Opel-Stammsitz wird CO2-neutral

Opel-Stammsitz wird CO2-neutral
Copyright:

Opel

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Stellantis stellt am Deutschland-Sitz Rüsselsheim am Main die Weichen auf eine CO2-neutrale Zukunft: In den kommenden Jahren am Stammsitz der Marke Opel, die drei Jahre später in Europa ausschließlich rein batterie-elektrische Fahrzeuge anbieten wird, wird demnach ein grüner Campus entstehen, der 2025 fertiggestellt sein soll. Auf deutlich reduzierter Fläche in unmittelbarer Nähe zum modernen Fertigungswerk sollen hochmoderne Büros und Arbeitsstätten für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auch aus Verwaltung, Forschung & Entwicklung und Vertrieb entstehen.

Der Standort Rüsselsheim leiste damit einen entscheidenden Beitrag zum Ziel von Stellantis, sich als Konzern CO2-neutral aufzustellen. Die Erfahrungen aus der Transformation des Standortes sollen auch für die Entwicklungen des Konzerns an anderen Orten weltweit genutzt werden.

Über die weitere Flächenentwicklung haben Stellantis zufolge bereits konstruktive Gespräche mit der Stadt und den Arbeitnehmervertretern begonnen und sollen in den nächsten Monaten fortgeführt werden. Insgesamt wird durch die Zusammenarbeit mit einem externen Investor von Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe ausgegangen. Stellantis verweist in seiner Mitteilung darauf, damit „ein deutliches Bekenntnis in die Zukunft seines Standortes Rüsselsheim“ zu setzen.

„Wir entwickeln hier einen CO2-neutralen grünen Campus − mit einem konsequenten Niedrigenergiekonzept, der umfassenden Nutzung von Solar-Panels auf allen Dächern und einer umfangreichen Begrünung, die Vorbildcharakter haben wird. Umweltfreundlichkeit und Effizienz werden bei uns großgeschrieben. Der neue Hauptsitz von Stellantis in Deutschland soll in die historische Gebäudesubstanz K40 eingebunden werden. Das sorgt für deutlich weniger Ressourcennutzung im Vergleich zu einem kompletten Neubau und macht gleichzeitig zu jeder Zeit die große industrielle Tradition unseres Unternehmens sichtbar. Insgesamt verbessern wir dadurch die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes, indem wir uns durch kürzere Wege effizienter aufstellen.“ – Uwe Hochgeschurtz, CEO Opel

Ralph Wangemann, Personalchef von Stellantis in Deutschland ergänzt, dass die Transformation der Automobilbranche, die auch Stellantis und Opel aktiv vorantreiben, in Rüsselsheim „besonders deutlich erlebbar“ werden soll: „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können sich schon heute auf ihre künftige Arbeitsumgebung freuen. Wir schaffen einen hochattraktiven Campus mit modernster Arbeitsausstattung, hervorragender Erreichbarkeit und besten Voraussetzungen für ein flexibles von Kommunikation und Innovation geprägtes Arbeiten.

Schon jetzt wird in Rüsselsheim ein neues, effizientes Arbeitskonzept unter dem Namen „New Era of Agility“ eingeführt. Dies sieht eine Kombination aus mobilem Arbeiten und Präsenz am Campus vor. In modernen und flexiblen Arbeitsbereichen werde der Fokus vor allem auf Zusammenarbeit und kreativen Austausch gelegt.

Die Pläne von Stellantis bieten der Stadt Rüsselsheim wiederum die Chance, die Entwicklung der Stadt im Bereich der dann ehemaligen Opel-Werksflächen weiter voranzutreiben.

Stellantis beabsichtigt, ein CO2-neutrales Unternehmen und Marktführer bei emissionsarmen Fahrzeugen (LEV) zu werden. Ziel ist es, bis 2030 einen LEV-Anteil von 70 Prozent des Absatzes in Europa zu erreichen und von mehr als 40 Prozent in den USA. Alle 14 Marken des Konzerns haben sich verpflichtet, vollelektrifizierte Lösungen anzubieten. Um diese ehrgeizigen Ziele zu erreichen, hat das Unternehmen einen Investitionsplan von 30 Milliarden Euro angekündigt. Stellantis plant, die Freiheit der Mobilität auf die effizienteste, kostengünstigste und nachhaltigste Weise zu gewährleisten.

Quelle: Stellantis – Pressemitteilung vom 01.10.2021

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

Deutschlands Zulieferer verlieren weiter gegen Konkurrenz aus China

Deutschlands Zulieferer verlieren weiter gegen Konkurrenz aus China

Michael Neißendorfer  —  

Die deutschen Automobilzulieferer stecken tiefer in der Krise als bislang vielen bewusst war. Wie es wieder Aufwärts gehen kann.

China-Druck bringt VDA zum Umdenken

China-Druck bringt VDA zum Umdenken

Arun Niemann  —  

Chinesische Hersteller setzen Europas Autobauer zunehmend unter Druck. Jetzt prüft auch der VDA, ob sein bisheriger Freihandelskurs noch trägt.

T&E-Chef Bock: Krise der deutschen Autoindustrie ist hausgemacht

T&E-Chef Bock: Krise der deutschen Autoindustrie ist hausgemacht

Tobias Stahl  —  

Nicht die Belegschaft und auch nicht die EU-Vorgaben sind Schuld an der Misere der europäischen Autoindustrie, meint T&E-Chef Bock – sondern die Chefetagen.

Schaeffler kappt E-Auto-Ziele nach US-Förderstopp

Schaeffler kappt E-Auto-Ziele nach US-Förderstopp

Sebastian Henßler  —  

Schaeffler senkt seine Umsatzziele bis 2028 deutlich, weil der Wegfall der E-Auto-Förderung in den USA das Geschäft rund um Vitesco stärker bremst als erwartet.

Batterieabhängigkeit kostet Europa bis 150 Milliarden Euro

Batterieabhängigkeit kostet Europa bis 150 Milliarden Euro

Sebastian Henßler  —  

Eine neue Deloitte-Studie zeigt, dass Europas Automobilindustrie bis 2030 bis zu 150 Milliarden Euro an Wertschöpfung verlieren könnte.

Hankooks Reifen der Zukunft: luftlos, farbig, abbaubar

Hankooks Reifen der Zukunft: luftlos, farbig, abbaubar

Sebastian Henßler  —  

Luftlos, transparent, biologisch abbaubar: Hankooks Konzeptreifen bricht mit allen Konventionen. Was heute schon geht und was fehlt, bis er serienreif ist.

Automobilindustrie vor Tabubruch: Müssen deutsche Werke bald China-Autos bauen?

Automobilindustrie vor Tabubruch: Müssen deutsche Werke bald China-Autos bauen?

Daniel Krenzer  —  

VDA-Präsidentin Hildegard Müller warnt vor gefährdeten Werken in Deutschland. Kooperationen mit chinesischen Herstellern könnten helfen, Jobs zu sichern.