Batterie-Start-up Redwood Materials produziert künftig Batteriematerialien

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Sebastian Henßler
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  —  Lesedauer 2 min

Redwood Materials, einStart-up von Tesla-Mitgründer JB Straubel, hat 2020 bereits damit begonnen, Batterieschrott aus der Gigafactory Nevada zu recyceln. Allerdings nicht in Kooperation mit Tesla, sondern Teslas Batteriepartner Panasonic. Künftig will man über das Recycling von Akkus hinauswachsen und Batteriematerialien aus recycelten Stoffen herstellen. Bis Anfang 2022 will das Unternehmen einen konkreten Standort benennen, wo jährlich bis zu 100 GWh an Kathodenaktivmaterialien und Anodenfolien für eine Million Elektrofahrzeuge produziert werden. Bis 2030 soll die Produktionsleistung auf 500 GWh steigen.

Straubel war bis 2019 bei Tesla und dort Chief Technology Officer. Bereits 2017 hatte Straubel Redwood Materials gegründet mit dem Plan, das Recycling von ausgedienten Lithium-Ionen-Akkus zu Industrialisieren, um mit den daraus gewonnenen Rohstoffen wieder neue Batterien herstellen zu können. Ein Vorhaben, das nun langsam Gestalt annimmt. Straubel siedelte sein Unternehmen in Nevada an, nicht weit von Tesla Gigafactory Nevada entfernt.

Redwood äußert sich zur Erweiterung des Geschäftsfeldes wie folgt: „Um Elektrofahrzeuge und Energiespeicherprodukte vollständig nachhaltig und erschwinglich zu machen, müssen wir den Kreislauf am Ende ihrer Lebensdauer tatsächlich schließen. Dies bedeutet nicht nur, die Batterien zu sammeln und zu recyceln, sondern auch weiterzumachen, die von uns zurückgewonnenen Materialien vollständig zu veredeln und sie dann wieder zu Präzisionsbatteriematerialien zu verarbeiten, um diese Rohstoffe wieder zu verwenden.“

Das Unternehmen betrachtet auch die Lieferkette und deren Auswirkung auf die CO2-Emissionen. Gibt dabei klar zu verstehen, dass Batteriematerialien teils „zehntausende von Kilometer“ zurücklegen, bis diese zu einem Endprodukt gefügt werden. „Betrachtet man die Lieferkette einer einzelnen Komponente wie der Kathode, so trägt allein die erforderliche Logistik enorm zu den Gesamtkosten und der CO2-Bilanz bei“, heißt es in der Mitteilung. Mit der Produktion von strategischen Batteriematerialien in den USA will Redwood die Lieferwege verkürzen. Beginnen wird man mit der Produktion von Kupferfolie für Anoden und Kathoden-Aktivmaterial. Man wolle so viel wie möglich durch Materialien aus recycelten Akkus herstellen, der Rest soll durch „nachhaltig abgebautem Material angereichert werden“.

Eingangs erwähnt plant Redwood bis 2030 mit einer Produktionskapazität von bis zu 500 GWh, dies ist mit rund fünf Millionen E-Autos gleichzusetzen. Oder anders gesagt, dies würde „fast die Hälfte der jährlichen Fahrzeugproduktion der USA“ abdecken.

Quelle: Electrive.net – Redwood Materials will Aktivitäten über Recycling hinaus erweitern

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Sebastian Henßler

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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