Porsche feiert Start der E-Auto-Produktion am Standort Leipzig

Porsche feiert Start der E-Auto-Produktion am Standort Leipzig
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Porsche feiert den Start der Elektromobilität in seinem Leipziger Werk mit vielen prominenten Gästen (v.l.n.r.): Timo Bernhard, Porsche Markenbotschafter, Prof. Dr. Lucia A. Reisch, Sprecherin des Porsche Nachhaltigkeitsbeirats, Gerd Rupp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Porsche Leipzig GmbH, Burkhard Jung, Oberbürgermeister der Stadt Leipzig, Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender der Porsche AG, Dr. Volker Wissing, Bundesminister für Digitales und Verkehr, Albrecht Reimold, Vorstand Produktion und Logistik der Porsche AG, Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, sowie Michael Kretschmer, Ministerpräsident Freistaat Sachsen / Quelle: Porsche

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 5 min

Porsche hat am gestrigen Dienstag in Leipzig den offiziellen Start der Elektromobilität an seinem sächsischen Produktionsstandort gefeiert. In den vergangenen Jahren hat der Sportwagenhersteller rund 600 Millionen Euro in den Ausbau des Werks investiert, um den elektrischen Macan fertigen zu können. Dabei entstand unter anderem ein neuer Karosseriebau. Die Produktion des neuen Macan befinde sich aktuell bereits im Hochlauf, wie der Hersteller mitteilt. Das Werk sei künftig auf maximale Flexibilität ausgelegt: Benzin-, Hybrid- und vollelektrische Fahrzeuge laufen über eine Fertigungslinie.

Die Feier war prominent besetzt. Seitens der Porsche AG waren unter anderem Dr. Wolfgang Porsche als Vorsitzender des Aufsichtsrats sowie der Vorstandsvorsitzende Oliver Blume vor Ort. Die Politik war vertreten durch: Volker Wissing, Bundesminister für Digitales und Verkehr, Michael Kretschmer, Ministerpräsident des Freistaat Sachsen, Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, sowie Burkhard Jung, Oberbürgermeister der Stadt Leipzig. Ebenfalls mit dabei waren die Mitglieder des Porsche Nachhaltigkeitsbeirats.

Der neue SUV Macan ist nach der Sportlimousine Taycan das zweite vollelektrische Porsche-Modell auf dem Markt. Der Sportwagenhersteller plant, im Jahr 2030 mehr als 80 Prozent der Neufahrzeuge mit rein elektrischem Antrieb auszuliefern – abhängig von der Nachfrage der Kunden und der Entwicklung der Elektromobilität in den einzelnen Weltregionen.

„Elektromobilität ist die Zukunft“

Bei Porsche sind wir davon überzeugt: Elektromobilität ist die Zukunft. Es ist eine Gemeinschaftsaufgabe von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, die Transformation der Mobilität gemeinsam voranzutreiben“, sagte Vorstandsvorsitzender Oliver Blume bei der Festveranstaltung. Die Transformation verlaufe aber nicht überall gleich schnell, so der Porsche-Chef: „Daher stellen wir uns flexibel auf, mit einem Dreiklang der Antriebsarten bestehend aus Verbrennern, Plug-in Hybriden und vollelektrischen Modellen“. Das Werk Leipzig bezeichnete Blume hinsichtlich Flexibilität und Nachhaltigkeit als „Vorreiter und Aushängeschild – für Porsche selbst, aber auch für die Automobilindustrie insgesamt.“

Der Automobilbau in Sachsen hat eine lange Tradition. Den Grundstein dafür legte die Gründung der Horch-Werke in Zwickau 1904. „Sachsen ist eine Wiege des deutschen Automobilbaus. Das Jubiläum ‚120 Jahre Automobilbau in Sachsen‘ ist ein Sinnbild für die Transformationsfähigkeit und Technologieoffenheit der Branche im Freistaat, sowie den Erfolg der hier ansässigen Wirtschaftsunternehmen“, sagte der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer.

Fast jeder zehnte in Deutschland gebaute Pkw kommt aus dem ‚Autoland Sachsen‘“, so Kretschmer mit Verweis auf Produktionsstätten weiterer Hersteller wie BMW, ebenfalls in Leipzig, und dem VW-Konzern, der in Dresden und Zwickau produziert.Der Freistaat zählt zu den führenden Produktionsstandorten vollelektrischer Automobile in Deutschland sowie ganz Europa und hat seine Position als attraktiver und erfolgreicher Wirtschaftsstandort fest etabliert“, sagte Kretschmer, der sich sicher ist: „Die Elektromobilität als Innovationstreiber bringt den Wirtschaftsstandort Sachsen weiter voran.“

Wie Porsche die Produktion nachhaltiger machen will

Nachhaltigkeit ist laut dem Hersteller ein wesentlicher Bestandteil der Porsche Strategie 2030. Die Zuffenhausener bekennen sich demnach zu den Zielen des Pariser Klimaschutzabkommens und haben das Ziel, ein Vorreiter für nachhaltige Mobilität zu sein. Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann: „Wir stehen inzwischen mit beiden Beinen in einem neuen Mobilitätszeitalter. Bei den Pkw stehen dabei alle Weichen auf Elektromobilität. Und Porsche zeigt: Das macht nicht nur Sinn, sondern auch Spaß!

Gleichzeitig sieht Kretschmann den Wirtschaftsstandort Deutschland gut gerüstet für den Strukturwandel. Er betont in diesem Zusammenhang die Bedeutung von Innovationskraft und Kreativität: „Wir haben in Deutschland das Know-how und den Erfindergeist, um bei der Elektromobilität an der Spitze zu marschieren. Die Besten der Besten bei uns im Land weisen uns den Weg. Deshalb bin ich sicher: Der Wandel hin zu einer nachhaltigeren Mobilität wird gelingen.

Porsche-Macan-Elektroauto-Turbo
Porsche

In Leipzig läuft der elektrische Macan laut Porsche bilanziell CO2-neutral vom Band. „Wir verfolgen in der Porsche-Produktion an allen unseren Standorten konsequent den Ansatz ‚smart, lean and green‘. Das heißt: Unsere Vision ist eine intelligent vernetzte Fabrik, deren Einfluss auf die Umwelt möglichst gering ist“, sagt Porsche-Produktionsvorstand Albrecht Reimold. „Zudem arbeiten wir bei Porsche auf eine bilanziell CO2-neutrale Wertschöpfungskette der neu produzierten Fahrzeuge im Jahr 2030 hin.“

Für seine nachhaltige Ausrichtung wurde das Leipziger Werk bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem „Lean and Green Management Award“ 2021. Die Auszeichnung zur „Fabrik des Jahres“ 2023 bescheinigt dem sächsischen Porsche-Standort ebenfalls einen stringenten Nachhaltigkeitsansatz.

Wirtschaftsmotor mit breit gefächertem gesellschaftlichen Engagement

Mehr als 4600 Mitarbeitende fertigen im sächsischen Porsche-Werk die Modelle Macan und Panamera. Außerdem engagiert sich der Sportwagenhersteller in Leipzig gesellschaftlich in den Bereichen Bildung, Kultur, Soziales, Sport und Umwelt. Oberbürgermeister Burkhard Jung würdigte das Engagement des Sportwagenherstellers für die Region: „Wir sind sehr froh und stolz, Porsche in Leipzig zu haben. Porsche ist nicht nur ein wesentlicher Wirtschaftsmotor, sondern auch ein engagierter Partner in der Stadt: als Förderer der Kultur, des Sports oder als Unterstützer von sozialen Projekten – insbesondere auch zugunsten junger Menschen. Ohne Porsche wären zum Beispiel die Konzerte ‚Klassik airleben‘ des Gewandhausorchesters im Rosental kaum möglich.

Im Rahmen der Werkserweiterung für den Macan hatte das Werk Leipzig die Belegschaft frühzeitig für die Elektromobilität und die damit einhergehenden neuen Aufgaben qualifiziert und emotionalisiert. Werkleiter Gerd Rupp betonte bei der Festveranstaltung: „Durch Technologien wie Künstliche Intelligenz oder Augmented Reality werden Prozesse robuster und effizienter. Aber die Mitarbeiter sind und bleiben ein Schlüsselfaktor bei der Gestaltung der Transformation. Eine Fabrik lebt von den Menschen, die Technologien aktiv gestalten.“

Quelle: Porsche – Pressemitteilung vom 15.05.2024

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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