Renault Trucks startet Serienproduktion von Elektro-Lkw

Renault Trucks startet Serienproduktion von Elektro-Lkw
Copyright:

Renault Trucks

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Nach dem Verkaufsstart geht Renault Trucks bei seinen vollelektrischen Fahrzeugen den nächsten Schritt: Im März 2020 beginnt der Hersteller im Werk in Blainville-sur-Orne mit der Serienproduktion der Elektro-Lkw D Z.E. und D Wide Z.E.. Dieser Produktionsstart stelle einen entscheidenden Wendepunkt bei der Umgestaltung der urbanen Mobilität dar, so der Hersteller in einer aktuellen Mitteilung.

Die Serienproduktion der Elektro-Lkw Renault Trucks D Z.E. und D Wide Z.E. startet im Werk des Herstellers in Blainville-sur-Orne in der Normandie. Das dortige Werk ist seit 1957 in Betrieb und spezialisiert auf die Produktion von mittelschweren Nutzfahrzeugen sowie Fahrerkabinen. Es werden dort täglich 240 Fahrerkabinen hergestellt und 72 Verteilerfahrzeuge montiert. Das Werk beherbergt nun auch die Montage der Elektro-Lkw des Herstellers.

Um die Herstellung der Elektro-Modelle zu gewährleisten, wurden in der Produktionsanlage Blainville-sur-Orne verschiedene Maßnahmen durchgeführt. Demnach ist das sogenannte „Z.E. Gebäude“ mit einer Fläche von 1800 Quadratmetern nun ganz der Elektrifizierung von Fahrzeugen gewidmet. Das Gebäude befindet sich in unmittelbarer Nähe der Montagestraße zum Zusammenbau von Verteilerfahrzeugen, was schnelle und unkomplizierte Prozesse ermöglicht.

Im Z.E. Gebäude werden vor und nach der Montage technische Schritte an den Renault Trucks D Z.E. und D Wide Z.E. durchgeführt. Zudem wird es als Lager für Komponententeile genutzt, einschließlich eines temperaturkontrollierten Bereiches für die Lagerung von Batterien.

50 Arbeitsstunden für die Herstellung eines Elektro-Lkws

Die Herstellung eines Elektro-Lkw beginnt bereits eine Woche bevor dieser auf die Fertigungslinie kommt, da vorher im Z.E. Gebäude die ersten Arbeitsschritte vorgenommen werden. Verschiedene zu einem reinen Elektrofahrzeug gehörende Unterbaugruppen wie Antrieb, Motor, Schaltgetriebe und Zentraleinheit werden von qualifiziertem technischem Personal montiert. Die Teile werden anschließend auf die Montagelinie befördert, wo sie an Karosserie und Fahrerhaus angebracht werden.

Die Renault Trucks D Z.E. und D Wide Z.E. werden auf derselben Montagelinie zusammengebaut wie die äquivalenten Diesel-Fahrzeuge. Am Ende der Produktionslinie kehren die Elektro-Lkw in das Z.E. Gebäude zurück, damit die Techniker die letzten elektro-spezifischen Arbeitsschritte durchführen und Qualitätskontrollen vornehmen können.

Im Anschluss daran durchlaufen die Elektro-Fahrzeuge die weiteren Etappen der Serienherstellung mit einem Test auf der Versuchsstrecke und auf dem Prüfstand zur Leistungsmessung. Insgesamt sind 50 Arbeitsstunden für die Herstellung eines Elektro-Lkws notwendig. Renault Trucks erwartet, dass Elektrofahrzeuge bis 2025 insgesamt zehn Prozent des eigenen Absatzvolumens ausmachen werden.

Quelle: Renault Trucks — Pressemitteilung vom 10.03.2020

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektro-Lkw

Brennerachse: E-Lkw laden jetzt mit bis zu 1000 kW

Brennerachse: E-Lkw laden jetzt mit bis zu 1000 kW

Sebastian Henßler  —  

An der Brennerautobahn entsteht neue Ladeinfrastruktur für E-Lkw. In Vahrn laden E-Trucks mit bis zu 1000 kW und nutzen dabei reguläre Fahrpausen effizient.

Europcar ergänzt seine Flotte um elektrische Transporter

Europcar ergänzt seine Flotte um elektrische Transporter

Sebastian Henßler  —  

E-Transporter gewinnen im Lieferverkehr an Bedeutung. Europcar setzt auf flexible Mietmodelle, um Unternehmen den Einstieg zu erleichtern.

Warum der Umstieg auf E-Transporter mit Beratung besser gelingt

Warum der Umstieg auf E-Transporter mit Beratung besser gelingt

Sebastian Henßler  —  

Diesel oder Elektro im Transporter? Experte Matthias Born erklärt, wie Strompreise, PV und Einsatzprofile die Wirtschaftlichkeit im Alltag verändern.

IG Metall warnt vor schnellem Markteintritt chinesischer Lkw-Hersteller

IG Metall warnt vor schnellem Markteintritt chinesischer Lkw-Hersteller

Tobias Stahl  —  

Chinesische Lkw-Hersteller drängen schneller nach Europa als erwartet – nun warnt die IG Metall vor erheblichen Folgen für Arbeitsmarkt und Wertschöpfung.

Wo die Elektrifizierung von Lkw finanziell scheitert

Wo die Elektrifizierung von Lkw finanziell scheitert

Sebastian Henßler  —  

E-Lkw sind verfügbar, doch im Alltag vieler Flotten wird der Betrieb teurer als geplant. Ladepreise und Auslastung entscheiden über Wirtschaftlichkeit.

Wenn der E-Lkw seine Batterie an einem Tag dreimal leerfährt

Wenn der E-Lkw seine Batterie an einem Tag dreimal leerfährt

Michael Neißendorfer  —  

Mehr als 1000 km an einem Tag – und das mit einer Akkureichweite von nur 300 km: Ein Schweizer Logistiker zeigt, wie E-Lkw effizient eingesetzt werden können.

Mercedes startet Kleinserie mit Flüssigwasserstoff-Brennstoffzellen-Lkw

Mercedes startet Kleinserie mit Flüssigwasserstoff-Brennstoffzellen-Lkw

Michael Neißendorfer  —  

Nach dem erfolgreichen Entwicklungs- und Testprogramm mit Prototypen überführt Mercedes-Benz den Wasserstoff-Lkw NextGenH2 nun in eine Kleinserie.