Odyssey 21: Extreme E stellt radikales, 400 kW starkes Rallyefahrzeug vor

Odyssey 21: Extreme E stellt radikales, 400 kW starkes Rallyefahrzeug vor
Copyright:

Extreme E

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 4 min

Formel-E-Gründer Alejandro Agag und der Extreme-E-Vorsitzende Gil de Ferran enthüllten kurz vor dem Start des Goodwood Hillclimb beim Festival of Speed ​​den neuen Rennwagen für die rein elektrische Rallyeserie Extreme E. In Anlehnung an die Schwesterserie ABB FIA Formel E, die mit Formel 1 ähnlichen, rein elektrischen Fahrzeugen auf Stadtkursen ausgetragen wird, soll auch Extreme E dazu beitragen, die Begeisterung für Elektroautos zu fördern und somit ihre Marktdurchdringung zu beschleunigen, um den Planeten zu schützen und die Luftverschmutzung zu verringern.

Das Ziel der Rennserie ist es, an besonders betroffenen Orten die heute bereits sichtbaren Folgen des Klimawandels zu veranschaulichen. Bei jedem der Rennen soll dabei der Fokus auf bestimmte Folgen der Klimakrise oder Umweltschutzthemen gelegt werden, wie etwa schmelzende Eiskappen, Gletscherschmelze, Verwüstung, Entwaldung, Plastikmüll in den Ozeanen sowie der Anstieg der Meeresspiegel.

Der Gründer der Serie, Alejandro Agag, stellte bei einer Auftaktveranstaltung beim Goodwood Festival of Speed ​​den neuesten Prototypen vor. Der 400 kW (550 PS) starke Odyssey 21 besteht aus standardisierten Teilen des Formel-E-Ausstatters Spark Racing Technology und einer Batterie von Williams Advanced Engineering. Er erreicht 100 km/h in 4,5 Sekunden, während er Steigungen von bis zu 130 Prozent bewältigt. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt gut 200 km/h.

Bild: Extreme E

Unter der schlanken Karosserie befinden sich ein Rohrrahmen aus einer verstärkten Stahllegierung sowie eine Crash-Struktur und ein Überrollkäfig. Die Reifen wurden sowohl für extreme Winter- als auch Sommeranforderungen konzipiert und sind vom Gründungspartner und Reifenspezialisten Continental entwickelt wurden.

„Der Extreme E-SUV Odyssey 21 ist einzigartig im Motorsport. Die Spitzentechnologie, die unsere branchenführenden Partner bei seinem Design und seiner Entwicklung eingesetzt haben, hat zu einem atemberaubenden Auto geführt, das in den härtesten und vielfältigsten Umgebungen der Welt die höchste Leistung bringt.“ – Alejandro Agag, Gründer und CEO der Formel E, operativer Partner von Extreme E

Nach seiner Enthüllung leitete der Odyssey 21 den weltberühmten Goodwood Hillclimb ein und absolvierte seinen ersten Demonstrationslauf im Schatten von Goodwood House. Von Anfang an können die Teams der Rennserie Extreme E ihren eigenen Antriebsstrang testen und entwickeln und bestimmte Teile der Karosserie selbst auswählen, z. B. die Motorabdeckung, die vorderen und hinteren Stoßfänger, die Seitenschweller und die Lichter, um die ihre alltäglichen Straßenautomodelle widerzuspiegeln.

Unsere Herausforderung bestand darin, ein Auto zu bauen, das allen möglichen Untergrund- und Geländevariationen standhält, darunter auch Kies, Fels, Schlamm, Eis, Schnee, Wasser und Sand“, so Theophile Gouzin, Technischer Leiter von Spark Racing Technology. Der Odyssey 21 soll die Leistung und das Drehmoment von herkömmlichen Rallye-Weltmeisterschafts- und Rallye-Raid-Fahrzeugen deutlich übertreffen. „Die Zahlen sind wirklich überwältigend“, so Gouzin. Das Drehmoment des E-Rallyeautos soll bei mehr als 900 Newtonmeter liegen.

Mit Rennen, die in verschiedenen Ökosystemen wie Gletscher, Regenwald, Arktis, Gebirge und Wüste geplant sind, will Extreme E die Teams, die Fahrer und die Autos in den sowohl schwierigsten als auch fragilsten Umgebungen der Welt auf Herz und Nieren prüfen.

Ob in der Arktis, im Himalaya, im Amazonasgebiet, in der Sahara oder auf den Inseln des Indischen Ozeans – dieses Auto wird nicht nur Motorsportbegeisterten, sondern auch Verbrauchern, die ihren eigenen Beitrag zum Umweltschutz leisten möchten, die Leistungsfähigkeit von Elektrofahrzeugen demonstrieren“, ist sich Agag sicher.

Die Erprobung des Prototyps soll im September beginnen. Die Auslieferung von zwölf Fahrzeugen von Spark Racing Technology an die Teams folgt im März 2020. Die Gruppentests finden dann Mitte 2020 statt, bevor die Konkurrenten das „schwimmende Fahrerlager“ von Extreme E beziehen, das ehemalige Postschiff RMS St. Helena, und zum Eröffnungsrennen Anfang 2021 starten.

Bild: Extreme E

Quelle: Extreme E – Pressemitteilung vom 05.07.2019

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in News

Experte: Warum Laden kein Erlebnis sein sollte

Experte: Warum Laden kein Erlebnis sein sollte

Sebastian Henßler  —  

Matthias Speicher erklärt, warum das beste Ladeerlebnis unsichtbar bleibt und kleine Friktionen Vertrauen im Lademarkt zerstören.

Diese 7 E-Autos bis 35.000 Euro kommen auf Strecke gut voran

Diese 7 E-Autos bis 35.000 Euro kommen auf Strecke gut voran

Daniel Krenzer  —  

Elektrisch ohne Ladeweile weit fahren, aber trotzdem keine Unsummen bezahlen – das geht inzwischen mit einigen Modellen auf dem Markt.

Technikvergleich BMW i3 – Mercedes C-Klasse EQ: Der Bayern-Trumpf sticht

Technikvergleich BMW i3 – Mercedes C-Klasse EQ: Der Bayern-Trumpf sticht

Stefan Grundhoff  —  

BMW i3 und Mercedes C-Klasse treten mit ähnlicher Technik gegeneinander an. Was bieten beide E-Autos in Sachen Plattform, Ladetechnik und Fahrerassistenz?

Chery-Akku schnuppert an 1500 Kilometern Reichweite

Chery-Akku schnuppert an 1500 Kilometern Reichweite

Daniel Krenzer  —  

Die ersten Festkörperbatterien sollen noch in diesem Jahr in einem Elektroauto getestet werden, halbfeste Batterien gehen zeitnah in Serie.

Benzinpreiskrise: Grüne in Bayern fordern Fokus auf E-Mobilität

Benzinpreiskrise: Grüne in Bayern fordern Fokus auf E-Mobilität

Michael Neißendorfer  —  

Bayern fördert Wasserstoff mit hohen Millionenbeträgen und knausert bei der E-Mobilität, so die Grünen. Sie fordern angesichts des Irankriegs ein Umdenken.

Motorsport: Opel steigt in die Formel E ein

Motorsport: Opel steigt in die Formel E ein

Sebastian Henßler  —  

Während Audi, BMW und Mercedes die Formel E verlassen haben, geht Opel den entgegengesetzten Weg und gründet ein eigenes Rennteam.

Studie: Profitieren E-Fuels von schwächelnder E-Mobilität?

Studie: Profitieren E-Fuels von schwächelnder E-Mobilität?

Daniel Krenzer  —  

E-Fuels unter der Lupe: Eine aktuelle Studie der E-Fuel Alliance wirft mehr Fragen als Antworten auf.