Renault treibt die Entwicklung autonomer Mobilitätslösungen voran

Renault treibt die Entwicklung autonomer Mobilitätslösungen voran
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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 4 min

Autonome Fahrzeuge, auch für den öffentlichen Nahverkehr, werden in der Mobilität der Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Gemeinsam mit ihrem Partner WeRide führt die Renault Group aktuell in ganz Europa mehrere Projekte durch, mit denen der technische Stand und die Bedeutung autonomer Mobilitätslösungen demonstriert werden soll. Ob im Herzen von Großstädten, in Vororten oder in komplexen, beengten Umgebungen: Autonome elektrische Minibusse bieten die Chance, den öffentlichen Nahverkehr zugänglicher, effizienter und nachhaltiger zu machen.

Im vergangenen Mai hat die Renault Group ihre Strategie für autonome Fahrzeuge vorgestellt. Zusammen mit WeRide kamen erstmals in Europa zwei autonome Minibusse auf öffentlichen Straßen zum Einsatz. Während des Tennisturniers Roland-Garros in Paris wurden insgesamt 1000 Kilometer zurückgelegt und fast 700 Personen befördert. Der erste Großversuch habe die Reife der Technologie und die Relevanz dieser Mobilitätslösung unterstrichen, so Renault in einer aktuellen Mitteilung.

Nach dieser erfolgreichen Erprobung haben zahlreiche Akteure aus dem Bereich Mobilität wie etwa lokale Behörden, Verkehrsbetriebe, private Standortbetreiber usw. ihr Interesse an einem Einsatz dieser Lösung bekundet. Neue Projekte wurden unter anderem bereits in Zürich (Schweiz), Valence (Frankreich) und Barcelona (Spanien) gestartet, weitere sollen in Kürze folgen.

Barcelona: Autonom im Herzen einer pulsierenden Großstadt

In Barcelona bieten die Renault Group und WeRide vom 10. bis 14. März die Möglichkeit, die urbane Mobilität von morgen mit zwei autonomen Elektro-Minibussen zu entdecken. Die autonomen Shuttle-Fahrzeuge sind auf einer 2,2 Kilometer langen Strecke im Herzen der katalanischen Metropole unterwegs und demonstrieren im dichten und komplexen städtischen Umfeld die Reife neuer Technologien für automatisierte öffentliche Verkehrsdienste.

Zugleich bringt der Feldversuch auch die Vision der Renault Group für die zukünftigen Herausforderungen des öffentlichen Verkehrs in Europa zum Ausdruck: Autonome Mobilität ist demnach ein Mittel, um Städte lebenswerter, den Verkehr zugänglicher und die Mobilität effizienter und nachhaltiger zu machen.

Valence: Erleichterte Mobilität am Stadtrand

Im französischen Valence ist für Juli die Einführung eines kommerziellen Dienstes mit Shuttle-Fahrzeugen des Autonomie-Level 4 geplant. Aktuell läuft eine Testphase bis zum 19. April. Zusammen mit dem privaten Nahverkehrsbetreiber Beti und dem Versicherer Macif richten die Renault Group und WeRide das erste automatisierte Mobilitätsnetz mit hohem Serviceniveau ein.

Die 3,3 Kilometer lange Strecke verbindet den örtlichen TGV-Bahnhof mit einem 162 Hektar großen Gewerbegebiet, in dem rund 150 Unternehmen mit 3000 Beschäftigten ansässig sind. Die beiden eingesetzten Shuttle-Fahrzeuge bedienen den Bahnhof, den abgelegenen Langzeitparkplatz und das gastronomische Zentrum des Gewerbegebiets.

Die vier Partner verwirklichen in ihrem Gemeinschaftsprojekt ihre Vision einer automatisierten Mobilität, die ländliche und stadtnahe Gebiete erschließen, den ökologischen Wandel beschleunigen und die Mobilität der Bevölkerung erleichtern soll. Diese erhalte dadurch einen besseren Zugang zu Beschäftigung, Gesundheit, Bildung und Freizeit.

Flughafen Zürich: Privater Bereich mit hohen Sicherheitsanforderungen

Ein weiteres Projekt mit WeRide läuft seit Januar 2025 am Flughafen Zürich in der Schweiz, wo Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Shuttles für Fahrten zwischen den Terminals nutzen. Das Projekt soll die Fähigkeit autonomer Technologien demonstrieren, auch in komplexen Umgebungen zu operieren und die hohen Anforderungen an Sicherheit und Zuverlässigkeit zu erfüllen, wie sie an einem Flughafen herrschen.

Renault und das autonome Fahren

Die Renault Group verfolgt im Hinblick auf autonome Fahrzeuge einen pragmatischen und differenzierten Ansatz. Unterschieden werde dabei zwischen den Bedürfnissen des Individualverkehrs und denen des öffentlichen Verkehrs.

Bei den Individualfahrzeugen konzentriert sich die Gruppe unter Berücksichtigung der derzeitigen Marktbedingungen auf die Entwicklung von modernen Fahrerassistenzsystemen (ADAS) wie eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage und Spurhaltesysteme. Diese Assistenzsysteme der Stufe L2 oder L2+ erhöhen die Sicherheit und den Komfort, überlassen der Fahrerin oder dem Fahrer dabei aber weiterhin die Verantwortung für das Fahren.

Gleichzeitig verfolgt die Renault Group aufmerksam die Entwicklungen bei Kosten und Vorschriften und will bei entsprechenden Marktbedingungen in der Lage sein, auch Lösungen für Individualfahrzeuge mit höherem Autonomie-Level anzubieten.

Autonomie nach Level 4

Für den öffentlichen Nahverkehr ist es aus Sicht der Renault Group wichtig, kurzfristig autonome Fahrzeuge nach Autonomie-Level 4 anzubieten. Diese Fahrzeuge sind in der Lage, Fahrsituationen in einem bestimmten Einsatzgebiet selbstständig zu bewältigen, mit einer Überwachung aus der Ferne, aber ohne eine Fahrerin oder einen Fahrer an Bord.

Angesichts der zunehmenden Einführung von Umweltzonen stehen Städte und Kommunen vor noch nie dagewesenen Herausforderungen im Bereich des öffentlichen Nahverkehrs. Schätzungen zufolge werden im kommenden Jahrzehnt mehrere Tausend autonome elektrische Minibusse benötigt. Autonome Minibusse, die in der Lage sind, Fahrsituationen in einem bestimmten Einsatzgebiet eigenständig zu bewältigen, haben ihre Effektivität in verschiedenen Versuchen unter Beweis gestellt und eröffnen Perspektiven für ein flexibles, zugängliches, sicheres und CO2-freies Angebot.

Die Renault Group plant, bis 2030 eine robotisierte Elektro-Minibus-Plattform anzubieten, in die Automatisierungslösungen von spezialisierten Partnern integriert werden können.

Quelle: Renault – Pressemitteilung vom 11.03.2025

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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