Polestar 5 soll an altem Saab-Standort entwickelt werden

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Daniel Krenzer
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  —  Lesedauer 2 min

Der schwedisch-chinesische Autobauer Polestar, hinter dem die Hersteller Volvo und Geely stehen, übernimmt zumindest die Entwicklung am alten Saab-Standort Trollhättan in Schweden. Das berichtet die Automobilwoche. Wie eine Sprecherin demnach bestätigte, sollen die Entwicklungskapazitäten von Polestar in Europa damit deutlich ausgebaut werden. Die Rede ist von der Anmietung eines 15.000 Quadratmeter großen Areals.

Laut Automobilwoche ist vorgesehen, dass der Antriebsstrang des für 2024 geplanten Polestar 5 in Trollhättan entwickelt werden soll. Aktuell findet die Entwicklung für Polestar in Göteborg statt, wo etwa 800 Mitarbeiter beschäftigt sein sollen.

Bisher wurde das alte Saab-Werk von NEVS betrieben. Dahinter verbirgt sich das ebenfalls schwedisch-chinesische Unternehmen National Electric Vehicle Sweden, das 2012 gegründet wurde und den insolventen Hersteller Saab übernommen hatte. Nun ist aber auch NEVS pleite, zuletzt wurden alle Mitarbeiter entlassen, das Werk steht seitdem still. Zwischenzeitlich hieß es, dass Sono Motors den Sion dort bauen lassen möchte. Doch dieses Projekt wurde inzwischen ebenfalls eingestellt. Die Stadt kauft nun offenbar die Grundstücke – und vermietet zumindest Teile davon an Polestar.

Werk für Zeekr-Modelle?

Dass Polestar an diesem Standort auch Fahrzeuge produzieren könnte, sei derzeit noch nicht final klar, berichtet die Automobilwoche. Bislang werden die Polestar-Modelle alle in China gefertigt. Im vergangenen Jahr verkaufte Polestar weltweit etwas mehr als 50.000 E-Autos. Selbst wenn sich das Absatzplus des ersten Quartals dieses Jahres fortsetze, wäre laut Automobilwoche das ehemalige Saab-Werk deutlich zu überdimensioniert.

Denkbar sei es, dass Geely das Werk daher nicht nur für den Bau von Polestar-Fahrzeugen, sondern auch für andere Marken nutzen könnte. So soll unter anderem die Marke Zeekr zukünftig ebenfalls verstärkt in Europa angeboten werden.

Polestar fiel neulich bei der Automesse in Shanghai mit dem neu vorgestellten Polestar 4 auf, der keine Heckscheibe aufweist. In Deutschland verkauft sich vor allem die Limousine Polestar 2 gut. In diesem Jahr will Polestar insgesamt 80.000 Fahrzeuge verkaufen.

Quelle: Automobilwoche – „Pläne für den Polestar 5: Polestar übernimmt ehemalige Saab-Entwicklung“

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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Groß:

Volvo und Polestar sind doch für Geely nur da um langsam auf die neuen Automarken von Geely hinzuarbeiten. Die ersten bringt Geely jetzt mittlerweile nach Europa.
Alles Augenwischerei von Geely weil selbst in China nicht den Ruf von guter Qualität hat.
Ein anderer Name macht dann viel aus.

MMM:

 Im vergangenen Jahr verkaufte Polestar weltweit etwas mehr als 50.000 E-Autos.

 In diesem Jahr will Polestar insgesamt 80.000 Fahrzeuge verkaufen.

Das wirkt nicht besonders ambitioniert für Geely und Volvo. Die vielgescholtenen deutschen Hersteller haben trotz größerer Stückzahlen größere Wachstumsraten, von anderen Marktteilnehmern gar nicht zur reden.

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