Nio stellt Produktion seiner 150-kWh-Batterien wieder ein

Nio stellt Produktion seiner 150-kWh-Batterien wieder ein
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Nio | Nio ET7

Laura Horst
Laura Horst
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Erst im April des vergangenen Jahres hatte Nio mit der Massenproduktion seiner 150-kWh-Batterien begonnen, die mehr als 1000 Kilometer Reichweite ermöglichen. Nun hat der chinesische Autobauer bereits die Produktionseinstellung bekanntgegeben. Auf dem Markt fehlte schlichtweg die Nachfrage nach den halbfesten Akkus.

Erstmals angekündigt wurden die Ultra-Langstrecken-Akkus auf dem Nio Day 2021, während die Markteinführung Mitte 2024 erfolgte. „Wir haben den 150-kWh-Akku letztes Jahr in China in Serie produziert. Wir haben mehrere hundert Akkus hergestellt“, sagte CEO William Li. Die Batterie, deren Gewicht laut Bedienungsanleitung von Nio bei 575 Kilogramm liegt, habe sich letztendlich eher als Marketinginstrument denn als Produkt erwiesen, das Kunden tatsächlich nutzen.

Trotz der großen Reichweite von mehr als 1000 Kilometern blieb die Nachfrage für den Autobauer unerwartet aus. Nio ermöglichte es seinen Kunden sogar, ihre Elektroautos für einen Tag oder länger von den 75-kWh- bzw. 100-kWh-Akkus auf den großen 150-kWh-Akku aufzurüsten.

„Wir haben die Akkus eingesetzt, um unseren Nutzern die Möglichkeit zu geben, flexibel auf 150 kWh aufzurüsten, aber wir haben festgestellt, dass sie diesen Akku nicht so oft nutzen, wie wir erwartet hatten“, merkte Li an.

Der Unternehmenschef führt die ausbleibende Nachfrage auf das umfangreiche Batteriewechsel-Netz von Nio in China zurück. Kunden ist es dadurch möglich, leere Batterien innerhalb von wenigen Minuten durch voll aufgeladene zu ersetzen, weshalb Batterien mit sehr großer Reichweite keinen Mehrwert bieten, zumal der 150-kWh-Akku im Abonnement teurer ist als die kleineren Varianten.

„Vor Jahren, als wir noch nicht so viele Batteriewechselstationen hatten, lag die Akzeptanzrate zwischen 75-kWh- und 100-kWh-Batterien bei 50:50. Aber jetzt, da wir mehr als 3500 Wechselstationen in China haben, entscheiden sich tatsächlich 97 Prozent der Nutzer für die 75-kWh-Batterie statt für die 100-kWh-Batterie“, ergänzte Li.

Eine Einführung der 150-kWh-Batterie auf dem europäischen Markt schloss der Unternehmensgründer aus, zumal in Europa zusätzliche Tests und Validierungen sowie die Produktzertifizierung Mehrkosten verursachen würden. „Daher würden wir das Geld oder das Budget lieber für die Einrichtung weiterer Wechselstationen verwenden, da dies das Problem der Reichweite für unsere Nutzer wirklich lösen kann, anstatt einen sehr großen Akku anzubieten“, erklärte Li.

Quelle: Electric Vehicles – Nio Says it Stopped Producing 150kWh Batteries After ‘Several Hundred’ Units

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