Neuer EU-Verkehrskommissar will nicht am Verbrenner-Aus rütteln

Neuer EU-Verkehrskommissar will nicht am Verbrenner-Aus rütteln
Copyright:

Alexandros Michailidis / Shutterstock / 1837520629

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 2 min

Der Grieche Apostolos Tzitzikostas soll der neue EU-Kommissar für Verkehr und Tourismus werden. Der als stramm konservativ geltende Politiker hält dabei übereinstimmenden Medienberichten zufolge jedoch am Green Deal und der damit verbundenen und als „Verbrenner-Aus“ bezeichneten EU-Regelung fest, dass ab 2035 nur noch Neufahrzeuge ohne CO2-Ausstoß zugelassen werden sollen. Eine Ausnahme für Verbrennungsmotoren könnte lediglich für Autos gelten, die nachweislich und ausschließlich mit E-Fuels betankt werden können.

Dies sagte der designierte Kommissar bei einer Anhörung vor dem Ausschuss für Verkehr und Tourismus des EU-Parlaments, bei dem er sich unter anderem weiteren kniffligen Fragen wie zu einem Zugunglück in Griechenland äußern musste. „Wir haben konkrete Regeln und Ziele, die wir wollen … und wir müssen uns an den Plan halten. Andernfalls wird die Botschaft der Europäischen Union … keine Botschaft der Stabilität und des Vertrauens sein“, sagte er laut Politico. Auch wenn unter anderem die CDU daran rütteln wollte, hält die Europäische Volkspartei (EVP) unter Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen an den Regelungen des Green Deal fest.

Tzitzikostas bekräftigte, dass der Fokus weiter auf der Elektromobilität liegen solle, er aber auch an der Ausnahmeregelung für E-Fuels-Fahrzeuge festhalte. Dass dieser Kurs verantwortlich für die schwierige Situation der europäischen Autohersteller sei, wies er jedoch deutlich von sich. Auch an den strengeren Flottengrenzwerten ab 2025 hält der Grieche fest. Ab dem kommenden Jahr muss der durchschnittliche CO2-Wert pro abgesetztem Auto weiter sinken, sodass Hersteller mit Verbrennern im Portfolio gezwungen sind, mehr Elektroautos zu verkaufen. Dies ist bereits jetzt an sinkenden Preisen und Leasingraten für im kommenden Jahr ausgelieferte Elektroautos zu spüren. Allerdings kündigte Tzitzikostas an, dass die EU die Hersteller dabei unterstützen werde, diesen Wandel erfolgreich zu gestalten. Ob er damit auch auf die inzwischen geltenden Strafzölle auf in China hergestellte Elektroautos anspielt, bleibt indes offen.

Offensichtlich waren die Ausführungen des designierten EU-Kommissars für Verkehr und Tourismus überzeugend. Der Ausschuss stimmte im Anschluss der Personalie zu, sodass seiner Übernahme dieses Amtes nichts mehr im Wege stehen dürfte. Kritiker merkten jedoch an, dass er zwar umfassende Maßnahmen für verschiedene Verkehrsmittel angekündigt habe, dabei aber konkrete Ideen schuldig geblieben sei.

Quelle: Politico – Greece’s commissioner hearing: Apostolos Tzitzikostas faces tough questions in bid for transport gig — as it happened / Electrive – Neuer EU-Verkehrs-Kommissar will an „Verbrenner-Aus“ festhalten

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Politik

Schwellenländer ziehen an, USA fallen zurück: 2026 fährt jeder vierte Neuwagen elektrisch

Schwellenländer ziehen an, USA fallen zurück: 2026 fährt jeder vierte Neuwagen elektrisch

Tobias Stahl  —  

Laut BloombergNEF fährt 2026 bereits jeder vierte Neuwagen elektrisch. Bis 2035 soll der Anteil auf über 50 Prozent steigen – doch einzelne Länder könnten zurückfallen.

Rekordrenditen der Netzbetreiber: Am Geld kann die Netzkrise nicht liegen

Rekordrenditen der Netzbetreiber: Am Geld kann die Netzkrise nicht liegen

Daniel Krenzer  —  

Deutsche Netzbetreiber erzielen teils Rekordrenditen von mehr als 30 Prozent. Warum fehlen trotzdem Netzkapazitäten?

„Made in Europe“: VW, Stellantis und Renault fordern simple EU-Regeln

„Made in Europe“: VW, Stellantis und Renault fordern simple EU-Regeln

Tobias Stahl  —  

Volkswagen, Stellantis und Renault wenden sich in einem gemeinsamen Schreiben an die EU – und fordern möglichst simple Regeln zum Schutz der hiesigen Automobilindustrie.

E-Auto-Förderung: Bereits mehr als 50.000 Anträge

E-Auto-Förderung: Bereits mehr als 50.000 Anträge

Daniel Krenzer  —  

Die neue E-Auto-Förderung stößt auf großes Interesse. Doch während die Politik von einem Erfolg spricht, bewerten dies nicht alle so.

Dresden fördert intelligente und autonome Mobilitätskonzepte

Dresden fördert intelligente und autonome Mobilitätskonzepte

Maria Glaser  —  

In Dresden haben bei einem Projekttreffen zahlreiche internationale Projektpartner ihre neuesten Roboter und Konzepte vorgestellt.

China verschärft Normen für Range-Extender-Antriebe

China verschärft Normen für Range-Extender-Antriebe

Sebastian Henßler  —  

China ersetzt seinen acht Jahre alten Range-Extender-Standard durch messbare Grenzwerte für Leistung, Akustik und Dauerhaltbarkeit. Gültig ab November.

Förderung und Iran-Krise beflügeln Privatkäufe von E-Autos

Förderung und Iran-Krise beflügeln Privatkäufe von E-Autos

Sebastian Henßler  —  

Im Mai erreichten E-Autos im Privatmarkt einen Anteil von 36,4 Prozent, der höchste Wert des Jahres. Prämie und Spritpreise wirken als doppelter Rückenwind.