Renault will bis zu 17.000 Tonnen Lithium pro Jahr aus Deutschland beziehen

Renault will bis zu 17.000 Tonnen Lithium pro Jahr aus Deutschland beziehen
Copyright:

GabrielPreda6 / Shutterstock.com

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Der französische Autohersteller Renault und das deutsch-australische Unternehmen Vulcan Energy haben einen Vertrag zur Lieferung von Lithium für die Batterien von Elektroautos unterzeichnet. Demnach wird Vulcan Energy die Renault Group mit jährlich 6000 bis 17.000 Tonnen Lithium in Batteriequalität aus geothermischen Solelagerstätten in Deutschland versorgen. Durch das umweltverträgliche Förderverfahren könne der Automobilkonzern den CO2-Ausstoß bei der Herstellung einer 50-kWh-Batterie um 300 bis 700 Kilogramm verringern, so Renault in einer aktuellen Mitteilung. Die Vertragslaufzeit beträgt zunächst fünf Jahre und kann bei gegenseitigem Einverständnis verlängert werden.

Mit dem Lieferabkommen im Rahmen des Zero Carbon Lithium Projekts unternimmt die Renault Group einen wichtigen Schritt hin zu ihrem Ziel, wettbewerbsfähige und nachhaltige Elektroautos „made in Europe“ anzubieten. Zuvor hat die Unternehmensgruppe bereits beschlossen, unter dem Namen Renault ElectriCity drei Produktionsstandorte in Nordfrankreich zu einem effizienten Fertigungsverbund für Elektroautos zusammenzufassen.

Ausschlaggebend für die Partnerschaft mit Vulcan Energy ist das CO2-emissionsfreie, geothermische Lithium-Gewinnungsverfahren von Vulcan Energy. Den wichtigen Batterie-Rohstoff extrahiert das Unternehmen aus Thermalwasser im Oberrheingraben im Südwesten Deutschlands. Vulcan Energy hat mit Renault innerhalb weniger Wochen einen zweiten prominenten Großkunden erhalten. Erst Mitte Juli hat der Lithium-Lieferant einen Vertrag mit dem Batteriehersteller LG Energy Solution unterzeichnet. Die Südkoreaner wollen im ersten Jahr 5000 Tonnen Lithiumhydroxid abnehmen und das Volumen schrittweise auf bis zu 10.000 Tonnen im Jahr erhöhen.

„Unsere ökologische und soziale Verantwortung steht im Mittelpunkt des Strategieplans Renaulution, und dies muss auch für die Partner gelten, mit denen wir zusammenarbeiten, wenn wir einen echten Mehrwert schaffen und die nachhaltigsten Fahrzeuge auf dem Markt anbieten wollen.“ – Gianluca De Ficchy, Alliance Executive Vice President Purchasing und Managing Director of Alliance Purchasing Organization Renault Group

Die Renault Group hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2050 weltweit kohlenstoffneutral zu agieren und bis 2025 einen überdurchschnittlich grünen Mix auf dem europäischen Automobilmarkt zu erreichen – mit einem Anteil von mehr als 65 Prozent Elektroautos und elektrifizierten Fahrzeugen am Gesamtabsatz. Bereits 2030 sollen 90 Prozent der verkauften Fahrzeuge rein batterieelektrisch unterwegs sein. Die Renault Group treibt deshalb ihre Elektrifizierungsstrategie konsequent voran.

Quelle: Renault – Pressemitteilung vom 02.08.2021

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

„Überall brennt gerade die Hütte“: Autoindustrie steuert auf harte Tarifrunde zu

„Überall brennt gerade die Hütte“: Autoindustrie steuert auf harte Tarifrunde zu

Tobias Stahl  —  

Kurz vor Beginn der Tarifrunde hat IG Metall 175.000 Beschäftigte mobilisiert. IG-Metall-Chefin Benner wirft den Auto-Vorständen strategisches Versagen vor.

Autoländer warnen vor „irreversiblen Schäden“ für die Automobilindustrie

Autoländer warnen vor „irreversiblen Schäden“ für die Automobilindustrie

Daniel Krenzer  —  

Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen fordern mehr Schutz für die Automobilindustrie, günstigeren Ladestrom und flexiblere CO₂-Vorgaben.

T&E: Chinesische und US-Hersteller könnten ein Viertel des europäischen E-Lkw-Markts erobern

T&E: Chinesische und US-Hersteller könnten ein Viertel des europäischen E-Lkw-Markts erobern

Tobias Stahl  —  

Europäische Hersteller könnten bis 2030 rund ein Viertel des hiesigen Markts für schwere E-Lkw an Hersteller aus China und den USA verlieren, warnt T&E.

350.000 Zuliefererjobs in Europa bis 2030 gefährdet

350.000 Zuliefererjobs in Europa bis 2030 gefährdet

Sebastian Henßler  —  

Der VDA erwartet bis 2035 den Verlust von 125.000 weiteren Autojobs in Deutschland und verweist auf hohe Energiekosten sowie fehlende Reformen.

USA: Öffnet Trump die Tür für chinesische Hersteller?

USA: Öffnet Trump die Tür für chinesische Hersteller?

Tobias Stahl  —  

Kurz vor einem geplanten Treffen mit Chinas Staatschef Xi Jinping sorgt US-Präsident Trump mit überraschender Offenheit für Kritik aus Reihen der US-Hersteller.

Nachhaltiger Verkehr als Schlüssel für Afrikas Wohlstand

Nachhaltiger Verkehr als Schlüssel für Afrikas Wohlstand

Michael Neißendorfer  —  

Expertinnen und Experten von 50 Organisationen aus Afrika gestalten Strategien für ein zukunftsfähiges Verkehrssystem.

Studie: Management-Arroganz treibt Niedergang der Autobranche

Studie: Management-Arroganz treibt Niedergang der Autobranche

Michael Neißendorfer  —  

In Bezug auf die Aussichten der deutschen Automobilindustrie geben sich mehr als 500 Manager alles in allem recht pessimistisch.