Mexiko verstaatlicht die Förderung der riesigen Lithium-Vorkommen

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Iris Martinz
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Noch sind Lithium-Ionen-Batterien Stand der Technik bei E-Autos, entsprechend begehrt ist das Ausgangsmaterial Lithium für Batteriehersteller auf der ganzen Welt. Wer zahlt, schafft auch oft an. In Mexiko befindet sich jene Mine, die mit aktuell etwa 243 Millionen Tonnen die weltweit größten Lithium-Reserven aufweist. Die sozialistische mexikanische Regierung will nun das Lithium-Vorkommen unter staatliche Kontrolle stellen.

Der Elektromobilitätsboom, aber auch die rasant steigenden Produktionszahlen von Smartphones, Handys und Laptops, haben den Preis für das begehrte Metall in den letzten 15 Jahren in die Höhe schnellen lassen: lag er Anfang der 2000er Jahre noch relativ konstant bei 1.600 US-Dollar pro Tonne, so muss man heute schon beinahe das Dreißigfache dafür hinblättern. Kein Wunder, dass die Förderungsunternehmen weltweit zuweilen Umwelt- und Arbeitsschutzbedenken beiseite wischen, um mit dem Boom das große Geld zu machen.

Mexiko will der Ausbeutung von Natur und Menschen nun einen Riegel vorschieben. Präsident Andrés Manuel López Obrador hat erst vor wenigen Tagen bekräftigt, ein staatliches Unternehmen für die Förderung von Lithium aus mexikanischen Minen gründen zu wollen. „Wir wollen kein Gebiet sein, in dem es zu Konflikten zwischen ausländischen Mächten kommt. Weder Russland noch China oder die Vereinigten Staaten werden von dem Mineral profitieren, sondern Mexiko,“ begründet er das zukünftige staatliche Monopol, das auch in der Elektrizitätsreform der Regierung verankert ist. Mexikos riesige Lithium-Vorkommen sind erst zu einem Bruchteil erschlossen.

Auch die Bürgermeisterin von Mexiko-Stadt, Claudia Sheinbaum, unterstützt Obradors Strategie, da sonst die Umstellung von Verbrennungs- auf Elektromotoren im Land nicht möglich wäre, wenn ausländische Unternehmen das Lithium fördern dürften. Das Metall müsse als strategischer Rohstoff für die nationale Entwicklung in die mexikanische Verfassung aufgenommen werden. Nur dann seinen Energiewende und Souveränität gewährleistet.

Auch in der Entwicklung von E-Autos will sich Mexiko ein großes Stück des Kuchens sichern, geht aber auch hier eigene Wege: Sheinbaum präsentierte kürzlich ein auf Elektroantrieb umgerüstetes Fahrzeug („Tsuru“), das sogar dem E-Auto-Pionier Tesla das Fürchten lehren soll. Der Umbau dieser Fahrzeuge ist ein Gemeinschaftsprojekt des mexikanischen Wissenschafts- und Technologieministeriums, der Nationalen Autonomen Universität Mexiko (UNAM) und des Unternehmens Potencia Industrial. Mit mexikanischer Technik sollen Passagierbusse, Motorradtaxis, Kleintransporter und LKWs bis 40 Tonnen mit Elektro- oder Hybridantrieb entwickelt und hergestellt werden. Die Regierung kofinanziert die Entwicklung und ein Entwicklungs- und Testlabor mit insgesamt rund 1,2 Millionen Euro.

Man setzt also nicht auf die Neuentwicklung von E-Autos, sondern auf den Umbau konventioneller. Germán Carmona Paredes, Forscher an der UNAM, weißt darauf hin, dass diese Fahrzeuge auf die Anforderungen der Stadt Mexiko maßgeschneidert werden. Die Kosten für einen Umbau lägen zwar bei etwa 20 – 25.000 Euro, durch den günstigeren Unterhalt und die zusätzlichen Einsparungen beim Kraftstoff rechne sich die Investition aber mittelfristig.

Die hohen Preise rücken indessen in Europa auch bisher als unwirtschaftlich geltende Vorkommen ins Licht: so werden aktuell Abbaupläne für Lithium sogar aus deutschen und österreichischen Lagerstätten gewälzt.

Quellen: heise.de – E-Auto-Prototypen mit 100 Prozent mexikanischer Technik//cmcmarkets.com – Lithium-Preis weiter steigend?

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Iris Martinz

Iris Martinz

Iris Martinz ist Unternehmens- und E-Mobilitätsberaterin in Österreich, mit langjähriger Erfahrung im Recycling und Second Life von E-Mobilitätsbatterien. Fährt sowohl rein elektrisch, als auch V8, und möchte die beiden Welten etwas näher zusammenbringen. Nachzulesen unter www.mustangsontour.com.

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