BMW-Werk hat jetzt einen Robo-Wachhund

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Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
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Es ist ein ganz besonderer neuer BMW-Mitarbeiter: Ein vierbeiniger Roboter namens „SpOTTO“ verstärkt laut Pressemitteilung seit kurzem das britische BMW Group Werk Hams Hall. Der autonome Roboterhund scannt demnach das Werk, unterstützt die Instandhaltung und sorgt für einen reibungslosen Produktionsablauf. Er verfügt über visuelle, thermische und akustische Sensoren und bearbeitet einzigartige Anwendungsfälle: Zum einen sammelt er wichtige Daten für den digitalen Zwilling des Werks, zum anderen dient er als Wachhund bei der Instandhaltung der Produktionsanlagen, heißt es weiter.

„Virtualisierung, Automatisierung und künstliche Intelligenz sind wichtige Grundpfeiler der BMW iFACTORY“, erklärt Klaus von Moltke, Leiter Motorenproduktion der BMW AG. „Mutige und innovative Anwendungsbeispiele wie im Werk Hams Hall zeigen, was dabei alles möglich ist.“ SpOTTO spiele eine wichtige Rolle bei der Erstellung und Weiterentwicklung des vollständig vernetzten digitalen Zwillings des Werks.

Der digitale Zwilling arbeite auf drei Ebenen: Auf der ersten Ebene werden 3D-Darstellungen des kompletten Werks erstellt. Die zweite Ebene umfasst eine große Datenschicht, in die der autonome Roboterhund sowie Produktionsanlagen und IT-Systeme des Werks alle relevanten Informationen einspeisen. Auf der dritten Ebene – der Anwendungsebene – sortieren spezielle Programme die gesammelten Daten in verständliche und nachvollziehbare Einheiten.

Überwachung der Temperaturen

Die Kombination dieser drei Ebenen mache den vollständig vernetzten digitalen Zwilling einzigartig. Mit Hilfe von Apps können die Expertinnen und Experten im Werk Hams Hall die Daten nun auswerten und nutzen. Anwendungsbeispiele sind dabei die Qualitätssicherung und die Produktionsplanung. Dirk Dreher, Leiter des BMW Group Werks Hams Hall, freut sich: „Dank des digitalen Zwillings verfügen wir über eine enorme Menge an präzisen Daten und Auswertungen sowie über ein Echtzeitbild der Produktionsabläufe. Das Projektteam im Werk Hams Hall hat für den Vierbeiner einzigartige Anwendungsfälle geschaffen und ihn optimal in unsere Prozesse integriert.“

Dank seiner visuellen, thermischen und akustischen Sensoren könne SpOTTO zahlreiche Aufgaben in der Instandhaltung übernehmen. Unter anderem überwache er die Temperaturen in den Produktionsanlagen und erkenne sofort, wenn eine Anlage zu heiß läuft – ein frühes Anzeichen für einen möglichen Ausfall. „Im BMW Group Werk Hams Hall ist SpOTTO zudem darauf spezialisiert, undichte Druckluftleitungen in der Produktion zu identifizieren. Da Druckluft viel Energie benötigt, senkt das schnelle Aufspüren von Lecks den Energieverbrauch“, heißt es in der Mitteilung weiter.

SpOTTO wurde von Boston Dynamics mit dem Produktnamen „Spot“ entwickelt: ein agiler Roboter mit der richtigen Größe für den Einsatz in Innenräumen, der mühelos Treppen erklimmt und unwegsames Gelände durchquert. Im Werk Hams Hall wurde „Spot“ liebevoll in SpOTTO umbenannt – eine Anspielung auf das Erbe des britischen Motorenwerks. Gustav Otto war einer der Gründer von BMW und der Sohn von Nicolaus Otto, dem Erfinder des Viertaktmotors. Mehr als 400.000 Motoren wurden im Jahr 2023 im Werk Hams Hall gefertigt, wo neben Robohund SpOTTO etwa 1600 menschliche Mitarbeitende beschäftigt sind.

Weitere Funktionen sind in der Entwicklung

Vor seiner Einführung im Werk Hams Hall habe ein engagiertes Team in einem einjährigen Entwicklungsprozess getestet, für welche Tätigkeiten sich der Roboterhund eignet. Weitere Einsatzmöglichkeiten werden derzeit im Technical Basement des Werks erprobt: Dazu zählen das Ablesen analoger Bedienelemente oder komplexe Bewegungsabläufe, mit denen der Vierbeiner schwer zugängliche Bereiche in der Produktion noch besser erreichen kann. Neben Hams Hall wird der Einsatz von Roboterhunden derzeit in weiteren Werken der BMW Group getestet.

Marco da Silva, Leiter der Produktentwicklung Spot bei Boston Dynamics, erklärt: „Die Arbeitswelt im BMW Group Werk Hams Hall ist für den Einsatz eines vierbeinigen Roboters wie SpOTTO sehr gut geeignet. Der Roboter kann problemlos zahlreiche, repetitive Aufgaben im Werksumfeld übernehmen. Wir sind stolz auf die Art und Weise, wie der Roboter in das Werk integriert wurde.“

Quelle: BMW – Pressemitteilung vom 7. Mai 2024

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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