Nissan-Schwestermodell des Renault Twingo soll Wave heißen

Nissan-Schwestermodell des Renault Twingo soll Wave heißen
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Renault

Michael Neißendorfer
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  —  Lesedauer 3 min

Nissan will seine Elektrifizierungsstrategie ins Kleinwagensegment bringen und Anfang 2027 einen vollelektrischen City-Flitzer auf die Straße setzen. Dieser soll Wave heißen, wie L’Argus aus Frankreich erfahren haben will. Damit bestätigen sich Gerüchte, die schon seit einigen Wochen kursieren – während der Name viele Beobachter überrascht. Denn ursprünglich deutete vieles darauf hin, dass Nissan für sein neues Modell auf eine alte Bezeichnung zurückgreifen könnte.

Denn erst Anfang August hatte der japanische Hersteller die Markenrechte am Namen Pixo erneuert. Der Pixo war Ende der 2000er-Jahre Nissans Mini-Citycar, entwickelt gemeinsam mit Suzuki und technisch eng verwandt mit dem Alto. Die Parallelen zu einem kommenden Kleinstwagen lagen also nahe. Branchenkenner spekulierten schnell über eine Wiederbelebung der Modellbezeichnung. Der nun kolportierte Name Wave wäre eine Premiere für die Marke. Zwar gab es bereits eine Sonderedition des Micra mit diesem Namenszusatz, doch als eigenständiges Modell würde der Wave Neuland betreten.

Der Name verheißt sinnbildlich Dynamik und Aufbruch – und könnte auch auf einen etwas hochwertigeren Charakter hindeuten. Denn wie schon beim Verhältnis der Schwestermodelle Renault 5 und Nissan Micra positioniert sich Nissan traditionell leicht oberhalb des französischen Partners. Renault selbst nutzte den Namenszusatz „Wave“ bereits 2016 für eine elegante Captur-Sonderedition mit Zwei-Farb-Lackierung. Ob Nissan seinem neuen City-Stromer tatsächlich einen ähnlichen Lifestyle-Anstrich verpasst, bleibt abzuwarten – ausgeschlossen ist es nicht.

Fest steht dagegen: Die Technik wird nahezu vollständig vom kommenden Renault Twingo Electric übernommen, dessen Daten grob bereits bekannt sind. Grundlage ist die AmpR-Small-Plattform (vormals CMF-BEV), die Renault speziell für erschwingliche E-Autos entwickelt. Der Antrieb kommt aus China, mit bis zu 70 kW (95 PS) in Kombination mit einer LFP-Batterie von CATL. Mit rund 30 kWh Speicherkapazität sollten Twingo und Wave auf eine Reichweite von etwa 250 bis 300 Kilometern im WLTP-Zyklus kommen – ein realistischer Wert für den urbanen Alltag.

Preislich soll Nissan – wie auch Renault – einen Einstieg von unter 20.000 Euro anpeilen. Damit wird das französisch-japanische Duo zu den günstigsten Elektroautos auf dem europäischen Markt zählen.
Optisch hingegen dürfte sich der Japaner klar von seiner französischen Schwester absetzen, wie L’Argus vermutet. Während der Renault Twingo ein eher rundliches, verspieltes Design erhält, soll der Nissan Wave kantiger und dynamischer auftreten – ähnlich wie eine ebenfalls geplante Dacia-Variante mit dem Arbeitstitel Evader, die die Marke von 18.000 Euro unterbieten soll.

Der Fahrplan ist weitestgehend klar: Zunächst startet der Renault Twingo im Frühjahr 2026. Im Herbst folgt die Dacia-Version, bevor dann auch der Nissan Wave im ersten Quartal 2027 offiziell in den Handel kommt. Produziert wird das Modell im slowenischen Werk Novo Mesto – ein Standort, der schon seit längerem für die Kleinwagenkompetenz innerhalb der Renault-Nissan-Allianz steht.

Mit dem Wave stärkt Nissan nicht nur sein europäisches E-Auto-Portfolio, sondern bringt auch frischen Wind in das wachstumsstarke Segment der bezahlbaren Elektroautos für um die 20.000 Euro. Ein Markt, der für die Transformation hin zur Elektromobilität entscheidend ist: Denn nur mit kompakten, erschwinglichen Modellen lässt sich die Elektromobilität noch weiter in die Breite tragen.

Quelle: L’Argus – Nissan Wave (2027). La cousine de la Renault Twingo ne s’appellera pas Pixo

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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