Porsche mit nachhaltigem Wachstum im Corona-Jahr 2020

Porsche mit nachhaltigem Wachstum im Corona-Jahr 2020
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Michael Neißendorfer
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Die Porsche AG hat im Geschäftsjahr 2020 einen neuen Umsatzrekord aufgestellt: Der Wert stieg auf 28,7 Milliarden Euro und übertraf den Vorjahreswert um mehr als 100 Millionen Euro, so der Hersteller in einer aktuellen Mitteilung anlässlich der Jahrespressekonferenz. Das operative Ergebnis beträgt demnach 4,2 Milliarden Euro. Im Vorjahr lag es bei 4,4 Milliarden Euro vor und bei 3,9 Milliarden Euro nach Sondereinflüssen. Die operative Umsatzrendite lag 2020 bei 14,6 Prozent – und damit trotz der aufgrund der Corona-Pandemie angespannten Wirtschaftslage im strategischen Zielkorridor.

Damit wurden die starken Zahlen aus dem Jahr 2019 trotz vorübergehend ruhender Produktion nur knapp verfehlt. Insgesamt hat Porsche weltweit mehr als 272.000 Fahrzeuge an Kunden ausgeliefert. Das sind lediglich drei Prozent weniger als im bislang stärksten Jahr 2019. Das Ergebnis vor Steuern liegt mit 4,4 Milliarden Euro über dem des Jahres 2019.

„Das Geschäftsjahr 2020 war für Porsche erfolgreich – trotz herausfordernder Umstände. Dafür gibt es vier Gründe: Unsere attraktive Produktpalette, überzeugende Elektromodelle, die Innovationsstärke der Marke und ein beherztes Krisenmanagement.“ – Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender der Porsche AG

Der Taycan, Porsches erster vollelektrischer Sportwagen, wurde 2020 mehr als 20.000 Mal ausgeliefert. Damit ist er einer der erfolgreichsten Elektro-Sportwagen seiner Klasse. Das beweisen auch mehr als 50 internationale Auszeichnungen. Unter anderem wurde der Taycan zum „innovativsten Fahrzeug der Welt“ gekürt.

Dass trotz der weltweit schwierigen Lage derartige Spitzenwerte erreicht wurden, sei durch ein sehr schnell aufgesetztes Kosten- und Liquiditäts-Management ermöglicht worden, betont Lutz Meschke, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Vorstand Finanzen und IT der Porsche AG. „In der Krise war unsere oberste Priorität: Liquidität. Es galt, alle nicht dringend erforderlichen Kosten herunterzufahren.“

Die langfristige strategische Ausrichtung habe Porsche dabei in keiner Phase aus den Augen verloren, so Meschke weiter: „Bei den Zukunftsthemen haben wir keinen einzigen Cent gekürzt. Wir geben weiterhin Vollgas bei der Transformation, Digitalisierung und Elektrifizierung. Denn wer bei diesen Themen spart, wird bald nicht mehr wettbewerbsfähig sein. Wir haben unser Geschäft geschützt, um nach der Krise wieder mit voller Kraft durchstarten zu können.“

Intelligente Optimierung aller Prozesse

Deshalb habe Porsche sein ambitioniertes „Ergebnisprogramm 2025“ nochmals nachgeschärft. „Unser neues Ziel lautet: Bis 2025 wollen wir unser Ergebnis kumulativ um zehn Milliarden Euro unterstützen, und danach um drei Milliarden Euro pro Jahr“, sagt Meschke. Das Wichtigste an diesem Ergebnisprogramm sei, dass es sich um kein reines Sparprogramm handle, sondern auch ein Innovationsprogramm: „Es geht nicht um reines Kostenkürzen. Es geht um eine intelligente Optimierung aller Prozesse und um die Entwicklung neuer Geschäftsideen.“

In einem schwierigen Marktumfeld will Porsche die Zahl der Mitarbeiter konstant bei gut 36.000 halten. „Kein Angestellter muss sich Sorgen machen. Wir haben ein Standortsicherungsprogramm abgeschlossen, das die Arbeitsplätze der Stammbelegschaft bis 2030 garantiert“, sagt Meschke. „Wir bauen keine Jobs ab und trennen uns von keiner Tochtergesellschaft. Im Gegenteil, wir investieren in unsere Mitarbeiter und in unsere Zukunft.“ Wie in den Vorjahren beteiligt Porsche auch seine Belegschaft wieder am Unternehmenserfolg. Für 2020 beträgt die freiwillige Sonderzahlung 7850 Euro.

Porsche strebt für 2030 bilanzielle CO2-Neutralität an

Angesichts des fortschreitenden Klimawandels hat sich die Porsche AG ein weiteres ambitioniertes Ziel gesetzt: „Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Teil unserer Strategie 2030 – ganzheitlich: wirtschaftlich, ökologisch und sozial“, sagt Porsche-Chef Blume. „Wir haben ein umfangreiches Dekarbonisierungsprogramm gestartet mit einem festen Ziel vor Augen: Bis 2030 soll Porsche über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg bilanziell CO2-neutral sein. Das erreichen wir mit dem konsequenten Vermeiden und Reduzieren von CO2-Emissionen. Seit 2021 sind alle großen Betriebsstätten wie Zuffenhausen, Weissach und Leipzig CO2-neutral“.

Über die nächsten zehn Jahre hat Porsche für die Dekarbonisierung mehr als eine Milliarde Euro eingeplant. Der erste Meilenstein sei bereits erreicht, so Blume: „Der Taycan Cross Turismo, der Anfang März Weltpremiere hatte, ist das erste Fahrzeug, das in der gesamten Nutzungsphase CO2-neutral sein wird.“

In 2020 waren ein Drittel aller in Europa ausgelieferten Porsche voll- oder teilelektrisch angetrieben, weltweit waren es 17 Prozent. In 2025 soll die Hälfte aller neuverkauften Porsche einen E-Motor haben; im Jahr 2030 sollen mehr als 80 Prozent der Neufahrzeuge elektrifiziert unterwegs sein.

Unter nachhaltigem Wirtschaften versteht Porsche auch sozial verantwortliches Handeln, so der Hersteller in der Mitteilung. So habe das Unternehmen im Corona-Jahr etwa das Programm „Porsche hilft“ aufgesetzt. Dabei engagierten sich zahlreiche Mitarbeiter ehrenamtlich bei gemeinnützigen Projekten oder mit Spenden. Um die Auswirkungen der Pandemie zu lindern, stockte Porsche sein Spendenvolumen um fünf Millionen Euro auf, die Lebensmittelspenden an die Tafeln wurden verdoppelt.

Robust bei den Auslieferungen

Bei den Auslieferungen profitierte Porsche von seiner starken weltweiten Aufstellung. Die Zahl der an Kunden übergebenen Sportwagen blieb weitgehend stabil. Am stärksten nachgefragt war der Cayenne mit 92.860 ausgelieferten Einheiten. Das entspricht einem Plus von einem Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Vom rein elektrischen Taycan wurden in 2020 insgesamt 20.015 Einheiten ausgeliefert – trotz des sechswöchigen Produktionsstopps, der im Frühjahr zeitlich mit dem Anlauf des neuen Modells sowie zahlreichen Marktpremieren zusammenfiel.

China bleibt größter Einzelmarkt: 88.968 Fahrzeuge lieferte Porsche in 2020 an chinesische Kunden aus – ein Plus von drei Prozent gegenüber 2019. Auch insgesamt entwickelten sich die Regionen Asien-Pazifik, Nahost und Afrika weiter positiv: In 2020 wurden dort 121.641 Fahrzeuge ausgeliefert. Das waren vier Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. In Europa konnte Porsche insgesamt 80.892 Fahrzeuge ausliefern. In Amerika waren es 69.629.

Quelle: Porsche – Pressemitteilung vom 19.03.2021

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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