Nationale Wasserstoffstrategie: Ein Schritt weiter in Richtung WTAZ-Umsetzung

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WTAZ

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

40 Unternehmen, acht Forschungspartnern, sieben Körperschaften, fünf Verbänden und Vereinen sowie Unterstützer aus der Politik sehen künftig am Standort Markt Pfeffenhausen die deutsche Kompetenz für die Brennstoffzellentechnologie gebündelt. Die vom WTAZ-Konsortium eingereichte Bewerbung beschreibt ein durchgängiges Konzept des WTAZ als Forschungs-, Entwicklungs-, Prüf-, Zertifizierungs- und Standardisierungszentrum für Wasserstofftechnologien aus Deutschland für den Weltmarkt. Ziel sei es die Wasserstofftechnologien aus Deutschland für den Weltmarkt zu erforschen, entwickeln und bereitzustellen.

Das Bayerische Landesministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie hat Mitte Januar 2021 die Entscheidung getroffen, dass der Standort Markt Pfeffenhausen für Bayern ins Rennen um die Niederlassung des geplante nationale Technologie Anwenderzentrum Wasserstoff (WTAZ) gehen soll. Nach Informationen aus der dazugehörigen Pressemitteilung liegt der Markt Pfeffenhausen im Wind- und Sonnengürtel der Hallertau und bietet ideale Voraussetzungen für grünen Wasserstoff.

Zur Einordnung, als Teil der nationalen Wasserstoffstrategie (NWS) soll das WTAZ den Technologietransfer von der Forschung in die Industrie beschleunigen und Unternehmen eine durchgängige Unterstützung anbieten, beginnend bei der angewandten Forschung über Entwicklung, Erprobung und Zertifizierung bis zur Standardisierung. Dabei seien die Aufgaben vielschichtig. Angedacht ist, dass das WTAZ deutsche Schlüsselinnovationen mit kurz und mittelfristigem Markteintrittspotenzial in der Wasserstofftechnik fördern soll. Dafür nutzt es drei Einrichtungsebenen und externe Partnerschaften, stellt eine Wasserstoffinfrastruktur mit direkter Anbindung an den Grünen Elektrolyseur der HyPerformer-Region HyBayern sicher, betreibt Test- und Zertifizierungseinrichtungen mit nationalem und globalem Alleinstellungscharakter und greift auf sehr breite Unterstützung von Industrie, Verbänden und Körperschaften zurück.

„Mit dem Technologie-Anwenderzentrum Wasserstoff schafft der Freistaat das notwendige Schnellboot, um den Transfer der Wasserstofftechnologie aus der Forschung in die industrielle Praxis zu beschleunigen. Die Technische Universität bringt ihre Fachexpertise in Elektrochemie, elektrischer Energiespeichertechnik, Brennstoffzellen sowie Anlagen- und Prozesstechnik in den Kompetenzverbund ein, um die Transformation der deutschen Zulieferindustrie hin zu emissionsfreien Wasserstoff-Antriebs- und Fahrzeugtechnologien zu ermöglichen.“ – Prof. Thomas F. Hofmann, TUM-Präsident

Zudem sei angedacht, dass das WTAZ in Zukunft globale Standards mitgestalten, sowie kleine und mittlere Unternehmen beim Umstieg in die Wasserstofftechnik unterstützen und eine deutsche WasserstoffStartup-Landschaft erschaffen soll. Hierfür setzt man auf die vier Kompetenzzentren „Forschen & Entwickeln“, „Testen & Validieren“, „Analysieren & Zertifizieren“ und „Standardisieren & Internationalisieren“. In diesen Zentren sollen alle Bereiche des Wasserstoffs erforscht, weitergetrieben und zur Marktreife entwickelt werden.

Zum Hintergrund: Die Bundesregierung hat mit ihrer in 2020 vorgestellten nationalen Wasserstoff-Strategie ein ehrgeiziges Ziel formuliert: Deutschland soll weltweit Vorreiter bei der als klimafreundlich angesehenen Wasserstoff-Energie werden. Energiewissenschaftler Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme an der HTW Berlin, kritisiert die Pläne der großen Koalition in einem Interview mit Watson: Der Einsatz von Wasserstoff sei nicht sinnvoll, solange Strom aus erneuerbaren Energien nicht im Überfluss zur Verfügung steht, damit Wasserstoff auch tatsächlich klimafreundlich hergestellt werden kann. Nun liegt es eventuell künftig am WTAZ-Konsortium das Gegenteil zu beweisen.

Quelle: HYNERGY GmbH – Pressemitteilung vom 22. Januar 2021

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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Strauss:

Ganz einfach, die Reise soll nicht dorthin gehen, wo die Automobiltechnik bei vielen Firmen vor 20 Jahren stehen geblieben ist. Markus du bist ein lustiger Schweizer…….
Deine Landsleute einschliesslich der Löwenanteil der grossem produzierenden Automobil- und Schwerverkehrsfirmen sind im Bild was getan werden muss,um den Oelverbrauch zu dezimieren. Hör auf so dumm daher zu reden über Industrieländer die solche Technik umsetzen können. Wären Deine Landleute so rückständig wie Du, würde Agrola nicht neue Kombitankstellen aufbauen. Soll ich Dir eine Liste schicken wo du die neuen 50 Stück LKW Wasserstofffahrzeuge in der Schweiz laufen ? Die sind von Hyundai .New Holland hat einen solchen Traktor im Einsatz. Von Bosch,Volvo und Iveco wirst Du diesbezüglich noch hören.

Markus Doessegger:

Es erstaunt mich schon, dass nie jemand bei diesem ganzen Wasserstoff-Hype von Kosten spricht. So wie wenn Deutschland unbegrenzte Finanziellen Mittel zur Verfügung hätte! Bei mir entsteht der Eindruck, dass Deutschland ein schuldenfreies Land ist! Nichts kann man sich leisten, alle ächzen, massenhaft 1Euro Jober und Harzt4 Empfänger, Städte mit sich ausbreitender Verslummung und überall wird gekürzt, aber beim Wasserstoff kann es kaum genug kosten! Aber immer noch stellt niemand die Kostenfrage. Everybody gets a pass. Für mich als Schweizer (auch nicht gerade ein Entwicklungsland) einfach unfassbar. Ich meine, auch bei uns ist nicht alles Gold was glänzt, ganz gar nicht.

Bei allen anderen Vorhaben, ÖV, Gebäudesanierungen, Minenergiehäuser, Nullenergiehäuser da geschieht scheinbar einfach nichts!

Treibstoffzollerhöhung (Verbraucherprinzip), auch Fehlanzeige. Diesel und Bezin sind nach wie vor zum Spotpreis zu haben.

Niemand fragt danach, ob Deutschland in 10,20 Jahren überhaupt noch ein Industrieland sein soll? Ist eigentlich die Stahlindustrie noch sinnvoll und ist sie überhaupt noch rentabel? Wie wäre es wenn sich Deutschland nicht eher zu einer modernen und erfolgreichen Dienstleistungsgesellschaft mausern würde?

Niemand stellt solche konkreten Fragen vor einer Bundestagswahl und niemand beantwortet sie vor der Wahl. Alle regen sich nach der Wahl darüber auch, was über ihre Köpfe hinweg entschieden wird!

Ich erinnere mich an ein Vorhaben, wo es um ein Kernkraftwerk in Österreich ging, ist schon sicher 30 Jahr her. Das Teil wurde einfach gebaut, obwohl man genau wusste, dass keine Mehrheit im Volk vorhanden war. Schön, dass dann das Volk die Reissleine gezogen hat. Vielleicht sollte das Deutsche Volk so etwas auch mal versuchen und so wie bei den Antikernkraftwerksdemos (vor 30,40 Jahren) die Reissleine bei diesem Wasserstoff-Hype ziehen.

Also, ich als Schweizer würde mich schon zur Wehr setzten. Aber wir haben ja auch die direkte Demokratie. Bei Gott ich würde das Initiativrecht niemals mehr hergeben wollen.

Und noch etwas: Das Geld ausgeben ist immer einfach, solange es nicht sein Eigenes ist.

Hat mal irgend jemand aus der Regierung die Leute befragt, wo die Reise in den kommenden 30 Jahr hingehen soll? Deutschland hat doch bald wieder Wahlen! Also ich möchte das schon gerne wissen.

Anonymous:

Aber der bayrische Naturschutzbund muß doch den Rotmilan vor dem Aussterben retten – deshalb keine weiteren Windräder.
Und sie setzen sich für das Überleben von Eidechsen, Schlingnattern, Fledermäusen und Kieferplantagen ein – deshalb klagen sie gegen die Teslafabrik in einem anderen Bundesland
Weiter so Bayern
“Ironie off“

Daniel W.:

40 Unternehmen, acht Forschungspartnern, sieben Körperschaften, fünf Verbänden und Vereinen sowie Unterstützer aus der Politik sehen künftig am Standort Markt Pfeffenhausen die deutsche Kompetenz für die Brennstoffzellentechnologie gebündelt.

Gerade Bayern will das Zentrum, also jenes Bundesland, das die Windenergie quasi abgewürgt hat.

Da fragt man sich doch woher das Zentrum den Ökostrom nehmen will, um die Wasserstoff-Testanlagen zu betreiben – das bezieht Bayern dann von seinen Nachbarn, kostenlos vermutlich.

Das Maut-Desaster will man jetzt wohl mit Wasserstoff wiederholen und noch toppen, schliesslich haben wir ja „viel zu viele Steuermilliarden“, die jetzt unter den CSU-Amigos verteilt werden sollen.

Wer stoppt das Vorhaben? – das sind die E-Auto-Käufer, Tesla und vielleicht die Wähler in Bayern 2023.

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