Polestar kämpft mit Verlusten und plant Aktiensplit

Polestar kämpft mit Verlusten und plant Aktiensplit
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Polestar

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Polestar hat für das dritte Quartal einen deutlichen Verlust ausgewiesen und parallel eine Reverse-Aktiensplit-Strategie angekündigt. Diese Maßnahme soll den Aktienkurs rechnerisch anheben und damit die Anforderungen der Nasdaq erfüllen, denn der Kurs notiert seit längerer Zeit unter der Ein-Dollar-Marke. Das Vorgehen verändert nicht den Wert der Anteile, kann aber helfen, den drohenden Ausschluss vom Handelsplatz abzuwenden. Die Bekanntgabe führte dennoch zu einem Kursrückgang, der das ohnehin angespannte Umfeld widerspiegelt.

Im dritten Quartal belief sich der Nettoverlust auf 365 Millionen Dollar, umgerechnet rund 310 Millionen Euro, nach 323 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Finanzchef Jean-Francois Mady sprach in einem Analystengespräch von einem Ergebnis, das klar hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei. Als Gründe nannte er weiterhin hohen Preisdruck und steigende Produktionskosten, die durch Importzölle zusätzlich belastet werden. Die Aussage verdeutlicht die Herausforderungen auf Märkten, in denen Hersteller zunehmend um Margen und Absatz kämpfen.

Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen legte der Umsatz im gleichen Zeitraum zu und stieg auf 748 Millionen Dollar, etwa 636 Millionen Euro. Dieser Zuwachs ist vor allem auf höhere Verkaufszahlen und einen wachsenden Anteil neuer Modelle wie Polestar 3 und Polestar 4 zurückzuführen. Allerdings belasteten Kosten aus sogenannten Restwertgarantien das Ergebnis. Diese sind in Nordamerika üblich und greifen, wenn ein Auto am Ende der Leasingzeit weniger wert ist, als ursprünglich angenommen. Sinkende Wiederverkaufswerte von Elektroautos führen damit zu zusätzlichen finanziellen Risiken.

Polestar verschlankt eigene Struktur – auch im Bereich Forschung und Entwicklung

Polestar versucht bereits seit Monaten, die eigene Struktur schlanker zu gestalten. Rund ein Fünftel der Belegschaft wurde abgebaut, auch Bereiche in der Forschung und Entwicklung waren betroffen. Gleichzeitig stützt sich der Hersteller stärker auf bestehende Ressourcen innerhalb der Geely-Gruppe. Dieser Schritt folgt einer Strategie, die bereits bei Volvo Cars umgesetzt wurde und soll Effizienzgewinne ermöglichen. Die Verlagerung auf ein stärker händlerorientiertes Vertriebsmodell gehört ebenfalls zu diesen Maßnahmen.

Das geografische Profil des Unternehmens verändert sich deutlich. Die Nachfrage in den USA bleibt verhalten, da sich viele Käufer wieder verstärkt für Hybrid- oder Benzinmodelle entscheiden. Polestar richtet seinen Fokus daher stärker auf Europa, wo die Verkaufszahlen weiter wachsen. Bei der Vorstellung des Polestar 5 Grand Tourer im September kündigte das Unternehmen an, den Marktstart in den USA und China vorerst auszuklammern. Beide Regionen zählen zu den größten Automärkten der Welt, dennoch will Polestar in der aktuellen Phase weniger Risiken eingehen.

Für die ersten neun Monate des Jahres zeigt sich ein gemischtes Bild. Der Umsatz stieg auf gut 2,2 Milliarden Dollar, etwa 1,85 Milliarden Euro. Der Absatz legte mit rund 44.500 Autos ebenfalls zu. Gleichzeitig rutschte die Bruttomarge tiefer ins Minus, was in erster Linie auf eine außerordentliche Wertminderung des Polestar 3 in Höhe von 739 Millionen Dollar zurückzuführen ist. Ohne diesen Effekt fällt die bereinigte Bruttomarge nahezu stabil aus. Der Nettoverlust summierte sich in den ersten drei Quartalen auf 1,56 Milliarden Dollar, also rund 1,3 Milliarden Euro.

Für Liquidität ist zumindest kurzfristig gesorgt: Das Unternehmen erhielt im Sommer eine Kapitalerhöhung über 200 Millionen Dollar, ungefähr 170 Millionen Euro, und erneuerte Kreditlinien in Milliardenhöhe. CEO Michael Lohscheller betonte, die Ausrichtung des Unternehmens verändere sich weiter. Man wolle die Handelsstrukturen ausbauen und die Organisation effizienter gestalten, um sich in einem schwierigen Marktumfeld behaupten zu können. Wie wirkungsvoll diese Schritte sein werden, dürfte sich erst in den kommenden Quartalen zeigen.

Quelle: Polestar – Pressemitteilung vom 12.11.2025 / Reuters – Polestar’s losses widen, aims to keep Nasdaq listing with reverse stock split

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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