Renault will Preisschlacht bei E-Autos nicht mitmachen

Renault will Preisschlacht bei E-Autos nicht mitmachen
Copyright:

North Monaco / Shutterstock / 1605504880

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 2 min

Renault-Chef Luca de Meo zweifelt die Sinnhaftigkeit der Preissenkungen bei E-Autos der Konkurrenz an. Der französische Autobauer werde bei den Margen keine Kompromisse eingehen, versicherte er. Das berichtet cnbc.com. Das Portal zitiert de Meo: „Wir haben gesehen, dass die Wettbewerber die Preise nach oben und unten verschieben, usw., usw. – das ist ihre Entscheidung. Aber ich glaube nicht, dass das auf lange Sicht eine sehr gesunde Praxis ist.“

Zuvor hatten erst Tesla und dann Ford (allerdings nicht in Europa) die Preise für Elektroautos mitunter deutlich gesenkt. „Elektroautos sind in Europa noch auf dem Vormarsch, und wir brauchen daher ein gesundes Geschäft„, führt de Meo aus. Das Letzte, was er tun werde, sei es, Kompromisse bei den Margen von Elektroautos einzugehen und damit die eigene Strategie über den Haufen zu werfen. Außerdem fördere eine solche Instabilität der Preise bei den Kunden eher ein Misstrauen gegenüber der Elektromobilität. „Solche Schwankungen sind für den Kunden wertvernichtend“, stellt er unter anderem mit Blick auf den Restwert der Fahrzeuge fest, die noch zu alten, höheren Preisen verkauft worden waren.

Zuletzt hatte Renault berichtet, dass sich die operative Marge des Konzerns von 2,8 Prozent im Vorjahr auf 5,6 Prozent im Jahr 2022 verdoppelt hat, während der Nettogewinn auf einen Verlust von 700 Millionen Euro gestiegen ist. Hintergrund ist eine Wertminderung in Höhe von 2,3 Milliarden Euro im Zusammenhang mit dem Ausstieg aus Geschäften auf dem russischen Markt.

Luca de Meo sagte zudem, dass er weiterhin mit Lieferschwierigkeiten rechne, vor allem aufgrund der in der Pandemie entstandenen Halbleiterknappheit. „Wir denken, dass es bei den Halbleitern noch ein paar Jahre lang eine große Herausforderung bleiben wird, vor allem bei der Art von Halbleitern, die wir in der Automobilindustrie verwenden, zitiert cnbc.com den Renault-Chef. Vor allem deshalb erziele der Automobilhersteller auch in diesem Jahr voraussichtlich noch geringere Verkaufszahlen als eigentlich angestrebt. Im vergangenen Jahr seien etwa 300.000 Autos weniger vom Band gegangen als eigentlich angestrebt. „Ich denke, wir sind ein bisschen besser vorbereitet. Wir wissen, wie wir die Teile finden und wie wir die Produktion organisieren müssen, um sie aufrechtzuerhalten. Aber wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass dies kein normales Jahr sein wird„, sagte De Meo.

Quelle: cnbc.com – „Renault CEO questions wisdom of electric vehicle price cuts“

worthy pixel img
Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

Strategiewechsel: Stellantis will Investitionen künftig auf Kernmarken konzentrieren

Strategiewechsel: Stellantis will Investitionen künftig auf Kernmarken konzentrieren

Tobias Stahl  —  

Stellantis will künftig wohl stärker in seine Kernmarken investieren – zulasten anderer Konzernmarken wie Opel oder Citroën, berichten Konzerninsider.

Schneider: Elektroautos machen uns unabhängig von fossilen Krisen

Schneider: Elektroautos machen uns unabhängig von fossilen Krisen

Michael Neißendorfer  —  

„Elektromobilität und erneuerbare Energien machen uns unabhängiger von dem, was an der Straße von Hormus passiert“, so Umweltminister Carsten Schneider.

T&E: Forderungen der Autoindustrie könnten EU 74 Milliarden Euro zusätzlich kosten

T&E: Forderungen der Autoindustrie könnten EU 74 Milliarden Euro zusätzlich kosten

Michael Neißendorfer  —  

Der ACEA und die deutsche Regierung setzen sich für weitere Lockerungen zugunsten von Verbrennern ein. Das könnte die EU-Bürger teuer zu stehen kommen.

Deutschland baut Ökosystem für Natrium-Ionen-Fertigung auf

Deutschland baut Ökosystem für Natrium-Ionen-Fertigung auf

Sebastian Henßler  —  

25 Forschungs- und Industriepartner bündeln ihre Kompetenz: SIB:DE Entwicklung soll eine wettbewerbsfähige Natrium-Ionen-Fertigung in Europa aufbauen.

IG Metall warnt vor Wiederholung des Solar-Debakels

IG Metall warnt vor Wiederholung des Solar-Debakels

Sebastian Henßler  —  

Die Autoindustrie baut massiv Stellen ab. IG-Metall-Chefin Christiane Benner erklärt, was sie von EU, Bundesregierung und Unternehmen erwartet.

KI-Boom treibt Speicherchip-Preise für Autobauer hoch

KI-Boom treibt Speicherchip-Preise für Autobauer hoch

Sebastian Henßler  —  

Tech-Konzerne kaufen den Chipmarkt leer, die Autobranche zahlt drauf. Einzelne Speicherbausteine sind bis zu 400 Prozent teurer geworden.

Europa liegt beim E-Auto-Absatz nur drei Jahre hinter China zurück

Europa liegt beim E-Auto-Absatz nur drei Jahre hinter China zurück

Michael Neißendorfer  —  

Hält Europa an seinen CO2-Grenzwerten fest, könne es den Rückstand auf China noch vor 2030 aufholen und den Ölverbrauch im Verkehrssektor drastisch senken.