Noah: Vom Konzept zum Elektroauto aus Bioverbundwerkstoffen

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TU Eindhoven

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Bereits im März 2018 haben wir Noah vorgestellt. Noah ist ein recyclebares Fahrzeug, entwickelt von Studenten der TU Eindhoven. Das Konzeptfahrzeug, welches sich in Form eines E-Kleinwagens präsentiert, setzt beim Chassis, den Karosserieteilen und dem Interieur auf Biokomposit mit der Hauptkomponente Flachs. Beim aktuellen Modell wurde die Matrix von Polypropylen durch eine Matrix von PLA (Zuckerrohr) ersetzt. Dies war bei einem Vorgängerkonzept (Lina) noch nicht der Fall. Durch die verwendeten Materialien ist Noah ultraleicht und kommt mit einer Kraftstoffsparsamkeit von 1:300 daher. Die niederländischen Studenten absolvieren mit ihrem Fahrzeug in den kommenden Monaten eine Europa-Tour, um für umweltfreundlichen Automobilbau zu werben.

Hinsichtlich des Platzes ist Noah eher klein ausgelegt. Zwei Passagiere, Kofferraum und 240 Kilometer Reichweite wissen dann aber doch zu überzeugen. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 110 km/h begrenzt. Der Verbrauch im Stadtverkehr soll umgerechnet nur einem Liter Benzin auf 300 Kilometer entsprechen. Das Gewicht von gerade einmal 360 Kilogramm ist entscheidend für die Effizienz des Prototypen eines recyclebaren Fahrzeugs. Die Batterie bringt weitere 60 Kilogramm auf die Waage – bei herkömmlichen E-Autos kommen bis zu mehrere Hundert Kilogramm hinzu. In Kürze soll Noah für die Fahrt auf öffentlichen Straßen zugelassen werden.

Das Chassis von Noah steht auf einer „Sandwichplatte“, die das Biokomposit mit einem Wabenstruktur-Kern aus Zuckerrohr (PLA) kombiniert. Vollständig recycelbar ist die gesamte Platte ebenfalls; was möglich ist, da diese eben nur aus zwei Materialien PLA und Flachs besteht. Die biologischen, leichtgewichtigen Komponenten sollen bei der Produktion bis zu sechsmal weniger Energie als übliche Leichtbaumaterialien wie Aluminium oder Carbon benötigen. Abstriche bei der Sicherheit gebe es nicht, betonen die TU-Studenten.

Nach dem Ende der Laufzeit des Noah können die verbauten Bioverbundwerkstoffe als Rohmaterialien für andere Produkte genutzt werden. Die nicht organischen Bauteile kommen dem Recyclingkreislauf zu. Für Noah kommt eine Serienfertigung nicht in Frage. Im Gegenteil, geht es den Studenten vielmehr darum aufzuzeigen, dass auch komplexe Produkte wie Autos in hohem Maß wiederverwendbar und damit umweltfreundlich konzipiert werden können.

Quelle: Ecomento.de – Noah: Umweltschonendes Elektroauto aus Bioverbundwerkstoffen

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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