Report zeigt: E-Auto laden in Deutschland problemlos möglich

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Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
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„Die Ladeinfrastruktur ist ja noch gar nicht genug ausgebaut.“ Dieses Argument bekommt man von Elektroauto-Skeptikern mit am häufigsten um die Ohren geschlagen. Dass das jedoch wie nahezu all die anderen Vorurteile gegen die Elektromobilität nicht wirklich zutrifft, zeigt nun auch der Ladesäulen-Report der Automobilwoche. Zwar wird das Ziel von einer Million öffentlichen Ladepunkten im Jahr 2030 aller Voraussicht nach klar verfehlt, doch dennoch gilt: Jeder der laden möchte, kann dies auch tun.

„Stand heute gibt es in Deutschland genug Ladeinfrastruktur. Bis auf wenige Ausnahmen müssen die Menschen nur selten warten“, sagte Sören Ziems, Geschäftsführer von Elvah. Der Marktdatenspezialist hatte erhoben, dass die durchschnittliche Auslastung öffentlich zugänglicher Ladepunkte in Deutschland von Oktober 2024 bis März 2025 bei 8,7 Prozent gelegen habe. Sprich: Im Durchschnitt ist ein Ladepunkt täglich nur etwas mehr als zwei Stunden belegt – und fast 22 Stunden lang frei verfügbar.

Auch weiße Flecken ohne Ladepunkte weit und breit gibt es in Deutschland fast keine mehr. Am schwierigsten sei die Lage noch in Mecklenburg-Vorpommern, wo der mittlere Weg zur nächsten Schnellladestation noch gut 4,5 Kilometer betrage (in der Spitze seien es in Einzelfällen noch bis zu 35 Kilometer). Doch da fährt eine Vielzahl an Verbrennerfahrern bedeutend weiter zur nächsten Tankstelle. Und wer zuhause oder am Arbeitsplatz laden kann, für den entfällt das Thema „Tanken“ beim Elektroauto sowieso weitestgehend.

Reichweitenangst inzwischen komplett unbegründet

„Es ist längst ein Mythos, dass es nicht genug Ladeinfrastruktur gibt. Es gibt zwar noch Lücken, aber niemand muss Angst haben, liegen zu bleiben“, stellt dazu auch Jeroen van Tilburg fest, Geschäftsführer des Ladeanbieters Ionity. Dass 2030 wohl keine Million Ladepunkte existieren, sei dabei überhaupt kein Problem. Dieser symbolische Fantasiewert, den bereits mehrere Unternehmen und Verbände kritisiert haben, sei ohnehin ohne echte Bedarfsanalyse politisch festgelegt worden. Gerade durch inzwischen häufig sehr hohe Ladeleistungen und damit einhergehende kurze Standzeiten ist der Bedarf aber lange nicht so hoch wie ursprünglich angenommen.

Für die Anbieter von Ladeinfrastruktur ist das Problem aktuell viel eher ein anderes: Der Ausbau der Ladeinfrastruktur ist aktuell seiner Zeit voraus und könnte noch deutlich mehr Elektroautos versorgen, als derzeit in Deutschland auf den Straßen unterwegs sind. Das macht manchen Anbietern aufgrund geringer Auslastung und damit einhergehenden geringen Einnahmen mitunter schwer zu schaffen, es kam bereits zu Insolvenzen. Wirklich lohnenswert seien Ladepunkte erst ab Auslastungen von etwa 30 Prozent, doch solche Werte erreichen die allerwenigsten Standorte. Auch Marktführer EnBW hat seine Ambitionen zuletzt in Sachen Ausbau recht deutlich zurückgeschraubt und lässt es mit neuen Ladeparks erst einmal langsamer angehen.

Dynamische Tarife werden wohl häufiger

Viele Anbieter warten also nun darauf, dass der Hochlauf der Elektromobilität an Fahrt aufnimmt und die Anzahl an ladenden Fahrzeugen an ihren Standorten zunimmt. Interessant dürfte hierbei auch der wachsende Anteil an Elektro-Lkw werden, die im Fernverkehr enorme Energiemengen benötigen. Doch ob jeder Anbieter die Zeit des Wartens finanziell übersteht, ist derzeit ungewiss. Und so droht ein Szenario, dass dann, wenn mehr Elektroautos auf deutschen Straßen unterwegs sind, es im Gegenzug wieder mehr bei der Ladeinfrastruktur hakt.

Um bis dahin genug Geld zu verdienen, müssen die Anbieter flexibel und kreativ sein. Wer ladende Kunden haben möchte, der sollte am besten mehr als nur Strom, sondern am besten auch Snacks und eine Toilette oder gar Unterhaltungsprogramm bieten. Experten gehen davon aus, dass künftig mehr und mehr dynamische Strompreise vorherrschen werden, wie wir es aktuell schon vom Verbrenner-Tanken kennen. Günstigere Preise könnten E-Auto-Fahrer dann zum Laden ein Stück weg von den Autobahnen locken, was praktischerweise auch dazu führen könnte, dass sich an den heute schon stark ausgelasteten Ladeparks entlang der Verkehrsadern die Lage entspannt und auch dort kein Elektroauto-Fahrer die Enttäuschung erleben muss, ewig auf einen freien Ladeplatz warten zu müssen.

Quelle: Automobilwoche – Ladeinfrastruktur: Das große Ziel wird verfehlt, doch das Problem ist ein anderes

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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