Osnabrück bald mit 94 Prozent Elektrobus-Quote

Osnabrück bald mit 94 Prozent Elektrobus-Quote
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SWO Mobil

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Volle Kraft voraus für eine neue Elektrobus-Partnerschaft in Osnabrück und die Antriebswende im örtlichen ÖPNV: Die SWO Mobil der Stadtwerke Osnabrück hat Daimler Buses als Lieferant für insgesamt 19 neue E-Busse des Typs Mercedes-Benz eCitaro ausgewählt. Ab 2025 werden die neuen Stadtbusse sukzessive ausgeliefert. Der Zuschlag für die vollelektrischen und lokal emissionsfrei fahrenden Elektro-Solobusse für das Liniennetz in Osnabrück erfolgte nach einer europaweiten Ausschreibung.

Durch die neuen Busse steigern wir den Elektrobus-Anteil in unserer Flotte auf 81 von insgesamt 86 Fahrzeugen. Damit erreichen wir eine Elektrobus-Quote von 94 Prozent“, betont André Kränzke, Geschäftsführer der SWO Mobil. „Wir sind hocherfreut über die jetzt angelaufene eCitaro Elektrobus-Partnerschaft mit der SWO Mobil. Dieser Auftrag ist für uns ein weiterer wichtiger Schritt zum Ausbau der elektrifizierten Mobilität im ÖPNV deutscher und internationaler Städte“, sagt Rüdiger Kappel, Leiter Vertrieb ÖPNV Deutschland bei Daimler Buses.

Osnabrück gilt bei der Umstellung auf einen elektrisch betriebenen ÖPNV bundesweit als Vorbild: Laut E-Bus-Radar gehört Osnabrück zu den Top-20-E-Bus-Städten in Deutschland. Im März 2019 gingen die ersten 13 E-Gelenkbusse des niederländischen Herstellers VDL auf der Linie M1 an den Start. Ende 2020 folgten weitere 22 E-Gelenkbusse auf den Linien M2 und M3, rund um den Jahreswechsel 2021/2022 weitere 27 E-Gelenkbusse auf den Linien M5 und M4. Seit Anfang 2022 werden alle fünf MetroBus-Linien ausschließlich von Elektrobussen bedient. Die E-Gelenkbusse werden an Schnellladestationen per Pantograph an den jeweiligen Endwenden sowie auf dem Stadtwerke-Betriebshof geladen.

Nach fünf Betriebsjahren ziehen die Stadtwerke eine durchweg positive Zwischenbilanz

Die E-Busse punkten insbesondere bei der technischen Verfügbarkeit und den Nachhaltigkeitskennzahlen. Bei der Inbetriebnahme der ersten 13 E-Gelenkbusse auf der neuen MetroBus-Linie M1 wurde vielfach von einem „Meilenstein“ und einer „Zeitenwende“ für Osnabrück gesprochen. Fünf Jahre später legen die nunmehr 62 Elektro-Busse pro Jahr rund 3,6 Millionen emissionsfreie E-Kilometer zurück. Für jeden E-Bus wurde ein Dieselbus ausgemustert, die jährliche CO2-Einsparung beträgt rund 2100 Tonnen. „Unsere E-Busse leisten somit einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz und eine bessere Luftqualität in Osnabrück“, betont daher Stadtwerke-Finanzvorstand Dirk Eichholz.

Darüber hinaus stehen die E-Gelenkbusse in puncto technische Verfügbarkeit den Dieselbussen nichts nach – und meistern alle Osnabrücker Wetterherausforderungen: „Ob bei 39,5 Grad im Juli 2019, bei minus 15,9 Grad im Februar 2021 oder bei Windstärke 12 im Februar 2022 – das macht unseren E-Bussen so gut wie nichts aus“, erläutert SWO Mobil-Geschäftsführer André Kränzke. Technisch funktioniere der Betrieb nahezu reibungslos und störungsfrei. „Die damals geäußerten Befürchtungen und Sorgen konnten und können wir komplett ausräumen.

Platz für 69 Fahrgäste im neuem Mercedes-Benz Elektrobus

Die jetzt von der SWO Mobil beauftragten zweiachsigen eCitaro Solobusse sind 12 Meter lang und verfügen über drei Einstiegstüren. Jeder der 19 in den Farben der SWO Mobil rot-weiß lackierten Busse bietet eine Beförderungskapazität von maximal 69 Fahrgästen, die Platz auf bis zu 30 Sitz- und 39 Stehplätzen finden. An der hinteren Einstiegstür erleichtert eine manuell betätigte Klapprampe die Nutzung der Busse für in ihrer Mobilität eingeschränkte Fahrgäste. Im Fahrgastraum befinden sich zahlreiche USB-Doppelladesteckdosen zum Aufladen mobiler Endgeräte.

Mercedes-Benz-eCitaro
Daimler Truck

Auch die 19 neuen eCitaro Solobusse in Osnabrück werden – wie alle Busse von Daimler Buses in Europa – die europaweit ab Juli 2024 geltenden Regelungen der General Safety Regulation (GSR) erfüllen. Sie verfügen über eine Vielzahl an Assistenzsystemen wie Sideguard Assist 2 und den neuen Frontguard Assist, die im Verbund ein Warnsystem ergeben, das vor Hindernissen und Personen seitlich und vor dem Omnibus warnt.

Die Gesamtkapazität der fünf an jedem der Busse installierten Batteriepakete mit jeweils 98,3 kWh beträgt 491,5 kWh, das ermöglicht eine Reichweite von rund 270 Kilometern, mehr als ausreichend für eine Linienstrecke. Das Laden der Batterien erfolgt über Depotladung auf dem Stadtwerke-Betriebshof.

Quelle: SWO – Pressemitteilungen vom 29.04.2024 und 26.03.2024

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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