Nio: Batteriewechsel nun für alle?

Nio: Batteriewechsel nun für alle?
Copyright:

Nio

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Nio plant, sein Batteriewechsel-Netzwerk nach und nach für externe Partner zu öffnen, so William Li, der Gründer und CEO von Nio. Aktuell befindet sich Nio demnach in Verhandlungen mit mehreren anderen Unternehmen über mögliche Kooperationen. Der erste Partner soll zeitnah vorgestellt werden.

Diese Initiative ist ein wichtiger Schritt für Nio, da es bisher hauptsächlich um die Bedürfnisse der eigenen Elektroautoflotte ging. Li erläuterte in einer internen Rede und anschließenden Fragestunde mit den Mitarbeitern, dass das Öffnen des Batteriewechsel-Netzwerks für die gesamte Branche von großem Vorteil sei. Er äußerte sich zu diesem Thema, um Bedenken hinsichtlich der langfristigen Tragfähigkeit dieses Geschäftsmodells zu adressieren.

Es wird spekuliert, dass die High-End-E-Automarke Hongqi der China FAW Group der erste externe Nutzer des Nio-Netzwerks sein könnte. Diese Information stammt von Quellen, die Nio nahestehen, wurde jedoch vom Unternehmen nicht offiziell bestätigt. Hongqi verzeichnete im Oktober einen beachtlichen Absatz seiner Elektroautos. Nio hatte zuvor erklärt, dass sein Netzwerk anderen Unternehmen offensteht, vorausgesetzt, diese passen ihre Fahrzeugarchitektur an Nios Standards an.

Li verglich in einem Interview auf dem China EV 100 Forum im April die Öffnung des Batteriewechsel-Netzwerks mit der Bereitstellung eines Cloud-Service. Er betonte, dass solche Dienste – ob von amerikanischen oder chinesischen Technologieriesen – erst dann voll wirksam werden, wenn sie auch von den Unternehmen selbst genutzt werden.

Die Möglichkeit, Batterien schnell zu wechseln, bietet Nio-E-Autobesitzern große Flexibilität. Sie können ihre Batteriepakete je nach Bedarf tauschen, sei es jährlich, monatlich, wer will und das braucht sogar täglich. Laut Li werden auch die Modelle von Nios Submarken Zugang zu den Batteriewechselstationen haben, wobei genau geprüft werde, welche Einrichtungen gemeinsam genutzt werden können – was sich wohl auf unterschiedliche Batterieformate bezieht.

Nio verfügt derzeit über 2110 Batteriewechselstationen in ganz China, wobei 650 davon entlang der Hauptverkehrswege liegen. Das Unternehmen plant, bis zum Jahresende insgesamt 2300 dieser Stationen in Betrieb zu haben. In Europa gibt es ebenfalls erste Wechselstationen. Ferner unterhält Nio 1.957 Schnellladestationen und 1450 Destination-Charger in China.

Quelle: CNEVPost – Nio to unveil 1st firm to use its battery swap network on Nov 21 // CNEVPost – Nio reaches over 20,000 chargers and 2,110 swap stations in China

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektroauto laden

BYD-Megawattladen: Debatte um Bedarf in Deutschland

BYD-Megawattladen: Debatte um Bedarf in Deutschland

Sebastian Henßler  —  

Reicht ein Netz aus 300 bis 400 Kilowatt starken Ladepunkten, oder braucht der Massenmarkt künftig Megawatt-Laden für Elektroautos in Deutschland?

Dieses E-Auto erzeugt mehr Strom, als es zum Fahren braucht

Dieses E-Auto erzeugt mehr Strom, als es zum Fahren braucht

Michael Neißendorfer  —  

Kann ein Elektroauto mehr Energie erzeugen, als es während des alltäglichen Fahrens verbraucht? Das „Ja“ bei diesem mit BMW entwickelten Prototyp ist eindeutig.

ISE-Forscher: Netzausbau wichtiger als Megawatt-Laden

ISE-Forscher: Netzausbau wichtiger als Megawatt-Laden

Sebastian Henßler  —  

Fraunhofer-Forscher Andreas Hensel ordnet aktuelle Megawatt-Ankündigungen als Marketinginstrument ein, denn der eigentliche Engpass liegt beim Netz selbst.

5 Tipps: So lassen sich Ladeverluste beim E-Auto gering halten

5 Tipps: So lassen sich Ladeverluste beim E-Auto gering halten

Daniel Krenzer  —  

Beim Laden eines E-Autos können bis zu 24 Prozent Energie verloren gehen. Der ADAC zeigt, wie sich Ladeverluste mit fünf einfachen Tipps verringern lassen.

E-Autos als Stromspeicher: EU-Kommission schlägt V2G-Pflicht vor

E-Autos als Stromspeicher: EU-Kommission schlägt V2G-Pflicht vor

Tobias Stahl  —  

Die EU-Kommission will Europa zum „ersten elektrifizierten Kontinent“ machen. Elektroautos sollen dabei eine zentrale Rolle als Energiespeicher einnehmen.

Warum Strom in Deutschland so teuer ist

Warum Strom in Deutschland so teuer ist

Sebastian Henßler  —  

Deutschland zahlt laut IEA-Bericht den höchsten Strompreis für Haushalte weltweit, Kapitalkosten spielen dabei eine größere Rolle als oft angenommen.

Tibber-Studie: E-Auto-Laden mit Solarstrom lohnt sich

Tibber-Studie: E-Auto-Laden mit Solarstrom lohnt sich

Sebastian Henßler  —  

Eine Tibber-Auswertung zeigt, dass automatisiertes Solarladen PV-Haushalten mit E-Auto im Schnitt 171 Euro Ersparnis pro Jahr bringt.