Mexiko plant bereits mit Tesla Gigafactory

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Tesla | Symbolbild

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Tesla hat noch im November 2023 die Genehmigung erhalten, in Mexiko eine neue Gigafactory für Elektroautos zu bauen. Die sechste Gigafactory des amerikanischen Automobilherstellers weltweit. Diese Informationen stammen aus offiziellen lokalen und föderalen Dokumenten, die das Nachrichtenportal Milenio einsehen konnte.

Die mexikanische Behörde für Umwelt und natürliche Ressourcen (Semarnat) informierte demnach Teslas Produktionsabteilung über die Ausstellung der erforderlichen Genehmigungen. Diese sind notwendig, um die endgültige Zustimmung der Bundesregierung zu erhalten. Laut einem Bericht auf Milenio hat Tesla auch das Grundstück erworben, auf dem die Fabrik errichtet werden soll. Dieser Kauf sei vergangene Woche erfolgt und zeige, dass die Entwicklung positiv voranschreitet.

Allerdings ist der genaue Baubeginn für die neue und größte Fabrik des Unternehmens noch ungewiss. Ein Nachrichtensprecher zitierte den mexikanischen Bundesstaat Nuevo Leon mit der Aussage, dass der Baubeginn in den nächsten Wochen erfolgen könnte. Letztendlich hängt diese Entscheidung jedoch von Tesla ab.

Trotz der erteilten Genehmigungen scheint Tesla keinen unmittelbaren Druck zu verspüren, mit den Bauarbeiten zu beginnen. Elon Musk, CEO von Tesla, äußerte zuletzt Bedenken hinsichtlich der aktuellen wirtschaftlichen Bedingungen und des Zinsumfelds. Er betonte, dass das Unternehmen einen klaren Blick auf die globale Wirtschaftslage werfen möchte, bevor es in Mexiko “Vollgas gibt”. Erste vorbereitende Arbeiten auf dem Gelände wurden bereits beobachtet, und laut Iván Rivas, Wirtschaftsminister des mexikanischen Bundesstaats Nuevo León, hat Tesla “in gewisser Weise bereits mit dem Bau begonnen”.

Ferner habe der Bundesstaat Nuevo Leon bereits selbst mit der Entwicklung des umliegenden Geländes begonnen. Dort entstehen neue Zufahrtsstraßen und weitere Infrastruktur, finanziert durch den Staat. Laut einem Bericht von Reuters planen die lokalen Behörden, mehr als 130 Millionen Dollar in die Infrastruktur zu investieren, um den Bau und Betrieb von Giga Mexiko zu unterstützen. Der Bürgermeister der Stadt Santa Catarina, Jesus Nava, hofft, dass Tesla seine eigenen Bauarbeiten in der ersten Hälfte des Jahres 2024 aufnehmen wird.

Tesla-Chef Elon Musk äußerte sich jedoch eher pessimistisch über die Zukunft der Anlage. Dennoch hofft Mexiko weiter. In der dortigen Gigafactory sollen neben Elektroautos auch Batterien und weitere Produkte hergestellt werden. Das Investment für den Bau der Anlage soll Berichten zufolge knapp 10 Milliarden US-Dollar betragen und 35.000 direkte und indirekte lokale Arbeitsplätze schaffen.

In der neuen Fabrik plant Tesla die Fertigung der sogenannten “Next Generation Vehicles”, die auf einer neuartigen Plattform basieren sollen. Diese Fahrzeuge sollen gemäß den auf dem “Investors Day” vorgestellten Plänen um 50 Prozent kostengünstiger in der Produktion sein.

Quelle: InsideEVs – Tesla Gets Permits For Gigafactory Mexico, Construction Could Begin By Year’s End

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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Läubli:

Die Grösse von Tesla und deren schnellem Wachstum sind vor allem dem gesamten Konzept zu verdanken, dazu verfasse ich hier gerne mal einen sehr langen Kommentar, danke für Euer aller Verständnis.

Das Geschäftsmodell: Mehr als nur ein Elektroautohersteller
Hinter dem Namen Tesla verbirgt sich viel mehr als nur ein Automobilhersteller. Wir nehmen das Unternehmen und die Tesla-Aktie mal kurz unter die Lupe.
Die Aktie ist seit Jahresbeginn um sage und schreibe 180 Prozent gestiegen. Das wirft die Frage auf, die wohl jeden Anleger am meisten interessiert: Ist die Tesla-Aktie überbewertet? Angesichts einer möglichen Wachstumsrate von 47 Prozent sollte man sich vielleicht eher fragen: Ist die Tesla-Aktie unterbewertet? Mehr dazu am Schluss des Kommentares.
Insgesamt zeichnet sich das Geschäftsmodell von Tesla durch Innovation, Skaleneffekte und die Schaffung eines integrierten Ökosystems von Produkten und Dienstleistungen im Bereich der Elektromobilität und erneuerbaren Energien aus. Das Geschäft von Tesla lässt sich in folgende 5 Geschäftsbereiche aufteilen:

1. Automobilproduktion
Der größte Teil des Umsatzes von Tesla stammt aus dem Verkauf von Elektrofahrzeugen. Die Automobilsparte umfasst verschiedene Modelle, darunter das Model S, Model 3, Model X, Model Y und den kommenden Cybertruck. Jedes Modell zielt auf ein bestimmtes Marktsegment ab, von der Luxusklasse bis hin zu erschwinglicheren Einstiegsmodellen. Tesla unterscheidet sich hier von traditionellen Autoherstellern durch seine vertikale Integration und Massenproduktion, was zu niedrigeren Kosten und höheren Margen führt.
Die derzeit auf dem Markt erhältlichen Tesla-Modelle sind das Model S, Model 3, Model X, Model Y. In Planung sind der Tesla Semi LKW sowie der Cybertruck, der bereits ausgeliefert wird. Der neue Supersportwagen Roadster soll Ende 2024 vom Band rollen.

1. Tesla Leasing
Tesla-Fahrzeuge eignen sich gut für Leasing aufgrund ihres geringeren Verschleißes, niedrigeren Wartungskosten und höheren Restwerten.
In Q2 2023 beliefen sich die Leasingeinnahmen von Tesla auf etwa 567 Millionen Dollar und machten etwa 3 Prozent des Gesamtumsatzes aus dem Automobilsegment für das Quartal aus. Leasingverträge haben einen deutlicheren Einfluss auf die Rentabilität von Tesla, da die Bruttomargen aus Leasing höher sind als die allgemeinen Bruttomargen im Automobilbereich.
Tesla hat das Potenzial, sein Leasinggeschäft auszubauen und attraktiver zu gestalten, indem es niedrigere Leasingraten anbietet und sein Leasingprogramm auf mehr Fahrzeuge ausweitet, wie zum Beispiel das Model Y SUV.

3. Energiespeicherung und -erzeugung
Tesla ist nicht nur ein Autohersteller, sondern auch ein wichtiger Akteur im Bereich der erneuerbaren Energien. Das Unternehmen produziert Batteriespeichersysteme wie die Powerwall für den Heimgebrauch sowie größere Speichersysteme für Unternehmen und Versorgungsunternehmen. Darüber hinaus hat Tesla Solarpaneele und Solardachziegel in sein Produktportfolio aufgenommen, um ein vollständig integriertes System zur nachhaltigen Energieerzeugung anbieten zu können.

Da fehlen also noch Service/Wartung, sowie Software/Autopilot als 4. und 5. Geschäftszweig.
Tesla ist eines der führenden Unternehmen in der Entwicklung von Software für Elektrofahrzeuge, einschließlich fortschrittlicher Fahrerassistenzsysteme, die als „Autopilot“ bekannt sind. Diese Systeme bieten Tesla-Fahrern mehr Sicherheit und Komfort und stellen ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal gegenüber konkurrierenden Fahrzeugen dar.
Tesla bietet seinen Kundinnen und Kunden kostenpflichtige Software-Upgrades an, darunter Verbesserungen für den Autopiloten und die Fähigkeit zum vollautonomen Fahren. Diese Upgrades stellen nicht nur eine zusätzliche Einnahmequelle dar, sondern erhöhen auch den Wert und die Attraktivität der Fahrzeuge für die Kunden.

Bewertung der Tesla Aktie:
Die Bewertung von Tesla erscheint auf den ersten Blick übertrieben. Insbesondere aufgrund der Tatsache, dass der Aktienkurs im Laufe des Jahres mehr als verdoppelt hat, scheinen die Bewertungsmetriken aufgeblasen. Doch aus gewissen Gesichtspunkten könnte man dennoch zum Schluss kommen, dass Tesla tatsächlich unterbewertet ist.
Erstens könnte Tesla nicht mehr als Teil des Konsumgütersektors, sondern als Technologiekonglomerat betrachtet werden. Zweitens sind Teslas derzeit reifende Geschäftsbereiche, nämlich Elektrofahrzeuge und Energieerzeugung und -speicherung, auf dem besten Weg, die Erwartungen der Wall Street für das Gesamtjahr 2023 zu übertreffen. Ihre zunehmende Bedeutung für Umsatz und Gewinn rechtfertigt das große Interesse der Investoren an der Tesla Aktie.
Schließlich ist sogar die aktuelle Premiumbewertung von Tesla im Vergleich zu dem wahrscheinlichen zukünftigen Leistungsvermögen des Unternehmens bis 2030 noch gering. Um zu verstehen, was Investoren und der Markt eventuell übersehen, müssen wir genauer auf Teslas viele Entwicklungsprodukte, Dienstleistungen und Operationen schauen, die zu einem enormen Wachstum des Unternehmens und der Aktie beitragen könnten.

Pilot:

Es ist doch schon alles gesagt, wozu noch argumentieren?

Marc:

[Edit: Kommentar gelöscht, bitte sachlich bleiben, danke / Die Redaktion]

Läubli:

Ich denke, das „Laufen“ ist ein Thema vorab für einen Deutschen Konzern und dessen Angehörige, zuletzt dann vielleicht auch noch für Tesla, aber sicher nicht dieses Jahr, das als Champion zu Ende geht.
Oh nein, du wusstest also nicht, dass Musk ein echter Teamplayer ist und seine Schäfchen pflegt? Ich als Tesla-Mitarbeiter würde das fröhlich zu schätzen wissen, das Klima in Grünheide ist top, nicht immer in den Medien, aber wer vor Ort nachfragt oder vorbeischaut, kann das sehr schnell erkennen. Da ist ein absolutes Freudenklima wie in den Ferien am Strand und die Leute arbeiten gerne dort, an einem so modern durchflutschenden Fließband, wo man dank perfekter Arbeitsabläufe trotz dampfenden Geschwindigkeiten noch Zeit für Witze und Flirts unter Mitarbeitern hat… da spricht man von einer viel besseren Arbeitsluft als bei manch verkorkster Fließbandarbeit sonst wo, auch wenn das flaue Lüftchen ab und zu mal fester weht.
Wer das nicht glaubt, kennt vielleicht Youtube, dort kann man schön in die Fabrik reinschnuppern und danach erleichtert ausatmen. Die Mitarbeiter scheinen Tesla so richtig zu mögen, vor allem aber die Arbeit und das Klima umher.

Marc:

Whatabout the Indians?
Aber, stimmt, ich hatte ja vergessen zu erwähnen, dass Menschenfreund Musk in Grünheide für ein 10 Tage dauerndes Weihnachtsfest zumacht. Und das, obwohl die Geschäfte so Bombe laufen.

Pilot:

[Edit: Kommentar gelöscht, bitte sachlich bleiben, danke / Die Redaktion]

Peter:

Ach deswegen fängt VW erst in der 2. Januarwoche an, an 3 Tagen zu produzieren und jetzt versteh ich auch warum das Model Y der meist verkaute PKW in 2023 in Europa ist, danke für die Erleuchtung.

Marc:

Das ist in der Tat neu, dass es Tesla zu schnell geht. Jetzt haben sie schon die Genehmigung und die Subventionen, wissen aber nicht, ob und wann sie anfangen. Das Problem ist ihre aktuelle Basis, auf der sie keine neuen Fahrzeuge mehr bauen werden. Sie ist zu kostenintensiv, das hat das aktuelle Jahr mit der gescheiterten Rabattpolitik gezeigt. Anfang des Jahres frohlockte die Gemeinde noch, Tesla werde jetzt allen durch ihre gnadenlose Effizienz das Wasser abgraben. Tatsächlich haben sie nur sich selber das Wasser abgegraben und die Rendite unter die Werte von klassischen OEM gefahren. Stellantis stand plötzlich besser da, und ihr Chef Tavares hatte Musk auch gleich höhnisch begrüßt: Welcome to my World, Elon, Musk!

Genau das ist das Problem von Tesla. Eigentlich hatten sie das kleine Modell schon ad acta gelegt. Jetzt müssen sie es doch entwickeln und nicht nur das Auto, sondern auch eine Plattform, auf der man künftige Modelle günstiger bauen kann. Von daher muss man die nächsten zwei Jahre mit vier Youngtimern überstehen. Den CyberTruck gibt es nur in einem Markt und wahrscheinlich in verschwindend geringen Stückzahlen, damit der Verlust nicht so durchschlägt. Denn auch das ist kein Auto, das sich zu geringen Produktionskosten fertigen lässt. Zudem benötigt man die beiden Jahre, um mit externer Hilfe die eigene Zellproduktion irgendwie auf Stand zu bekommen. Denn ohne preiswerte eigene Zellen wird ein günstiger Tesla nicht funktionieren. Unglücklicherweise fehlt es nicht nur an effizienter Produktion, sondern auch an Leistungsdichte. Der Zellen performen deutlich unter Industriestandard. Das wurde neulich auf lustige Weise verdeutlicht, als ein uninformierter Journalist anlässlich der Vorstellung von BMWs neuen 46950 und 46120 Zellen fragte, wann den die Lücke zu Tesla geschlossen werde. Darauf antwortete Produktionschef Milan Nedeljkovic: „Tesla muss die Lücke zu uns schließen!“. Köstlich!

Auch die Investoren haben gemerkt, dass es leider keinesfalls vor zwei guten Jahren steht. Gene Munster, einer der loyalsten und langjährigsten Investoren, hat Tesla 20 Millionen Ziel für 2030 vollkommen abmoderiert und spricht noch vor 8,5 Millionen. Das hat man selten, dass ein Bulle nur noch 40 % vom Ziel überlässt. Statt Weltherrschaft wär man damit irgendwie Nummer 3 oder 4 in der Welt. Wenn die anderen stagnieren. Vor allem gibt einem das die Idee, als neutraler Beobachter eher an 4 Millionen in 2030 zu glauben. Ebenso haben die Investoren Tesla gezwungen, das 50 % Wachstumsziel aufzugeben. Für nächstes Jahr plant man seitens relevanter Investoren mit 2,1 Millionen Auslieferungen, also einer Steigerung von nicht einmal 20 %. Für dieses Jahr scheint man kommunikativ Schadensbegrenzung vorzubereiten. Ziel waren ja 1,8 Millionen Auslieferungen, aber die könnten verfehlt werden.

Das alles wissend, wird man eher kleine Brötchen backen, nächstes und übernächstes Jahr wird es gar kein neues Modell geben und dann kommt vielleicht der kleine Tesla und zuerst aus Texas. Der Geschäftsgang nächstes Jahr wird entscheiden, ob man Mexiko für 2026 braucht. Grünheide ist ja übrigens auch überhaupt nicht ausgelastet.

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