Renault weiht neue Produktionslinie für Elektromotoren ein

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Felix Katz
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Das Renault-Werk in Cléon hat jüngst mit der Einweihung der neuen Produktionslinie für Elektromotoren „ePT-160kW“ im Beisein von Jose Vicente de los Mozos, dem Industrievorstand der Renault-Gruppe, einen weiteren Schritt auf dem Weg zur Elektromobilität gemacht.

Die Renault-Gruppe hat nach eigenen Angaben seit 2018 620 Millionen Euro in den Standort Cléon investiert, um die 100-prozentigen Elektro- und Hybridmotoren der Gruppe zu industrialisieren. Als Kompetenzzentrum für die Herstellung elektrischer und mechanischer Hochleistungskomponenten werde das Werk ab 2024 eine Produktionskapazität von mehr als 1 Million Elektromotoren pro Jahr haben, darunter 500.000 Elektromotoren und 510.000 Hybridmotoren. Diese 2012 eingeleitete Umstellung auf Elektrofahrzeuge unterstütze die Strategie des Konzerns, seine Aktivitäten im Bereich der elektrischen Wertschöpfungskette langfristig in Frankreich zu verankern, sowie das Ziel der Marke Renault, bis 2030 in Europa zu 100 Prozent auf Elektrofahrzeuge umzustellen.

„Das Werk in Cléon, ein symbolträchtiger Standort im Herzen des industriellen Ökosystems der Renault-Gruppe, ist das größte Produktionszentrum für Elektromotoren in Frankreich. Die Produktion dieses neuen Elektromotors für den Renault Mégane E-Tech stellt heute eine neue Etappe der Umstellung auf Elektroantrieb dar und erfüllt die 3 228 Mitarbeiter des Werks mit großem Stolz“, so Jose Vicente de los Mozos, Direktor für Industrie der Renault-Gruppe.

Renault weiht neue Produktionslinie für Elektromotoren ein
Bild: Renault Group

Ein neuer Motor an der Schwelle zur Innovation

Der im Rahmen der Renault-Nissan-Mitsubishi-Allianz entwickelte neue Elektromotor mit einer Leistung von 160 kW wird die vollelektrischen Modelle von Renault ausstatten, darunter den Megane E-Tech Electric, der im Werk Douai im Rahmen des ElectriCity-Clusters hergestellt wird. Dieser Motor der neuesten Generation ist ein Synchronmotor mit gewickeltem Rotor. Eine Technologie, die die Renault-Gruppe seit zehn Jahren einsetzt und die einen besseren Wirkungsgrad als ein Permanentmagnetmotor bietet. Der Verzicht auf seltene Erden sichert zudem die Versorgung und begrenzt gleichzeitig die Umweltauswirkungen und die Produktionskosten. Er ist kompakter und leichter als der Motor des Zoe, hat mehr Leistung (96 und 160 kW) sowie ein höheres Drehmoment (300 Nm). Er bietet alle Annehmlichkeiten des elektrischen Fahrens, einschließlich einer sofortigen, dynamischen und linearen Beschleunigung.

Um diesen Übergang zu beschleunigen und den schnell wachsenden Elektromarkt zu unterstützen, wurde diese neue Montagelinie für den „ePT-160 kW“-Motor nach der Renovierung von etwa 8.000 Quadratmeter eingerichtet. Die Produktionshalle umfasst vier Montagelinien und zwei Wickellinien mit einer Produktionskapazität von 120.000 Motoren pro Jahr und könnte dank ihrer flexiblen Gestaltung 240.000 Motoren pro Jahr produzieren. Seit 2015 produziert das Werk in Cléon den elektrischen Antriebsstrang für den Renault Zoé, Twingo ZE, Kangoo ZE und Master ZE. Heute erweitert es sein Angebot mit der Industrialisierung des ePT-160 kW, der auch das zukünftige Renault C-Segment-Modell ausstatten wird. Ab 2024 wird die Produktion mit dem „ePT-100-kW“-Motor für das künftige Elektroauto Renault 5 und ab 2027 mit dem 200-kW-Elektromotor der neuen Generation erweitert, der ohne seltene Erden auskommen soll und in Zusammenarbeit mit Valeo und Valeo Siemens eAutomotive entwickelt wurde.

Ausbildung für neue Berufe: die E-Mobility Academy

Zur Unterstützung dieses umfassenden Wandels übernimmt die Renault-Gruppe laut aktueller Pressemitteilung eine Vorreiterrolle und unterstützt ihre Mitarbeiter bei der Ausbildung in den neuen Elektroberufen. In Cléon wurde deshalb eine Ausbildungsstätte eingerichtet: die E-Mobility Academy. Dieser mit Hilfe von Partnern entwickelte Campus, der mit Elektroschulen ausgestattet ist, dient der Ausbildung der Mitarbeiter des Werks. Dieses akademische Programm geht einher mit der Ankündigung vom 23. Juni 2022, 100 neue Mitarbeiter einzustellen, um die Umstellung des Standorts auf Elektroantrieb im Rahmen des Plans „Renouveau France 2025“ zu unterstützen.

Quelle: Renault Group

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Felix Katz

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Felix Katz liebt alles, was vier Räder und einen oder gleich mehrere Motoren hat. Nicht nur Verbrenner, sondern vor allem Elektroautos haben es ihm angetan. Als freiberuflicher Autojournalist stromert er nicht nur fast jeden Tag umher, sondern arbeitet seit über zehn Jahren für viele renommierte (Fach-)Medien und begleitet den Mobilitätswandel seit Tag eins mit.

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