Mexiko verstaatlicht Lithium-Abbau

Mexiko verstaatlicht Lithium-Abbau
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Octavio Hoyos / Shutterstock / 2130093134

Iris Martinz
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  —  Lesedauer 2 min

Was im Februar letzten Jahres bereits angekündigt wurde, wird jetzt konkret: Mexiko verstaatlicht den Abbau von Lithium im Land. Präsident Andrés Manuel López Obrador hat ein entsprechendes Dekret unterzeichnet, das den Verstaatlichungsprozess in Gang setzen soll. Mit der Verstaatlichung soll verhindert werden, dass Länder wie Russland, China oder der Nachbar USA mexikanische Reserven ausbeuten.

Öl und Lithium gehören der Nation, dem mexikanischen Volk„, hatte Obrador in einer Mitteilung seines Büros wörtlich verkündet. Die für E-Auto-Batterien wichtige Ressource darf also nur mehr von staatlichen Stellen gefördert und verkauft werden. Dafür wurde vergangenes Jahr ein eigener Staatskonzern („Litio para México“) gegründet, der nun seine Arbeit aufnehmen wird – und unabhängig vom Energieministerium operieren soll. Über das NAFTA-Freihandelsabkommen sind Mexiko, Kanada und die USA eng miteinander verbunden. Aus Mexiko geliefertes Lithium würde also den US-Vorgaben für die Steuergutschrift entsprechen.

In Mexiko werden Lithium-Vorkommen von rund 1,7 Millionen Tonnen vermutet, gemischt mit Lehm. Das erfordert andere Abbau- und Verarbeitungsverfahren als etwa in den Verdunstungsbecken in den südamerikanischen Staaten Bolivien, Chile oder Argentinien. Dort wird das Lithiumsalz aus den Tiefen gepumpt – unter Verwendung großer Mengen an Wasser und vielfach zu Recht kritisiert. Lithium ist wichtiger Bestandteil der meisten E-Mobilitätsbatterien, beispielsweise der gängigen LFP (Lithium-Eisenphosphat)-Batterien, die relativ günstig sind und daher gerne für Modelle mit großen Produktionsvolumina verwendet werden. Die Verarbeitung des Rohstoffs findet nach wie vor zum Großteil in China statt.

In Europa liegt Lithium in Gestein gebunden und kristallin als sogenanntes Spodumen vor, beispielsweise im österreichischen Koralmgebiet, im deutschen Erzgebirge oder in einigen serbischen Lagerstätten. Aber auch in tief unter der Erde liegenden Thermalseen unter dem Oberrhein wurde Lithium nachgewiesen, es soll für bis zu 400 Millionen Elektroautos reichen. Ende 2022 stieg der Preis für eine Tonne Lithium auf bis zu 82.000 Euro, was die Erschließung solcher Vorkommen wirtschaftlich interessant erscheinen lässt. Für 2023 wird allerdings ein Rückgang auf etwa 54.000 Euro pro Tonne erwartet.

Quelle: electrive.net – Mexiko verstaatlicht Lithium-Abbau und -Produktion / capital.de – Darum sinkt der Lithiumpreis gerade so deutlich

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Iris Martinz

Iris Martinz

Iris Martinz ist Unternehmens- und E-Mobilitätsberaterin in Österreich, mit langjähriger Erfahrung im Recycling und Second Life von E-Mobilitätsbatterien. Fährt sowohl rein elektrisch, als auch V8, und möchte die beiden Welten etwas näher zusammenbringen. Nachzulesen unter www.mustangsontour.com.

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