Neue Brennstoffzelle soll Wasserstoffautos 2000 Kilometer weit bringen

Neue Brennstoffzelle soll Wasserstoffautos 2000 Kilometer weit bringen
Copyright:

shutterstock / 2165428069

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Volkswagen arbeitet Medienberichten zufolge mit einem Partner an einer neuen Brennstoffzelle, die viel günstiger sein soll als die aktuelle Technologie und Wasserstoffautos ermögliche, die mit einer einzigen Tankfüllung bis zu 2000 Kilometer weit kommen sollen. Für die neue Brennstoffzellen-Technologie soll VW zusammen mit dem deutschen Unternehmen Kraftwerk Tubes bereits ein Patent eingereicht haben.

Sascha Kühn, CEO von Kraftwerk, erklärte in einem Interview mit Business Insider, dass der Hauptunterschied zu den Brennstoffzellen, wie sie Hyundai und Toyota bereits in Wasserstoffautos auf dem Markt haben, darin bestehe, dass eine Keramikmembran anstelle der üblichen Kunststoffmembran verwendet werde. Allein das sei „ein großer Unterschied“. Der große Vorteil dieser Lösung sei, „dass sie viel billiger hergestellt werden kann als Polymer-Brennstoffzellen und kein Platin benötigt“, ein Edelmetall, das die Endkosten des Produkts deutlich teurer macht.

Diese Technologie, so Kühn, ähnle der von Festkörperbatterien. Dem Kraftwerk-CEO zufolge haben beide fast die gleichen Elektrolyte und eine ähnliche Materialstruktur. Der Unterschied bestehe darin, dass Festkörperbatterien ein kompaktes Material zur Speicherung von Energie verwenden und diese Rolle in Brennstoffzellen von Wasserstoff in Gasform übernommen werde.

Darüber hinaus müsse die neue Keramikmembran, so Kühn, nicht angefeuchtet werden, so dass sie im Winter nicht einfrieren und im Sommer nicht austrocknen oder Schimmel anziehen kann. Der Manager weist zudem auch auf einen weiteren Vorteil hin, der Kosten bei der Herstellung von Fahrzeugen einsparen kann: Die Brennstoffzelle von Kraftwerk erzeuge bis zu 400 Grad Celsius an Abwärme, die über einen Wärmetauscher sowohl als Ersatz der Heizung als auch der Klimaanlage des Autos verwendet werden könne – was neben den Kosten- auch größere Energieeinsparungen bedeuten würde.

Obwohl dieses Patent zusammen mit Volkswagen beantragt wurde, versichert Kraftwerk, dass es nicht ausschließlich für diesen einen Hersteller angedacht sei: „Unabhängig vom Hersteller ist es unser Ziel, dass unsere Technologie bis 2026 in einem Serienfahrzeug eingeführt wird. Wir sprechen über eine Serie von etwa 10.000 Fahrzeugen, die auf mehrere Automobilhersteller verteilt sind“, so der CEO von Kraftwerk. Kühn gab auch die Schätzung ab, wie weit ein Wasserstoffauto mit der neuen Technologie kommen soll. „Mit einer Tankfüllung kommen wir bis zu 2000 Kilometer weit“, stellt der Kraftwerk-Chef in Aussicht.

Quelle: Hydrogen Central – The New Hydrogen Car that Travels 2,000 Kilometers with a Single Tank / Business Insider – Volkswagen arbeitet weiter an der Brennstoffzelle / Patentscope – Fuel Cell Stack, Fuel Cell Apparatus And Fuel Cell Vehicle

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Brennstoffzelle / Brennstoffzellenantrieb

München: Dieselpreis treibt Verkehrswende im ÖPNV voran

München: Dieselpreis treibt Verkehrswende im ÖPNV voran

Tobias Stahl  —  

Der Dieselpreis-Schock infolge des Irankriegs beschleunigt die Verkehrswende im ÖPNV: Zwei Münchener Busunternehmen wollen Millionenbeträge investieren.

Scania und Gruber testen Wasserstoff-Lkw in Italien

Scania und Gruber testen Wasserstoff-Lkw in Italien

Sebastian Henßler  —  

Im Rahmen des ZEFES-Projekts startet in Italien ein Praxistest mit dem Scania 40R FCEV. Er vereint 416 kWh und 56 Kilogramm Wasserstoff in einer Plattform.

Fraunhofer ISI fasst zusammen, wo Wasserstoff sinnvoll ist

Fraunhofer ISI fasst zusammen, wo Wasserstoff sinnvoll ist

Daniel Krenzer  —  

Obwohl Wasserstoff hohe Kosten verursacht, dürfte er der Studie zufolge einige wichtige Anwendungsfälle haben. Pkw und Lkw sind es eher nicht.

BMW setzt auf Flachspeicher für mehr Wasserstoffreichweite

BMW setzt auf Flachspeicher für mehr Wasserstoffreichweite

Sebastian Henßler  —  

Der BMW iX5 Hydrogen bekommt ein neues Tanksystem aus sieben verbundenen Druckbehältern. Der Serienstart des Wasserstoffautos ist für 2028 geplant.

Freudenberg steigt aus Brennstoffzellengeschäft aus

Freudenberg steigt aus Brennstoffzellengeschäft aus

Sebastian Henßler  —  

Nach Jahren der Forschung beendet Freudenberg sein Brennstoffzellen-Engagement. Hohe Kosten und regulatorische Unsicherheiten bremsten den Durchbruch.

Neue Wasserstoff-Subventionsrunde geht wieder am Markt vorbei

Neue Wasserstoff-Subventionsrunde geht wieder am Markt vorbei

Daniel Krenzer  —  

Warum die erneute Förderung von Wasserstoff-Tankstellen und H2-Lkw an der Realität vorbeigeht – und weshalb Akku-Fahrzeuge effizienter und marktreifer sind.

Bund startet Förderprogramm für H2-Tankstellen und -Lkw

Bund startet Förderprogramm für H2-Tankstellen und -Lkw

Tobias Stahl  —  

Das Verkehrsministerium fördert den Bau von Wasserstofftankstellen und die Anschaffung von H2-Lkw mit 220 Millionen Euro. Die wichtigsten Details zur Förderung.