVs: electric roadmap revealed

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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